Politik

Hagener SPD fusioniert die Ortsvereine Haspe-Nord und -Süd

Nach den atmosphärischen Störungen im Herbst wehen die Fahnen der Hasper SPD künftig wieder in eine Richtung. Foto/dpa:Michael Hanschke

Nach den atmosphärischen Störungen im Herbst wehen die Fahnen der Hasper SPD künftig wieder in eine Richtung. Foto/dpa:Michael Hanschke

Haspe.   Im Herbst haben sie noch gestritten, Ende Januar rücken sie zusammen: Die SPD-Ortsvereine Haspe-Nord und -Süd verständigen sich auf eine Fusion.

Die Neustrukturierung der Hasper SPD-Ortsvereine steht vor dem Abschluss. Am Dienstag, 29. Januar, werden die Mitglieder der einstigen SPD-Ortsvereine Haspe-Nord und Haspe-Süd abends im Markanaheim unter der Moderation von SPD-Ratsfraktionschef Claus Rudel den Vorstand des neuen, fusionierten SPD-Ortsvereins Haspe wählen. Die langfristig eingefädelte Verschmelzung der beiden Gliederungen hatte im Herbst vergangenen Jahres noch für erhebliche atmosphärische Störungen in den Reihen der Sozialdemokraten gesorgt.

Einvernehmliche Lösung

Vor allem die Hasper Nord-Genossen fühlten sich von den Parteifreunden von den gegenüberliegenden Höhen von den Fusionsabsichten überrumpelt. Austrittsszenarien wurden an die Wand gemalt, über wilde Machterhaltungsverschwörungen philosophiert und über einen Willkürakt des Parteichefs Timo Schisanowski gemutmaßt, der parallel den Haspe-Süd-Ortsverein führt. Letztlich trimmte der Unterbezirksvorstand alle drei Hasper Ortsvereine – also auch die Genossen aus Westerbauer – auf die Kompromisslinie, in gemeinsamen Gesprächen nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen.

Diese ist inzwischen gefunden, versichern Schisanowski und sein Haspe-Nord-Pendant Friedrich-Wilhelm Geiersbach unisono. „Die emotionalen Wogen haben sich geglättet und es gibt den festen Willen, zu gemeinsamer Arbeit zu kommen“, meint Schisanowski, während Geiersbach in der Rückschau bilanziert: „Parteien sind Organisationen, zu denen auch die Wahrnehmung von Niederlagen gehört.“ Gleichzeitig versichert der bald 70-Jährige, dass er sich künftig – wenn auch nicht in der ersten Reihe – weiterhin konstruktiv in die politische Arbeit einbringen werde.

190 Genossen unter einem Dach

Seit dem 1. Januar 2019 sind die beiden Ortsvereine offiziell aufgelöst, die Kassen geschlossen, und bis zur Neukonstitution des neuformierten Ortsvereins Haspe zum Monatsende ruhen faktisch die Geschäfte. Die neue Einheit wird über etwa 190 Mitglieder verfügen, während der Ortsverein Westerbauer aktuell 90 Mitglieder zählt.

Die zwischenzeitlich verfolgte Idee, den Spielbrink künftig ebenfalls Westerbauer zuzuordnen, wurde letztlich aufgrund inhaltlicher Irritationen zwischen Haspe-Nord und Westerbauer, aber auch mit Blick auf die historisch gewachsenen Strukturen nicht weiter verfolgt.

Drei Ratskandidaten aus neuem Ortsverein

Aufgrund der Größenverhältnisse der beiden in Haspe verbleibenden Ortsvereine ist davon auszugehen, dass für die künftig vier Ratsmandate aus Haspe absehbar drei SPD-Kandidaten aus dem fusionierten Ortsverein stammen, während ein Bewerber aus Westerbauer hinzustoßen dürfte.

Dabei, so versichert der designierte Ortsvereinschef Schisanowski, sei es das Ziel, selbstverständlich auch die Parteifreunde aus Haspe-Nord adäquat zum Zuge kommen zu lassen: „Wir wollen dem Norden nicht das Mandat klauen, sondern der neue Ortsverein tut gut daran, Vertreter beider Alt-Ortsvereine auf aussichtsreichen Listenplätzen zu platzieren.“

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben