Stadtentwicklung

Hagens Bürger können bei neuem Entwicklungskonzept mitreden

Die Bürger sollen ab kommendem Frühjahr beim neuen Integrierten Stadtentwicklungskonzept Hagen mitreden dürfen. Sarah Werlemann (Büro „plan-lokal"), Martin Bleja (Stadt Hagen), Barbara Hammerschmidt (Leiterin Fachbereich Stadtentwicklung, Planung und Bauordnung), Marianne Booke (Stadt Hagen, Projektmanagerin), Oberbürgermeister Erik O. Schulz, Thomas Scholle („plan lokal“) und Simon Willemsen („plan lokal“) (v.l.) stellen das Projekt vor.

Foto: Michael Koch

Die Bürger sollen ab kommendem Frühjahr beim neuen Integrierten Stadtentwicklungskonzept Hagen mitreden dürfen. Sarah Werlemann (Büro „plan-lokal"), Martin Bleja (Stadt Hagen), Barbara Hammerschmidt (Leiterin Fachbereich Stadtentwicklung, Planung und Bauordnung), Marianne Booke (Stadt Hagen, Projektmanagerin), Oberbürgermeister Erik O. Schulz, Thomas Scholle („plan lokal“) und Simon Willemsen („plan lokal“) (v.l.) stellen das Projekt vor. Foto: Michael Koch

Hagen.   Der Name ist sperrig, doch das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept Hagen“ soll die Stadt zukunftsfähig machen – unter Einbindung der Bürger.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Name ist sperrig, das ganze Verfahren komplex. Und doch ruhen ganz viele Hoffnungen auf dem „Integrierten Stadtentwicklungskonzept Hagen“, kurz: ISEK, für das am Donnerstag offiziell der Startschuss gegeben wurde. Nicht weniger als die strategischen Leitlinien und Ziele für die Stadt in den nächsten Jahrzehnten sollen in diesem bis Ende 2018 laufenden Verfahren formuliert werden.

Und zwar „nicht im stillen Kämmerlein, nicht allein durch Verwaltungsfachleute und Politiker“, wie Oberbürgermeister Erik O. Schulz betont, sondern ganz entscheidend auch durch die Bürger, Vereine, Verbände und Organisationen Hagens. Das große Ziel: Hagen soll sich neu aufstellen, definieren, wo die Stadt hin will.

Mehrstufiges Verfahren

Und es sollen mit dem ISEK die Türen geöffnet werden für Städtebau-Fördermittel, an die ohne eine Gesamtplanung heute kaum ranzukommen ist. Barbara Hammerschmidt, Fachbereichsleiterin für die Stadtentwicklung im Rathaus, sagt es so: „Bislang haben wir immer geschaut, wo es Fördertöpfe gibt und dann ein Konzept gebastelt. Jetzt erarbeiten wir ein Konzept, was Hagen will, und schauen dann, welche Fördertöpfe passen.“ Das sei ein viel effektiverer und erfolgversprechenderer Weg.

Geschehen soll die Erarbeitung in einem mehrstufigen Verfahren:

1. Ein „Hagen-Forum“ wird im kommenden Frühjahr die Auftaktveranstaltung sein. Bürger, Fachleute, Verwaltung und Politik sollen ins Gespräch kommen.

2. Für den Bürger noch interessanter werden sicherlich die fünf Stadtbezirkswerkstätten, die folgen werden. Ganz bezirksspezifische Belange sollen hier erörtert werden.

3. Einen speziellen Workshop wird es für Jugendliche geben. Die Zielgruppe ist besonders wichtig für die Zukunft der Stadt und soll so abgeholt werden.

4. Verbände, Vereinigungen, Vereine und Gesellschaften sollen in vier themenspezifischen Fachforen eingebunden werden.

5. Parallel zu all den Prozessen soll eine Beteiligung per Internet möglich sein. Auch vom heimischen Sofa aus sollen Bürger ab Februar unter der speziellen Seite www.plan-portal.de/hagen ihre Ideen einbringen können (bis dahin ist die Seite auch als Informationsbörse zu dem Prozess erreichbar).

6. Ebenfalls parallel wird ein politisches Begleitgremium aus Ratsvertretern gebildet, denn am Ende muss die Politik (ähnlich wie bei dem Beteiligungsprozess im Zuge der Sozialen Stadt Wehringhausen) über die Bürger-Ideen entscheiden.

7. Zum Abschluss des Planungsprozesses findet gegen Ende des Jahres 2018 die „Hagen-Konferenz“ statt. Hier sollen die Ergebnisse zusammengeführt werden. Und es ist der Übergang zu einem planungsrechtlich wichtigen Schritt: Der Erstellung eines neuen Flächennutzungsplans (FNP) für Hagen. Der aktuelle stammt aus dem Jahr 1984, schon seit 2004 gibt es den Auftrag des Stadtrats, einen neuen zu erstellen. Jetzt soll das, was unter anderem die Bürger im ISEK-Prozess erarbeiten, anschließend im FNP seinen planerischen Niederschlag finden: Wo wollen wir wohnen und arbeiten? Wo findet Freizeitgestaltung statt?

>>Hintergrund: Zukunftsschmieden

  • Die „Zukunftsschmieden“ sieht Oberbürgermeister Erik O. Schulz nicht als Konkurrenz zu dem ISEK-Prozess.
  • In den Zukunftsschmieden würden konkrete Projekte erarbeitet, um Hagens Stärken herauszuarbeiten (z.B. Weinfest an der Volme, Aktionstag am Hengsteysee), in dem ISEK-Prozess würden dagegen strategische Leitlinien entworfen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik