Sommerkultur

Hagener Muschelsalat mit Folklore und Western-Parodie

Das Kölner Quartett „Longjohn“ bringt eine Western-Parodie mit speziellen Geräuschen auf die Open-Air-Bühne in Haspe.

Foto: Michael Kleinrensing

Das Kölner Quartett „Longjohn“ bringt eine Western-Parodie mit speziellen Geräuschen auf die Open-Air-Bühne in Haspe. Foto: Michael Kleinrensing

Haspe.   Der Muschelsalat 2018 ist angerichtet: Im Ennepepark in Haspe gab’s erst osteuropäische Folklore, dann eine Western-Parodie.

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Ein blau-roséfarbener Himmel über Haspe und Hunderte von Besuchern, die zum Muschelsalat gekommen waren – der Auftakt der Umsonst-und-draußen-Sommerkulturreihe war gelungen.

Schon vor Beginn der zweigeteilten Veranstaltung waren die 400 im Ennepepark aufgestellten Stühle besetzt, später versammelten sich noch zahlreiche stehende Zuschauer auf dem Rasen.

Jahrmarkt im 19. Jahrhundert

Astrid Jakobs, Leiterin des Kulturbüros, hatte die Gäste aus dem französischen Lyon, die als Quartett „Bankal Balkan“ auftraten, bereits am Mittwoch in Haspe in Em­pfang genommen.

Die Straßentheatertruppe entführte die Zuschauer mit folkloristischer Musik aus Osteuropa auf einen Jahrmarkt im 19. Jahrhundert.

Die Power-Frontfrau und ihre drei männlichen Mitstreiter jonglierten, nahmen sich gegenseitig auf die Schippe und spielten alte osteuropäische Musikinstrumente.

Bei den meisten Zuschauern konnte das Quartett punkten, einigen war der 50-minütige Auftritt jedoch zu lang und eintönig. Ein Gast formulierte denn auch spitz: „Eine halbe Stunde Auftritt hätte es auch getan.“

Gin-Tonic mit Eversbusch

In der Pause zogen die Muschelsalatretter, die mit einem Stand vertreten waren, Zwischenbilanz: „Gin-Tonic mit Eversbusch läuft super – allerdings nur hier in Haspe“, so Birgit Buchholz von den Muschelsalatrettern gut gelaunt.

Den zweiten Teil des Abends bestritt das Quartett „Longjohn“ aus Köln. Die Gruppe kaprizierte sich schwerpunktmäßig auf Geräusche.

Ihre Western-Parodie lebte durch Einspieler wie Pistolenschüsse, Saloontüren-Knarzen und Mundharmoniker-Klänge.

Die Akteure gingen der Frage „Wann ist ein Mann ein Mann“ nach. Ein spießbürgerlich wirkender Ehemann ließ bei der Hausarbeit seinen Gedanken freien Lauf – und mutierte zum Cowboy. Er tauschte den Staubsauger gegen einen Revolvergürtel, lernte reiten und neue Cowboy-Freunde kennen. Das Publikum reagierte teils irritiert, teils amüsiert.

BV Haspe spendiert 3000 Euro

Die Bezirksvertretung Haspe hatte das Event mit 3000 Euro unterstützt: „Es ist schön, dass der Muschelsalat auch hier im Stadtteil an einem Abend gastiert“, so Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser erfreut.

>>>WELTMUSIK

  • Am kommenden Mittwoch, 18. Juli, startet die dreiteilige Konzertreihe „Odyssee: Musik der Metropolen“. Zum Auftakt gastiert Adé Bantu, einst Pionier der deutschen Hip-Hop-Szene und mittlerweile Ikone der westafrikanischen Musikszene, mit seiner 13-köpfigen Band Bantu im Volkspark. Das Weltmusik-Konzert startet um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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