Wohnungsmarkt

Hagener Paar sucht mit ungewöhnlicher Aktion nach Eigenheim

Alexander Wrobel und Sabine Rossi suchen mit einer ungewöhnlichen Flyer-Aktion ein Eigenheim in Hagen.

Alexander Wrobel und Sabine Rossi suchen mit einer ungewöhnlichen Flyer-Aktion ein Eigenheim in Hagen.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Die Suche auf dem Wohnungsmarkt in Hagen gestaltet sich schwierig: ein junges Paar greift deswegen zu ungewöhnlichen Mitteln.

Hagen. „Sie können uns helfen - wir freuen uns! Wir sind auf der Suche nach einem Eigenheim in Hagen. Dabei bevorzugen wir ein freistehendes Einfamilienhaus oder ein Reihenhaus, fühlen uns natürlich auch in einer Eigentumswohnung mit Garten wohl. Als Hagener möchten wir weiterhin in unserer Heimat bleiben.“

Dass ein junges Paar nach einem Eigenheim in Hagen sucht, ist sicherlich keine Besonderheit. Aber die Methode ist in diesem Fall durchaus ungewöhnlich. Alexander Wrobel und Sabine Rossi sind schon länger auf der Suche nach der richtigen Immobilie – und die gestaltet sich in Hagen durchaus schwierig. „Wir haben festgestellt, dass viel privat an Bekannte oder Freunde vergeben wird, bevor die Immobilien überhaupt auf dem Markt sind“, sagt Alexander Wrobel. Zumal das Angebot an schönen Eigentumswohnungen oder Einfamilienhäusern in guter Lage begrenzt und heiß umkämpft ist.

„Wir wollten unsere Zukunft dann selbst in die Hand nehmen. Es ist toll, aktiv zu sein und auf die Menschen zuzugehen, statt einfach nur abzuwarten“, sagt Sabine Rossi. So entstand die Idee für eine ungewöhnliche Haustür-Flyer-Aktion. Gut einen Monat, nachdem das junge Paar die ersten Flyer in Hagen an die Türen gehängt hat, gibt es etliche positive Rückmeldungen – und immerhin gab es auch zwei konkrete Angebote. „Aber nichts, was spruchreif ist“, sag Alexander Wrobel.

Große Verbundenheit zu Hagen

Sabine Rossi und Alexander Wrobel lernten sich vor gut zweieinhalb Jahren beim Kölner Karneval kennen. Dass das Paar in Hagen bleiben möchte, stand eigentlich schnell fest. „Hagen hat so viele Vorzüge“, betont Sabine Rossi, die derzeit in Dortmund arbeitet. „Man lebt nah am Wald, Hagen ist sehr grün. Gerade in der Coronazeit hat man das noch einmal mehr zu schätzen gelernt“, erinnert sich die 38-Jährige an die Anfänge der Krise zurück.

Der Hengsteysee nur wenige Autominuten entfernt, der Fleyer-Wald direkt um die Ecke, zahlreiche Spaziermöglichkeiten - „für uns ist das Naherholung pur“, sind beide sich einig. Zumal Alexander Wrobel in Hagen arbeitet. „Man hat natürlich einen Bezug zu den Menschen in der Stadt. Die Menschen hier sind sehr bodenständig, herzlich und aufgeschlossen. Das gefällt uns einfach.“

Ganz zu Beginn ihrer Haussuche in der Volmestadt schaute sich das Paar noch auf Spaziergängen um, suchte im Internet über Anzeigen nach der richtigen Immobilie. „Für uns war die Flyer-Aktion dann aber die bessere Möglichkeit, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Wir fanden das persönlicher, als eine Anfrage per Mail zu senden.“

Aktion schlägt Wellen bis Frankfurt

500 Flyer druckte das Paar zunächst. Rund 200 haben Sabine Rossi und Alexander Wrobel mittlerweile im Stadtgebiet verteilt. Und die Aktion schlägt bereits Wellen bis nach Frankfurt. „Ein Export-Schlager könnte man sagen“, sagt Alexander Wrobel und lacht. „Mein Cousin aus Gießen fand die Idee so klasse, dass er sich nun selbst Flyer gedruckt hat. Sein Cousin wiederum versucht es nun auf diesem Weg in Frankfurt.“

Dass aber auch eine Portion Glück dazu gehört, ist beiden bewusst. „Manchmal passt der Zeitpunkt nicht, zehn Wochen später an der gleichen Klinke dann aber schon.“ Jetzt bleibt dem jungen Paar nichts anderes übrig, als weiter abzuwarten. In der Hoffnung, dass der Flyer irgendwann doch zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Klinke hängt.

>>>> INFO: Hohe Nachfrage in Hagen

Der Gutachterausschuss der Stadt Hagen hat für den Grundstücksmarktbericht 1.454 Kaufverträge aus 2019 ausgewertet. Die Anzahl der Kaufverträge und der Umsatz sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen: Während 2018 noch 1361 Verträge abgeschlossen wurden (Umsatz: 315 Millionen Euro) waren es vergangenes Jahr 1454 (389 Millionen Euro). Beobachtet wurden steigende Baulandpreise und eine starke Nachfrage, heißt es im Grundstücksmarktbericht.

Kaum Bauplätze

Letzte Grundstücke in den Neubaugebieten wurden 2019 überwiegend verkauft. Bereits Anfang 2020 standen laut Gutachterausschuss keine zehn Bauplätze in Neubaugebieten mehr zur Verfügung. Weitere Neubaugebiete in Hagen sind unter anderem auf Haßley oder Emst geplant.

Bei bereits bebauten Grundstücken (Ein- und Zweifamilienwohnhäuser) seien laut Gutachterausschuss steigende Preise bei einem geringen Angebot in Hagen zu verzeichnen. Die Preise für Doppelhaushälften liegen im Schnitt etwa zwischen 212.000 bis 314.000 Euro, für freistehende Einfamilienhäuser zwischen 210.000 und 380.000 Euro.

Alexander Wrobel und Sabine Rossi freuen sich über Hinweise unter sabine.rossi@gmx.de oder an alexander.wrobel@gmx.de

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