Sinfoniekonzert

Hagener Sinfoniekonzerte starten ab September um 19.30 Uhr

Das Philharmonische Orchester Hagen

Das Philharmonische Orchester Hagen

Foto: Isabelle Hannemann

Hagen.   Philharmonisches Orchester Hagen verlegt Anfangszeit vor. Bisher erklingt der erste Ton um 20 Uhr. Orchesterdirektorin Antje Haury verrät Gründe

Die Hagener Sinfoniekonzerte beginnen künftig bereits um 19.30 Uhr statt wie bisher um 20 Uhr. „Wir haben lange nachgedacht, ob 19.30 Uhr besser ist als die eingeführte Anfangszeit mit 20 Uhr“, so Orchesterdirektorin Antje Haury. Die Rückmeldungen der Abonnenten habe eine deutliche Präferenz für den früheren Zeitpunkt ergeben. Die neue Anfangszeit startet mit dem ersten Sinfoniekonzert der neuen Spielzeit im September.

Um 22 Uhr ist Schluss

Wenn die Sinfoniekonzerte um 19.30 Uhr beginnen, sind sie um 22 Uhr zu Ende. Damit kann der Stadtbus erreicht werden, der um 22.21 Uhr an der Hagener Stadthalle hält. Der nächste Bus fährt erst eine Stunde später. Dazwischen gibt es mit öffentlichen Verkehrsmitteln keine weitere Fahrtmöglichkeit zum Bahnhof.

Die von Sponsoren ermöglichten Konzertbusse, die aus Ennepetal, Breckerfeld, Wetter, Herdecke und den Hagener Stadtteilen die Sinfoniekonzerte anfahren, wären bei der neuen Anfangszeit bereits gegen 23 Uhr an den Endstationen. Ob es für berufstätige Musikfreunde Probleme gibt, um 19.30 Uhr im Konzertsaal zu sitzen, muss sich zeigen. „Unser Ziel ist es, dass die Konzerte um 22 Uhr zu Ende sind, inklusive der Zugaben des Solisten und der Pause“, so Antje Haury.

Publikumsstruktur

Spenden von Theaterfreunden ermöglichen es den Hagener Philharmonikern, die renommierte finnische Firma StillArt mit einer Analyse der Konzertsituation zu beauftragen. „Die sind spezialisiert auf Orchester. Düsseldorf hat dank deren Beratung alle seine Aboreihen ausverkauft“, so Antje Haury. Die Beratung ergibt wichtige Erkenntnisse über die Publikumsstruktur. Die soziale Zusammensetzung ist in Hagen ungewöhnlich. Landläufig gibt es ja die Meinung, im Sinfoniekonzert würde sich die Champagner-Fraktion delektieren. Weit gefehlt: Der Hagener Sinfoniekonzert-Besucher ist Handwerker, Facharbeiter, Fachhochschulabsolvent, Akademiker oder Beamter. „Die Besucherstruktur spiegelt die Stadtgesellschaft“, zieht Antje Haury ein erstes positives Fazit.

Kundenfreundlicher werden

Die meisten Musikfreunde fahren 30 Minuten bis zum Konzert. „Wir müssen kundenfreundlicher werden, damit sich der Radius noch erweitert“, beschreibt Antje Haury die Ziele. Magnus Still nimmt den Philharmonikern auch die Angst vor der Altersstruktur der Gäste. „Das Konzertpublikum ist einfach älter, überall“, hat Antje Haury gelernt. „Wichtig ist es, die 50- und 60-Jährigen an die Sinfoniekonzerte zu binden. Wenn die Kinder groß oder aus dem Haus sind und die Eltern mehr Zeit haben, dann muss das Orchester präsent sein.“

Noch mehr Vermittlungsarbeit

Parallel dazu legt das Hagener Orchester traditionell viel Wert auf Vermittlungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Musiker gehen in die Schulklassen, laden zu Probenbesuchen ein, bieten Familienkonzerte an; vor den Sinfoniekonzerten wird es künftig ein neues Format für die 3. bis 6. Klasse geben, bei dem Monat für Monat ein anderes Instrument im Mittelpunkt steht. Start ist im September mit der Harfe.

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