HVG

Hagener Straßenbahn weist bestes Ergebnis seit 27 Jahren aus

Die Saunalandschaft im Westfalenbad wird ausgebaut.

Die Saunalandschaft im Westfalenbad wird ausgebaut.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Hagener Versorgungs- und Verkehrs-Gesellschaft ist mit der Jahresbilanz 2016 zufrieden.Vor allem die Straßenbahn macht positive Schlagzeilen.

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Die Hagener Versorgungs- und Verkehrs-Gesellschaft konnte ihr gutes Ergebnis gegenüber dem Vorjahr noch einmal verbessern. Das Unternehmen, zu dem unter anderem die Hagener Straßenbahn sowie Hagenbad gehören, weist für das Jahr 2016 ein Defizit von 14,6 Millionen Euro aus.

Zwar liegt der Fehlbetrag damit in den Büchern höher als 2015. Allerdings hat das mit der Auflösung stiller Reserven im Vorjahr zu tun. „Bei all dem ist zu berücksichtigen, dass auch 2016 keine Dividende des Energieversorgers Enervie geflossen ist“, so Geschäftsführer Christoph Köther. Damit fehlen der HVG 7,2 Millionen Euro. Das Minus falle um 4,5 Millionen Euro geringer aus als geplant.

Nicht zu Lasten der Belegschaft

„Für uns ist das wieder ein sehr, sehr gutes Gesamtergebnis“, hob Köther hervor. Eines, das vor allem die Summe vieler kleinerer Maßnahmen sei, die nicht zu Lasten der Belegschaft gegangen seien.

Insgesamt sieht Köther das Unternehmen weiter auf dem Weg zu „der“ städtischen Holdinggesellschaft. Unter anderem ist erstmals das Ergebnis des Hagener Entsorgungsbetriebs (HEB) vollständig eingeflossen.

Hagener Straßenbahn

Die Hagener Straßenbahn selbst weist das beste Ergebnis seit 27 Jahren aus. „Gerade in diesem Bereich ist es wichtig, dass wir wirtschaftlich gut aufgestellt sind“, sagt Christoph Köther mit Blick auf andere Verkehrsunternehmen, die um ihre Existenz bangen. Das liegt unter anderem daran, dass städtische Töchter nicht konkurrenzfähig sind und die Kommunen gezwungen sind, an private Verkehrsunternehmen Aufträge zu vergeben. „Gute Zahlen – das habe ich auch den Mitarbeitern signalisiert – sind kein Selbstzweck. Sie sichern die Zukunft der Hagener Straßenbahn.“

Die Hagener Straßenbahn war das erste Unternehmen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), das die Direktvergabe von der Kommune erhalten hat. Der Vertrag gilt bis ins Jahr 2022.

Junge Busflotte

So jung wie noch nie in der Firmenhistorie ist die Busflotte. Acht neue Gelenkbusse der Firma Solaris sind 2016 angeschafft worden, eine zweistellige Zahl kommt in diesem Jahr hinzu. Eine Schadstoff-Problematik gibt es bei den Euro-6-Fahrzeugen nicht: „Busse“, sagt Köther, „werden unter realen Bedingungen und nicht auf einem Prüfstand untersucht. Der Schadstoffausstoß ist geringer als bei einem Diesel-Pkw.“

Hagenbad

Neue Rekorde verzeichnet auch Hagenbad im Jahresrhythmus: Bei 4,3 Millionen Euro liegt das Defizit und ist damit so niedrig wie noch nie in der Unternehmensgeschichte. 675 000 Besucher sind 2016 in die Hagener Bäder gekommen, 556 000 davon in das Westfalenbad. Der Gesamtumsatz der Tochter liegt bei 4,6 Millionen Euro, 90 Prozent dieser Summe werden auf dem Ischeland generiert.

Insbesondere ein Bereich, der für sich genommen schwarze Zahlen schreibt, entwickelt sich immer mehr zu einem Besuchermagneten: 90 000 Saunagäste wurden im Westfalenbad gezählt. Mit 65 000 pro Jahr war die Anlage einst geplant worden. Folge: Hagenbad investiert in ein weiteres Solebecken. „Wir können allerdings nicht davon ausgehen, dass dieser Trend unendlich anhält“, so Köther. „Wir müssen froh sein, wenn es gelingt, das Niveau zu halten.“

Die Maßnahmen

Drei Maßnahmen stehen nach ­Köthers Sicht beispielhaft dafür, wie auch mit kleineren Maßnahmen effektiv gespart werden kann. So ist die Hagener Servicegesellschaft mit ihren 70 Mitarbeitern im HVG-Konzern aufgegangen. Das Unternehmen liefert Service-Leistungen für den gesamten HVG-Konzern. Einsparpotenzial: 150 000 Euro. Die Kundencenter der HVG und der Hagen-Agentur in der Innenstadt sind zusammengelegt worden. Einsparpotenzial: 30 000 Euro.

Schließlich ist der Betriebshof des Tochter-Busunternehmens Sander in der Geweke aufgelöst worden. Die Flotte ist auf die Straßenbahn übertragen worden. Ein Bus, der bislang als Reserve vorgehalten wird, ist künftig überflüssig. Das genaue Einsparpotenzial steht noch nicht fest. Allerdings kostet ein Bus allein in der Anschaffung 350 000 Euro.

>>Hintergrund: 1200 Mitarbeiter und 47 Azubis

  • Die Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft ist einer der größten Arbeitgeber in Hagen.
  • Fast 1200 Mitarbeiter und 47 Auszubildende arbeiten bei der Stadttochter.
  • Zum HVG-Konzern zählen neben Straßenbahn und Hagenbad der Betrieb für Sozialeinrichtungen, der Werkhof, der Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB), die Stadthalle GmbH sowie die Hagener Werk- und Dienstleistungs-GmbH (HaWeD).

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