Theater Hagen

Hagen: Zwei Orchester machen Oper zu etwas ganz Besonderem

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Die Oper „Tri Sestry" feiert am Samstag Premiere im Theater Hagen. Das Foto ist bei einer Probe entstanden.

Die Oper „Tri Sestry" feiert am Samstag Premiere im Theater Hagen. Das Foto ist bei einer Probe entstanden.

Foto: Jörg Landsberg

Hagen.  Zwei unterschiedliche Orchester spielen bei der Oper „Tri Sestry“ im Theater Hagen. Dirigent Trafton erklärt, wie das Zusammenspiel funktioniert.

Es handelt sich um ein Doppel, das aber auch einzeln funktioniert: Die Rede ist von der Produktion Drei Schwestern, die ab März als Oper und ab April als Schauspiel-Eigenproduktion am Theater Hagen aufgeführt wird. „Tri Sestry“, die Oper von Peter Eötvös, einem ungarischen Komponisten, beruht auf Anton Tschechows „Drei Schwestern“ und gilt – zumindest in Deutschland – als eine der meistgespielten zeitgenössischen Opern. Die Oper wurde bislang in 27 Städten, jedoch ausschließlich in Metropolen wie Wien und Hamburg, gezeigt.

Während das Schauspiel bereits 1901 uraufgeführt wurde, hob sich für die Oper erst beinahe 100 Jahre später (1998) in Lyon erstmals der Bühnenvorhang.

Die Oper „Tri Sestry“ ist am Samstag, 25. März, in Hagen zu sehen, das Schauspiel feiert am Samstag, 15. April, Premiere an der Volme.

Oper in drei Sequenzen

In der Oper wird die Handlung von Tschechows Schauspiel in drei Sequenzen (Einheiten) jedes Mal aus einer anderen Perspektive erzählt. Doch das eigentlich Besondere an der Oper ist, dass sie auf zwei eigenständigen Orchestern basiert. In Hagen sitzt im Orchestergraben ein Gastorchester – das Ensemble Musikfabrik Köln, das sich auf Neue Musik spezialisiert hat, und auf der Hauptbühne das Philharmonische Orchester Hagen.

Generalmusikdirektor (GMD) Joseph Trafton dirigiert das Ensemble Musikfabrik Köln. Besagtes Gastorchester besteht aus 18 Musikern, ist u.a. mit Schlagzeug und Klavier besetzt und hat auch Soloeinlagen, „aber die meiste Zeit spielen beide Orchester zusammen“, unterstreicht Joseph Trafton.

Das Philharmonische Orchester, das am Samstag und an Folgeterminen von Taepyeong Kwak dirigiert wird, besteht in der Oper aus 50 Musikern und präsentiert sich wie ein Garten mit Bäumen. „Die heimischen Musiker bilden auf der Bühne kleine Bauminseln“, schwärmt Joseph Trafton.

Beide Dirigenten arbeiten an Monitoren, „vieles ist digitalisiert, aber unser Blickkontakt ist immens wichtig“, unterstreicht der GMD.

Die Oper von Peter Eötvös wird in russischer Sprache mit deutschen Übertexten präsentiert. „Das Publikum hört Werke am liebsten in der Originalsprache“, ist sich Trafton sicher, wobei es sich in diesem Fall nicht um die Muttersprache des Komponisten Peter Eötvös, sondern um die Muttersprache des Dramatikers Anton Tschechow handele.

Das Spannende an „Tri Sestry“? Jeder Charakter hat sein eigenes Instrument. Während der Schwester Irina eine Oboe zugeordnet wird, ist es bei Olga die Flöte und bei Mascha die Klarinette, „das schafft keinen Chaos-Klang, sondern einen hohen Wiedererkennungseffekt“, unterstreicht der GMD.

Zum Inhalt nur so viel: Die Schwestern Olga, Irina und Mascha sowie ihr Bruder Andrej leben in einer kleinen Stadt in der russischen Provinz und träumen davon, nach Moskau, wo sie aufgewachsen sind, zurückzukehren. Sie wollen ihrem tristen Leben entfliehen. Träume, Romanzen, Enttäuschungen, Einsamkeit und ein Duell mit tödlichem Ausgang auf der Bühne bestimmen die Handlung. „Manche Themen sind eben zeitlos. Und die Oper ist sinnlich und äußerst kreativ umgesetzt“, freut sich Trafton auf die Premiere am Wochenende in Hagen.

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