Musik

Heimspiel in Hagen: Extrabreit-Schlagzeuger hört Kassette

Freut sich auf das Heimspiel in Hagen: Rolf Möller, Schlagzeuger der Punkrock-Band Extrabreit.

Freut sich auf das Heimspiel in Hagen: Rolf Möller, Schlagzeuger der Punkrock-Band Extrabreit.

Foto: Archiv/Michael Kleinrensing

Hagen.  Hometown Hagen: Extrabreit spielt am 7. Dezember in der Stadthalle. Über die Tour, das Altern und die Band spricht Schlagzeuger Rolf Möller.

Heimspiel. Schon wieder. Noch einmal, im 41. Jahr. Extrabreit treten am Samstag, 7. Dezember, um 20.30 Uhr in der Stadthalle auf. Vor dem Konzert sprach unsere Zeitung mit Schlagzeuger Rolf Möller.

Jetzt mal ehrlich – kannst selbst du eure eigene Musik noch hören?

Rolf Möller Na selbstverständlich.

Wann hast du dir zuletzt einen Extrabreit-Titel bewusst angehört?

Neulich im Auto. Da habe ich noch einen CD- und Kassettenspieler. Vor jedem Konzert höre ich mir unsere Titel an, um mich vorzubereiten. Die Klassiker kann man ja. Aber es gibt doch immer wieder Songs, die wir im Wechsel ins Programm mit reinnehmen. Und da ist es gut, vor der Probe auf die Details im Arrangement zu achten. Das ist wie eine Art Hausaufgabe.

Probt ihr denn nach 41 Jahren noch?

Auf jeden Fall. Vor jedem Konzert machen wir eine Bandprobe, spielen das komplette Programm einmal durch. Bis auf die Gassenhauer – die spielen wir nur an. „Flieger“ kann jeder von uns rückwärts. Aber es gibt Übergänge im Programm wo z.B eine Ansage von Kai kommt oder nachgestimmt werden muss. Da geht es darum, wer wann anzählt, den Takt vorgibt. Das muss alles ineinander gehen.

Sechs Konzerte sind auf der Weihnachtstournee gespielt – Bilanz?

Sehr gut. Sieben Konzerte sind bzw. waren ausverkauft. Da kommen jedesmal so rund 600 bis 800 Menschen zusammen. Für Bochum Zeche zum Beispiel gibt’s keine Karten mehr. Selbst die Markthalle Hamburg ist mit über 1200 Plätzen voll. Die Spiellaune ist bestens.

Also funktioniert „Extrabreit“ auch nach 40 Jahren noch...

Wenn nicht jetzt: Wann dann? Das Jahr 2019 ist schon toll. Wir waren wieder in Wacken und dem großen „Werner – das Rennen“-Festival. Das sind natürlich Burner. Da stehen mehr als 15.000 Menschen vor der Bühne und singen Wort für Wort unsere Gassenhauer mit. Das ist emotional großes Kino. Das hat schon Kult-Charakter. Im Oktober waren wir auf Mallorca beim „Metal Hotel Cruise“. 1700 Metalfans in einer Hotelanlage am Meer mit großer Open Air Bühne. Da wurde mit 22 Bands eine Woche gefeiert. Und die Breiten durften auch aufspielen, verrückte Nummer.

Und das passend zur Rente...

Ja, vier Bandmitglieder sind ja über 60. Und dabei spielen wir im Programm Titel, die geschrieben und komponiert wurden, da waren wir 25 Jahre alt. Die Leute erwarten, dass du auch mit 64 Jahren auf der Bühne abgehst wie eine Rakete. Der Vorteil dieser Band ist, dass sie beim Konzert auf der Bühne in der Lage ist, jede Menge Energie freizusetzen und dann sind fast alle wieder 25.

Aber ihr seid keine 25 mehr...

Die Tournee kostet schon etwas Energie allein durch die langen Strecken im Auto. Was daran liegt, dass wir manchmal drei Konzerte in Serie hintereinander spielen. Mal eben für ein Konzert nach Memmingen im Allgäu fahren, heißt mehr als 600 Kilometer für eine Strecke. Dann ankommt der Soundcheck und dann das Konzert. Und den anderen Tag geht es dann wieder in den Norden.

Und dann noch das Fahr-Bier...

Nein. Die Zeiten sind endgültig vorbei. Unterwegs beim Fahren gibt’s nur Wasser. Nach der Show trinken wir mal ein Bier oder einen Wodka Sauerkirsch auf Eis. Das gehört zum Ritual der Breiten. Aber die Bierkiste bleibt heute nach einem Abend halbvoll stehen oder geht mit ins Hotel. Wir wollen gute Konzerte abliefern da müssen wir biologisch fit bleiben.

Wie geht es dir denn nach einem Auftritt?

Adrenalin pur, wenn man so richtig ausgepowert ist. Wir spielen ja jede Menge schnelle Nummern in einem Zwei-Stunden-Konzert. Da weiß ich schon manchmal, was ich gemacht habe – spätesten am anderen Morgen, wenn die Knochen wieder gerade gerückt werden.

Heimspiel Hagen – ist das noch etwas Besonderes?

Hometown – na klar. Wo alles begonnen hat. Es kommen viele aus der Familie, viele Freunde. Es kommen genau die Fans und Konzertbesucher, die ihre Zeit noch mal aufleben lassen und mit uns abfeiern wollen. Wir freuen uns auf Good Old Town Hagen!

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