Kultur

Hagener Fotokünstler stellt „Pakistan heute“ im Museum aus

Museumsleiter Tayfun Belgin vor der Wand in der Gemäldegalerie,  die 18 Frauen- und Männerporträts zieren. „Man sieht die Nähe, die Fotograf Manolo Ty zu den Menschen aufbaut“, lobt Belgin.

Museumsleiter Tayfun Belgin vor der Wand in der Gemäldegalerie, die 18 Frauen- und Männerporträts zieren. „Man sieht die Nähe, die Fotograf Manolo Ty zu den Menschen aufbaut“, lobt Belgin.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen-Mitte.  Er ist in Hagen geboren, war aber schon immer ein Weltenbummler: Der Fotograf Manolo Ty stellt ab dem 22. August im Osthaus-Museum aus.

„Wer an Pakistan denkt, denkt automatisch an Terrorismus und Militärregime“, sagt Tayfun Belgin. Um auch die andere Seite des Landes in Südasien zu zeigen, hat der Leiter des Osthaus-Museums den Fotografen Manolo Ty eingeladen. Der Künstler zeigt ab Donnerstag, 22. August, in Hagen seine Ausstellung „Pakistan heute“.

Geboren wurde Manolo Ty (der Künstler hat polnische Wurzeln) in Hagen. „Doch ich wollte raus aus dieser grauen Monotonie der Indus­triekultur“, schreibt der 34-Jährige in seiner Kurzbiografie. Heute lebt der Künstler, dessen frühe Leidenschaft schon das Reisen war, in Berlin. Im Osthaus-Museum präsentiert er 60 großformatige Fotografien – eine Auswahl jener Bilder, die auf seinen sechs Pakistan-Trips entstanden sind.

Essenz aus großem Bildband

Der Dumont Reiseverlag hat 200 seiner Fotografien (eine Auswahl aus insgesamt 13.000 Fotos) im vergangenen Jahr in dem großen Bildband „Pakistan Now“ veröffentlicht. „Wir zeigen daraus eine Essenz“, erläutert Tayfun Belgin. Der Künstler stellt übrigens nicht nur das erste Mal in seiner Heimatstadt Hagen aus, sondern überhaupt in einem deutschen Museum.

Manolo Ty ist ein echter Weltenbummler, hat 106 Länder bereist. „Er ist selten allein unterwegs, hat immer einen Begleiter aus dem entsprechenden Land an seiner Seite“, erläutert Tayfun Belgin, der Manolo Ty vor drei Jahren kennengelernt hat.

Auch in Pakistan hat sich der Fotograf mit Familien angefreundet und bei ihnen zu Hause geschlafen. „Man sieht die Nähe. Er ist kein Voyeur, sondern Manolo Ty darf die Menschen, was in einem Land wie Pakistan gänzlich unüblich ist, in ihrer Privatsphäre fotografieren“, stellt der Museumsleiter heraus.

Außerdem besonders: Der sensible Künstler bildet nicht nur die Schwere des Lebens, sondern auch die Schönheiten der Landschaft, die Lebensfreude der Menschen und ihre Gastfreundlichkeit mit der Kamera ab. Die Fotografien, die die Wände des Hagener Fensters und der Gemäldegalerie sowie die Rotunde im Altbau zieren, zeigen frenetisch tanzende Zuschauer bei einem Konzert eines berühmten Sufi-Sängers, Partygänger, Hochzeitsgäste und Basarbesucher.

Manolo Ty thematisiert das Leben auf dem Land, Moscheebesuche und Tempelkunst und zeigt graue Bauruinen direkt neben einem schillernden Pfau. „Manolo Ty hat einen unverwechselbaren Dokumentarstil“, resümiert Tayfun Belgin.

Die Frauen- und Männerporträts, die eine komplette Wand in der Gemäldegalerie abdecken, bestechen durch Intensität. Die Gesichter spiegeln Leben wider – das schwere, dennoch lebenswerte Leben in Pakistan.

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