Ermittlungen

Hausdurchsuchung – Hildegardis-Schulleiter suspendiert

Das Erzbistum Paderborn hat den Leiter des Hildegardis-Gymnasiums freigestellt.

Das Erzbistum Paderborn hat den Leiter des Hildegardis-Gymnasiums freigestellt.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Gegen den Leiter der Hildegardis-Schule ermittelt die Staatsanwaltschaft Arnsberg. Bei einer Hausdurchsuchung wurden Datenträger sichergestellt.

Das Erzbistum Paderborn hat den Leiter des Hildegardis-Gymnasiums freigestellt. Dies geht aus einem Brief hervor, den der stellvertretende Schulleiter an die Eltern und Schüler des katholischen Gymnasiums gesendet hat. Darin informiert der Stellvertreter darüber, dass die Schulabteilung des Erzbistums von der Staatsanwaltschaft Arnsberg darüber informiert worden sei, dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Schulleiter aufgenommen habe. Bis zur Klärung des Sachverhaltes sei der Schulleiter von seinem Amt freigestellt. Um was für eine mögliche Straftat es geht, lässt der Brief offen.

Dechant nicht informiert

Aus Rücksicht auf das Verfahren möchte das Erzbistum Paderborn sich aktuell nicht äußern. Weder der Leiter der Schulabteilung in Paderborn noch der Erzbischof Hans-Josef Becker nehmen Stellung.

Der Chef des Dekanates Hagen-Witten, Dechant Norbert Bathen, ist auf WP-Anfrage höchst verwundert: „Ich weiß darüber gar nichts und empfinde es schon als merkwürdig, dass dort ein Elternbrief im Umlauf ist und der Dechant über diese Vorgänge nicht informiert wird.“

Die Staatsanwaltschaft Arnsberg ermittelt, weil der Hildegardis-Schulleiter in ihrem Zuständigkeitsbereich lebt. Laut Pressestelle des Erzbistums handelt es sich um ein Verfahren, das den privaten und nicht den schuldienstlichen Bereich des Schulleiters betrifft. Andernfalls wäre nämlich die Staatsanwaltschaft Hagen verantwortlich.

Auswertung kann länger dauern

Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass im Dezember eine Hausdurchsuchung stattfand. „Zum Tatvorwurf wollen wir uns mit Blick auf die Persönlichkeitsrechte nicht äußern, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Poggel. Er bestätigt, dass ein Datenträger sichergestellt wurde. Dieser Datenträger werde nun aufwändig ausgewertet. Die Auswertung könne unter Umständen mehrere Monate Zeit in Anspruch nehmen.

Anfangsverdacht einer Straftat

Die Hausdurchsuchung sei nach einem richterlichen Beschluss durchgeführt worden: „Wir haben den Anfangsverdacht einer Straftat bejaht“, sagt Poggel. Ob sich dieser Verdacht bestätige, lasse sich aktuell noch nicht sagen. Die Staatsanwaltschaft Arnsberg ermittelt in Zusammenarbeit mit der Polizei im Märkischen Kreis in dem Fall.

Auf Anfrage der WESTFALENPOST bestätigt die Staatsanwaltschaft Arnsberg, dass es ein Ermittlungsverfahren gibt, das bereits im Dezember eingeleitet worden sei. Der Schulleiter sitze nicht in Untersuchungshaft. Weitere Angaben macht die Staatsanwaltschaft nicht.

Anwalt gibt aktuell keine Stellungnahme ab

Die Stadtredaktion hat den freigestellten Schulleiter des Hildegardis-Gymnasiums bereits am Mittwoch um eine Stellungnahme gebeten. Sein Anwalt reagierte gestern Abend und teilte dabei mit, sich aktuell nicht äußern zu wollen.

Ein konkreter Fragenkatalog der WP werde zu gegebener Zeit beantwortet.