Gericht

Kinderschänder aus Hagen muss zum dritten Mal ins Gefängnis

Das Landgericht Hagen verurteilt einen 36-jährigen Sexualstraftäter zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis. Es ist das dritte Urteil gegen den Mann.

Das Landgericht Hagen verurteilt einen 36-jährigen Sexualstraftäter zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis. Es ist das dritte Urteil gegen den Mann.

Foto: Archiv/Michael Kleinrensing

Hagen.   Wieder hat sich dieser Hagener (36) an Kindern vergangen. Richter schicken ihn wegen sexuellen Missbrauchs jetzt zum dritten Mal ins Gefängnis.

Tatort Facebook: Dort kamen die völlig arglosen Mütter in Kontakt zu einer „Kiefer-Orthopädin Julia Wohlmeier“. Die angebliche „Frau Doktor“ empfahl einen Fußmasseur. Das Verhängnis nahm seinen Lauf: Er war ein Kinderschänder.

Hinter „Julia Wohlmeier“ steckte ein Sexualstraftäter (36), der sich im Internet listig an sich selbst weiterempfahl und gestern vom Landgericht zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Ein Mann mit einschlägiger Vorgeschichte.

Erstes Urteil wegen Kindesmissbrauchs schon 2013

Das Amtsgericht Geldern verurteilte ihn 2013 wegen Kindesmissbrauchs zu einem Jahr Gefängnis. Zunächst noch auf Bewährung, die später widerrufen wurde. 2016 kamen wegen einschlägiger Delikte (13 Fälle) weitere zwei Jahre und drei Monate Gefängnis hinzu. Nach seiner Haftentlassung im Mai 2018 zog er nach Boelerheide.

Der Mann mit dem Teenagergesicht wurde unter gerichtliche Führungsaufsicht gestellt und erhielt strenge Weisungen: kein Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, keine Annäherung an Kindergärten, Spielplätze oder Schulen. Er hielt sich gerade mal zehn Tage lang daran. Schon folgte die dreiste Facebook-Aktion als falsche Ärztin und falscher Fußmasseur, mit der er Kontakte zu allein erziehenden Müttern mit kleinen Kindern knüpfte. „Eine manipulative, hochstaplerische Masche“, befand Richter Jörg Weber-Schmitz.

Längerer Körperkontakt in 21 Fällen

Zwischen Mai und Juli 2018 ist es „in 21 Fällen zu einem längeren, körperlich nahen Kontakt“ mit Mädchen und Jungen gekommen, deren alleinstehende Mütter der Angeklagte über das Internet kennengelernt hatte. Zwei Frauen ließen es sogar zu, dass sich der fremde Mann zu ihren Kindern ins Bett legte. Diese Mütter, so der Richter, hätten es dem Angeklagten „mit schon fassungsloser Sorglosigkeit“ einfach gemacht.

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