Gotteshaus am Markt

Hagener Johanniskirche jetzt multifunktionale Event-Stätte

Vor allem die freigelegte Fensterrosette, der neue Boden und die neue Beleuchtung lassen die Kirche viel heller und einladender wirken.

Vor allem die freigelegte Fensterrosette, der neue Boden und die neue Beleuchtung lassen die Kirche viel heller und einladender wirken.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen-Mitte.   Der Endspurt ist eingeläutet und die Johanniskirche am Markt ist kaum wiederzuerkennen. 1,7 Millionen Euro sind in das Projekt geflossen.

Der Umbau der Johanniskirche am Markt zu einem multifunktionalen Konzert- und Veranstaltungshaus ist fast abgeschlossen. Heiligabend soll hier der erste Gottesdienst nach Fertigstellung stattfinden. Auch wenn das älteste Gotteshaus Hagens künftig modernste Event-Standards bietet, soll es bei aller Fortschrittlichkeit vor allem eines bleiben: eine Kirche.

1,7 Millionen Euro sind in die Modernisierung geflossen. Der Anbau an der Südseite der Kirche ist so gut wie fertig. Er bildet künftig auch den Haupteingang. Darin: Ein 100 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum mit Blick auf die Springe, Sanitäranlagen, eine Küche, eine neue Terrasse bietet Platz für Außengastronomie. In der Kirche schafft ein neuer Natursteinboden helle Optik.

Der Altar wird weiter Richtung Mitte des Kirchenschiffes verschoben. Gesessen wird künftig im Rahmen eines flexiblen Bestuhlungskonzeptes. Für den „normalen“ Kirchenbetrieb 200 Stühle, bei Konzerten 400. Mit Plätzen auf der Empore können bei größeren Veranstaltungen bald 600 Besucher in die Kirche. Die zur Frankfurter Straße deutende und wunderschöne Fensterrosette, die Jahre lang mit einer Wand verbaut war, wurde freigelegt.

Beleuchtungskonzept als i-Tüpfelchen

Die Kirche hat ein neues Elektronik- , aber vor allem auch Beleuchtungskonzept erhalten, mit dem unterschiedliche Atmosphären und Stimmungen erzeugt werden können. Architekt Lars Krug: „Die Beleuchtung ist das i-Tüpfelchen auf der gesamten Umbaumaßnahme.“ Zwei alte Kronleuchter mussten aus Gründen des Denkmalschutzes hängen bleiben. Genau wie auf den Außenseiten des Kirchenschiffes jeweils acht der alten Bänke wieder eingebaut werden müssen. Die Farbkomposition im Gebäude wurde nach den Originaltönen von 1950, der Wiederaufbau-Zeit der Kirche, hergestellt.

Gestern Morgen reiste die Orgelmanufaktur Peters aus Osnabrück wieder nach Hagen, um die 2500 Pfeifen der alten Ott-Orgel wieder einzusetzen, die die Mitarbeiter von Chef Stefan Peters Anfang des Jahres zur Reinigung entnommen hatten. In weiteren Schritten wird auch das Orgelgehäuse gereinigt. Zum Einbau und zum Stimmen der Orgel werden Peters und Team bis zu fünf Wochen benötigen. Peters: „Danach wird auch ein Laie hören können, dass die Orgel ganz anders klingt.“

Kein Baustopp durch Funde

Während der Bauarbeiten draußen vor der Kirche und auch im Inneren war es zu archäologischen Funden gekommen. Unter anderem mehrere Knochenreste, weil im Bereich der Johanniskirche vor der Eröffnung des Buschey-Friedhofes 1810 auch Menschen bestattet wurden. Keiner der Funde sorgte allerdings für einen Baustopp.

„Wir müssen etwas tun, um zeitgemäß zu bleiben“, hatten Pfarrerin Juliane im Schlaa und Martin Porck, Kirchmeister für Finanzen, unisono Mitte 2017 gesagt. Der Kirchen-Umbau trägt dieser Aussage Rechnung. 55 Prozent der Haushalte in der City sind Single-Haushalte. 40 Prozent der Innenstadtbewohner sind Christen, die zwischen 18 und 60 Jahre alt sind. In dieser Gemengelage will die Stadtkirche künftig moderner auftreten und mit unterschiedlichen Veranstaltungen und Konzerten locken.

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