Bürgerinformation

Hasper Krankenhaus schafft mehr Platz für Besucherparkplätze

Auf der Südseite der Wald, auf der Nordseite das Wohnquartier - für zusätzliche Parkplätze bleibt dem Evangelischen Krankenhaus Haspe nur die Idee, eine zweite Park-Palette zu errichten.

Foto: Hans Blossey

Auf der Südseite der Wald, auf der Nordseite das Wohnquartier - für zusätzliche Parkplätze bleibt dem Evangelischen Krankenhaus Haspe nur die Idee, eine zweite Park-Palette zu errichten. Foto: Hans Blossey

Haspe.   Mehr Parkraum für Besucher und Mitarbeiter will das Hasper Krankenhaus schaffen. Wie das konkret gehen kann, erfuhren jetzt die Nachbarn.

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Dass sich am Ende Krankenhausleitung, Planungsverwaltung und Anwohner in harmonischer Glückseligkeit in den Armen liegen würden, hatte ohnehin niemand erwartet. Dafür sind die Reibungspotenziale, die sich zwischen dem Evangelischen Krankenhaus Haspe und der umliegenden Nachbarschaft aufgestaut haben, einfach zu vielschichtig.

Doch den guten Willen der auf Wachstumskurs befindlichen Mops-Geschäftsführung, sich angesichts der zunehmenden Mitarbeiter-, Besucher- und Anlieferer-Verkehre seriös um eine verbesserte Zufahrts- und Parksituation zu bemühen, wollte dem Team auch niemand absprechen. Etwa 60 Anwohner – vorzugsweise aus der Brusebrink- und Insbrucker Straße sowie vom Lerchenfeld und der Büddinghardt – waren auf Einladung der Bezirksvertretung Haspe am Mittwochabend im Krankenhauskeller zusammengekommen, um gemeinsam nach einer vertretbaren Kompromisslösung zu suchen.

13 000 stationäre Patienten im Jahr 2017

„Ursprünglich war das Krankenhaus für 6500 stationäre Patienten pro Jahr konzipiert, in diesem Jahr werden wir die 13 000er-Marke überschreiten“, machte Markus Bachmann, Kaufmännischer Vorstand der Evangelischen Stiftung Volmarstein, einleitend den Handlungsdruck aus seiner Sicht deutlich, und vergaß auch nicht die zahlreichen ambulanten Besucher zu erwähnen.

„Wir sehen uns nicht am Ende des Wachstums“, begründete der Klinik-Manager die weiteren Ausbaupläne. „Entweder man entwickelt sich weiter, oder man wird vom Markt abgewickelt“, machte Bachmann deutlich, dass Profit-Denken in der Hospitalbranche längst eine Existenzfrage sei.

Investitionssumme: etwa drei Millionen Euro

Zwar sei man am Mops angesichts der bereits bestehenden Stellplatz-Kapazitäten formal betrachtet gar nicht verpflichtet, weiteren Parkraum zu schaffen. Allerdings sieht auch die Krankenhausführung den erheblichen Druck im Quartier und möchte daher etwa drei Millionen Euro in die Hand nehmen, um auf dem bestehenden Areal eine Park-Palette zu errichten. Dabei soll das Untergeschoss ins Erdreich abgesenkt werden, so dass die Konstruktion sich in die Hanglage einpasst. Damit ließen sich die bestehenden Kapazitäten um etwa 120 Stellplätze erweitern.

Ein Ansatz, den Barbara Klinkert, direkte Anwohnerin aus der Brusebrinkstraße, komplett ablehnte: „Sie entwickeln sich immer nur in Richtung Wohnbebauung“, kritisierte die engagierte Hasperin. „Hier wird der Schutz der Bäume über den der Menschen gestellt“, plädierte sie für weitere Parkplatz-Kapazitäten entlang des Steilhangs an der Kastanienallee sowie am Kriegerdenkmal an der Hardt. Ein Vorstoß, der rein planungsrechtlich eine Illusion bleiben muss, wie Fachbereichsleiterin Barbara Hammerschmidt unmissverständlich verdeutlichte.

Büddinghardt als Besucheranfahrt

Parallel dazu pulverisierte der städtische Verkehrsexperte Jörg Winkler die Hoffnungen von Anwohner Sascha Peters, die Zufahrt zum Krankenhaus künftig von der Grundschötteler Straße aus an der Harkort’schen Fabrik vorbei den Berg hinauf regeln zu können: „Das scheidet als Erschließungsmöglichkeit aus, weil es dort – mal abgesehen von erheblichen Holzfällerarbeiten – viel zu steil für Rettungsfahrzeuge und Lieferverkehre ist.“

Die Krankenhaus-Geschäftsführung favorisiert hingegen die Haupterschließung des Geländes für Besucher und Patienten künftig über die Büddinghardt zu regeln. Dazu sollen die Zu- und Abfahrt über die Kastanienallee sowie die Fahrstraße der gegenüberliegenden Häuserzeile fließen. Ein Vorstoß, der an dem Abend auf wenig Widerspruch stieß.

Allerdings wurde prompt der Wunsch formuliert, über diesen Weg auch Mitarbeiter-Verkehre und Anlieferung zu regeln. Doch hierfür ist weiterhin die Einfahrt an der Brusebrinkstraße vorgesehen. „Andernfalls müssten wir für die Lkw den Baumbestand fällen“, warnte die vom Krankenhaus beauftragte Landschaftsarchitektin Ina Bimberg und sicherte der Nachbarschaft ausdrücklich zu, dass durch das neue Parkkonzept die Suchverkehre im Quartier erheblich reduziert würden.

Stolz auf das eigene Krankenhaus

„Eine für alle zufriedenstellende Lösung werden wir wohl kaum finden“, fasste Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser die Bürgerinformationsveranstaltung zusammen und traf mit seiner abschließenden Einschätzung den Nerv der meisten Bürger: „Wir sind dennoch stolz, dieses Krankenhaus in Haspe zu haben.“

>>HINTERGRUND: KRITIK AN ANLIEFERUNG

  • Anwohner Ralf Hengstenberg kritisierte bei dem Bürgerinformationsabend, dass das Mops dringend seine Anlieferungszeiten optimieren müssen: „Wenn am Sonntagmorgen um 4.15 Uhr der Lkw mit laufendem Motor vor der Schranke steht und anschließend Gitterboxen über Rampen schiebt, ist das kaum zu ertragen.“
  • Ein Hinweis, den Geschäftsführer Olaf Heinrich gerne aufnahm: „Wir werden nie ein stilles Akutkrankenhaus sein, aber diesen Punkt werden wir natürlich überprüfen“, versprach er, dass im Rahmen der Neuorganisationen auch einige Funktionsbereiche von der Wohnbebauung weggerückt würde.
  • Gleichzeitig sagte Fachbereichsleiterin Barbara Hammerschmidt zu, dass im Rahmen des Genehmigungsverfahrens auch sämtliche Schallschutz-Vorschriften rund um die neue Parkpalette detailliert überprüft würden. Eine „Rappelkiste wie in Volmarstein“, wie einige Nachbarn befürchteten, werde es in Haspe nicht geben.

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