Politik

Hagener Schulpolitik: Zwei prägende Figuren treten ab

Friedrich-Wilhelm Geiersbach.

Friedrich-Wilhelm Geiersbach.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Jahrzehntelang haben Ellen Neuhaus (CDU) und Friedrich Wilhelm Geiersbach (SPD) die Schulpolitik in Hagen mitbestimmt. Jetzt treten sie ab.

Jahrzehntelang haben sie die Bildungs- und Schulpolitik in Hagen geprägt. Ihre Stimmen hatten Gewicht. Legendär die Sitzungen des Schulausschusses, in denen er, der Intellektuelle, mit ironisch gespitzter Rede die Fehlentwicklungen in der Schullandschaft kommentierte, und sie, die Zupackende, die sich in manchmal polterndem Ton über die Empfindlichkeiten der zaudernden Verwaltungsbeamten hinwegsetzte. Doch mit diesen Wortgefechten hat es nun ein Ende. Ellen Neuhaus (CDU), die langjährige Vorsitzende des Hagener Schulausschusses, und ihr Pendant und ständiger Widersacher aus der SPD, Friedrich-Wilhelm Geiersbach, haben sich aus der Politik zurückgezogen.

Zur Kommunalwahl vor einer Woche sind sie, die die 70 inzwischen überschritten haben, nicht wieder angetreten. Dass damit eine Lücke in der Schulpolitik aufgerissen ist, war sicherlich allen bewusst, die der letzten Sitzung des alten Schulausschusses im Rathaus beiwohnten. Und welche Anerkennung Neuhaus und Geiersbach über alle Parteigrenzen hinweg genossen, schilderten politische Wegbegleiter in durchaus bewegenden Worten.

Treffende Charakterbeschreibung

So erklärte Nicole Pfefferer (Grüne), mit Ellen Neuhaus verlasse eine der „großen Kümmerer-Persönlichkeiten“ die Hagener Politik: „Wenn es den Begriff Löwenmutter nicht schon geben würde, für Dich müsste man ihn erfinden.“ Und an Geiersbach gerichtet, hob Pfefferer dessen Fachkompetenz hervor, und dass er bei aller Rhetorik nie persönlich geworden sei: „Bei uns wartet immer eine Tasse Kaffee auf Sie. Wir werden Sie vermissen.“

Auch Thomas Walter (CDU) verstand es, den Charakter der beiden scheidenden „Granden“ in seiner Würdigung treffend zu beschreiben: „Wer Dich zum Gegner hatte, hatte es nicht leicht“, sagte er an Ellen Neuhaus gewandt, um anschließend Friedrich-Wilhelm Geiersbach einen guten Tropfen Wein („feinherb, so wie Sie“) mit auf den Weg zu geben: „Ich habe es bedauert, dass Sie nicht wieder kandidieren.“

„Herzensangelegenheit“

In dem sonst ausgesprochen nüchternen Ambiente des Schulausschusses war die Stimmung auf einmal emotionell-sentimental. Tränchen flossen. Die beiden Hauptakteure verzichteten auf längere Abschiedsworte. „Die Kinder waren mir immer eine Herzensangelegenheit“, sagte die Löwenmutter nur.

Um dann eilig zur Tagesordnung überzugehen: Schriftliche Anfragen gemäß Paragraf 5 Absatz 1 der Geschäftsordnung des Rates.

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