Schulpolitik

Hagener Rat stimmt für dritte Eingangsklasse am AD-Gymnasium

Trotz des Votums des Rates zugunsten einer dritten Eingangsklasse am Albrecht-Dürer-Gymnasium bleibt weiterhin unklar, ob die Bezirksregierung in Arnsberg diese Entscheidung mitträgt. Die Hängepartie geht also weiter.

Trotz des Votums des Rates zugunsten einer dritten Eingangsklasse am Albrecht-Dürer-Gymnasium bleibt weiterhin unklar, ob die Bezirksregierung in Arnsberg diese Entscheidung mitträgt. Die Hängepartie geht also weiter.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Der Hagener Rat stimmt für eine dritte Eingangsklasse im nächsten Schuljahr am AD-Gymnasium. Damit ist aber nicht das letzte Wort gesprochen.

Nach einer leidenschaftlichen Debatte hat sich der Hagener Rat vorzugsweise gegen die Stimmen von SPD, Grünen und einigen Hagen-Aktiv-Vertretern dafür ausgesprochen, zum Schuljahr 2019/20 am Albrecht-Dürer-Gymnasium (AD) einmalig eine dritte Eingangsklasse zu bilden.

FDP-Fraktionschef Claus Thielmann hatte diesen Vorstoß der Liberalen damit begründet, dass diese Reaktion auf ein mit 110 Interessenten ungewöhnliches Anmeldungsergebnis keineswegs schädlich für die Zügigkeit der anderen Gymnasien sei. „Eine Ablehnung von 50 Kindern ist nicht zumutbar“, unterstützte CDU-Sprecher Thomas Walter diese Haltung.

Verlierer und Enttäuschte

Grünen-Fraktionssprecherin Nicole Pfefferer warnte dagegen davor, dass dieses Votum am Ende viele Verlierer und Enttäuschte produziere: „Durch die Sonderrolle einer Schule gerät der Konsens unter den Gymnasien in höchste Gefahr.“

SPD-Ratsherr Friedrich-Wilhelm Geiersbach sah zudem erhebliche Raumprobleme auf das AD zukommen, zumal parallel zum G9-Abschluss zurückgekehrt werde. „Da es in Hagen sogar ausreichend Platz für 140 weitere Gymnasiasten gibt, sehe ich überhaupt keine Notwendigkeit, die Zügigkeit aufzugeben.“

Verwaltung setzt auf Stabilität

Schuldezernentin Margarita Kaufmann machte unmissverständlich deutlich, dass die Bezirksregierung in Arnsberg diesen Weg nicht mitgehen werde. „Unser Ziel bleibt es, den Schulfrieden zu erhalten und die Schullandschaft zu stabilisieren“, riet sie von einer Extra-Klasse am AD ab.

Oberbürgermeister Erik O. Schulz wies zudem Unterstellungen zurück, die Verwaltung habe die Bezirksregierung instrumentalisiert und den Elternwillen damit ideologisch motiviert hintertrieben: „Wir haben nach dem Votum des Schulausschusses, am AD eine zusätzliche Eingangsklasse bilden zu wollen, im Rahmen einer vertrauenvolle Zusammenarbeit lediglich die Bezirksregierung informiert.“ Arnsberg wird jetzt auf die gleichlautende Entscheidung des Rates reagieren.

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