Kultur

Hagenerin (27) veröffentlicht Debüt-Roman „Wir Verlorenen“

Die Hagenerin Jana Grüger veröffentlich ihren Debüt-Roman "Wir Verlorenen". Das Buch hat ganz ungeplant Parallelen zur Corona-Situation.

Die Hagenerin Jana Grüger veröffentlich ihren Debüt-Roman "Wir Verlorenen". Das Buch hat ganz ungeplant Parallelen zur Corona-Situation.

Foto: Jana Grüger

Dahl.  Der Roman von Jana Grüger aus Dahl hat ganz ungeplant Parallelen zur Corona-Situation. Eine Pandemie verändert das Leben der Charaktere.

Jana Grüger schreibt, seitdem sie denken kann. Die Ideen hat die gebürtige Hagenerin einfach so. An bestimmten Orten kommen ihr Szenen in den Kopf, die sie dann zu Papier bringt. In diesem Fall war es anders. Es war ein Traum, der die entscheidende Idee für ihren Debüt-Roman lieferte, der diese Woche erschienen ist. „Wir Verlorenen“.

Die ersten Zeilen schrieb sie bereits 2017 auf. Drei Jahre Arbeit stecken in dem Roman, der ganz ungeplant Parallelen zur Situation heute hat. „Die Welt, wie wir sie kannten, existiert seit einer verheerenden Pandemie nicht mehr. Die junge Smilla weiß, dass es keinen Platz für Liebe und Glück geben kann. Bis sie ihren einstigen Nachbarn Falk wieder trifft. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und Smilla befindet sich mitten in einer Spirale aus Verrat und Lügen. Sie weiß nicht mehr, wem sie noch trauen kann“, gibt Jana Grüger, die unter dem Pseudonym Jana Taysen schreibt, einen Einblick in die Handlung. Sie arbeitet bereits an einem zweiten Teil.

Bei Wettbewerben beworben

Jana Grüger ist in Dahl aufgewachsen. Mittlerweile lebt die 27-Jährige mit ihrem Lebensgefährten und ihrem Pudel „Ludwig“ in Köln, wo sie hauptberuflich in einem Marktforschungsinstitut als Junior-Projektleiterin arbeitet. Jede freie Minute verbringt sie damit, ihre Geschichten aufzuschreiben. „Das ist einfach meine Leidenschaft“, sagt die Hagenerin.

Sie hat schon mehrere tausende Seiten geschrieben, früher meist Fantasy-Geschichten. Bis zu ihrem Traum. Er dreht sich um sie und ihre jüngere Schwester. Ganz alleine in der Eifel. Mit die letzten noch lebenden Menschen. Sie trifft einen alten Studienkollegen.

Ein Traum bringt die Idee

„Im Traum drehte sich dann die Idee darum, ob wir ihm trauen können, oder er sich durch die neue Weltordnung verändert hat“, sagt Jana Grüger. Die Geschichte lässt sie nicht mehr los. Sie landet dann auf Papier. Ihr ist wichtig: „Die Ursprungsidee stammt zwar aus meinem Traum. Aber die Charaktere sind komplett fiktiv. Aber natürlich steckt immer irgendwie etwas von der eigenen Persönlichkeit im eigenen Buch.“

2019 bewarb sich die Hagenerin mit ihrem Roman dann bei einem Schreib-Wettbewerb vom Kirschbuch-Verlag. Sie gewann nicht, bekam aber Anregungen für Änderungen. „Ich habe dann an vielen Stellen noch etwas umgeschrieben und mich Anfang 2020 vor dem Shutdown damit beim Kirschbuch-Verlag beworben.“ Es klappte.

Jungen Autoren eine Chance bieten

Der Verlag, bei dem das Buch erscheint, arbeitet KI-gestützt (Künstliche Intelligenz) und macht sich zum Ziel, jeden Text – auch von unveröffentlichten, unbekannten Autoren – zumindest zu sichten, sagt die Hagenerin. „Das wird mithilfe einer Software möglich, die es ermöglicht, einen schnellen Überblick über den Text zu bekommen. In den großen Publikumsverlagen landen Manuskripte wie meines nämlich aus Zeitgründen oft ungelesen im (virtuellen) Papierkorb“, sagt Jana Grüger glücklich über den Verlauf.

Das wollen „qualifiction“ und der Kirschbuch-Verlag ändern. Von „Wir Verloren“ wurden zunächst 1000 Exemplare ihres Romans gedruckt. Aktuell findet eine Blog-Tour statt, weil die 27-Jährige mit kleineren Bloggern über die sozialen Medien zusammenarbeitet. „Sein eigenes Buch zum ersten Mal in einem Regal zu sehen, ist schon etwas ganz Besonderes“, sagt Jana Grüger, die auch etwas aufgeregt ist. „Man macht sich ja immer Sorgen, dass das, was man macht, nicht ankommt.“ Davon will sie sich aber nicht entmutigen lassen, ihrer Leidenschaft weiter nachzugehen. Sie schreibt bereits an der Fortsetzung. „Das Ende lässt viele Fragen offen.“

Oft zu Besuch in der Heimat

Jana Grüger ist noch häufig zu Besuch in ihrer Heimat. „Ich bin gerne bei meiner Familie in Dahl. Dort finde ich Ruhe und auch oft Inspirationen.“ Ihre Familie habe sie immer unterstützt. „Mein Vater hat mir früher immer selbst ausgedachte Geschichten erzählt, oder mir später Schreib-Wettbewerbe rausgesucht, bei denen ich mich bewerben kann. Oft sind gerade kreative Berufe ja etwas verrufen“, sagt die 27-Jährige.

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