Trauer

Hagens früherer Oberbürgermeister Lothar Wrede gestorben

Lothar Wrede (l.) war parlamentarischer Staatssekretär  bei Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Lothar Wrede (l.) war parlamentarischer Staatssekretär bei Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Foto: Sammlung Wrede

Hagen.   Seine politische Karriere hat ihn bis ins die Regierung von Kanzler Helmut Schmidt gebracht: Hagens Ex-OB Lothar Wrede (SPD) ist gestorben.

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In Düsseldorf hat er als Abgeordneter im Landtag und in Bonn im Kabinett von Bundeskanzler Helmut Schmidt gesessen. Aber vor allem wird Lothar Wrede, der im November dieses Jahres seinen 89. Geburtstag gefeiert hätte, den älteren Hagenern als Oberbürgermeister (1964 bis 1971) in Erinnerung bleiben. „Die Politik ist mir stets spannende Herausforderung gewesen und nie zur Last geworden“, sagte der Sozialdemokrat, der auf unterschiedlichsten Ebenen die Politik zu seinem Hauptberuf machte, einmal über sich selbst. Am vergangenen Donnerstag ist der waschechte Hagener verstorben.

Hasper Hütte und SPD

Wrede ging in der Jugend den Weg seiner meisten Altersgenossen: Volksschule und anschließend Ausbildung zum Betriebselektriker. Nach dreijähriger Tätigkeit musste er aus gesundheitlichen Gründen umschulen und kam als Angestellter zur Hasper Hütte. Seit dem 1. Januar 1950 Mitglied der SPD, gelang ihm im Jahr 1960 dann der Sprung von der Hütte in das Amt des hauptamtlichen Geschäftsführers des SPD-Unterbezirks Hagen/Ennepe-Ruhr, das er bis 1965 innehatte.

Seine politische Karriere begann im Rat der Stadt, in den er 1956 einzog und dem er zwei Jahrzehnte bis zum Ausscheiden im Jahr 1976 angehörte. Am 9. Oktober 1964 wurde er gerade 34-jährig zum Nachfolger des damaligen Oberbürgermeisters Fritz Steinhoff. Ein Amt, das er bis zum 10. Februar 1971 ausübte. Parallel dazu war er von 1962 bis 1969 auch Mitglied des NRW-Landtags.

Staatssekretär bei Helmut Schmidt

1969 wurde Lothar Wrede zum ersten Mal in den Bundestag gewählt, sieben Jahre später berief ihn der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt zum Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und Post. In dieser Funktion machte sich Wrede für die Verwirklichung Hagener Anliegen stark: beispielsweise für die Verlegung der Hasper Talbahn oder für den Bau der S-Bahn zwischen Mönchengladbach und Hagen.

Bei der Bundestagswahl am 5. Oktober 1980 erreichte Wrede ein Rekordergebnis und holte in seinem Hagener Wahlkreis 55,2 Prozent der Stimmen. Zwei Tage später erklärte er Bundeskanzler Helmut Schmidt seinen Rücktritt als Staatssekretär, um sich voll seinen Aufgaben als Bundestagsabgeordneter widmen zu können. Im November 1980 wurde er dann zum Vorsitzenden des Postausschusses. Ende 1982 berief ihn Bundeskanzler Helmut Schmidt noch einmal für sechs Monate bis zum Ende der sozial-liberalen Koalition zum Parlamentarischen Staatssekretär im Ministerium für innerdeutsche Beziehungen.

Bei der Aufstellung des Hagener SPD-Bundestagskandidaten für die Wahl Anfang 1983 unterlag Wrede seinem Herausforderer Hans-Günther Toetemeyer mit einer Stimme.

Doch Wrede engagierte sich weiterhin auf lokaler Ebene. 1984 übernahm er den Vorsitz im Stadtsportbund, den er bis 1993 innehatte. Von 1988 bis 1997 war er zudem Vorsitzender der Veranstaltergemeinschaft bei Radio Hagen und brachte den Lokalsender auf Sendung.

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