Parken

„Höing-Festplatz ist kein Parkplatz“

Eine große Freifläche am Ischeland –  der Otto-Ackermann-Platz am Höing.

Foto: Michael Kleinrensing

Eine große Freifläche am Ischeland – der Otto-Ackermann-Platz am Höing. Foto: Michael Kleinrensing

Höing.  Der Höing-Festplatz ist nach Ansicht der Stadt kein Parkplatz. Anwohner stöhnen jedoch über die Parksituation am Ischeland.

Vor Jahrzehnten war der Höing-Platz (heute Otto-Ackermann-Platz) eine große Freifläche, auf der kostenlos Autos parkten. Besonders an Samstagen wurde er von vielen Hagenern und Besuchern aus Nachbarstädten als kostenloser „Park&Ride“-Platz genutzt.

„Und die damalige Werbegemeinschaft sponserte einen Shuttle-Bus, der die Leute in die Innenstadt und wieder zurück zum Parkplatz fuhr“, erinnert sich Christian Isenbeck, damals in besagter Werbegemeinschaft aktiv.

Lang ist’s her . . . In den 1990ern wurde unter dem Platz Drainage verlegt, die Fläche geteert, es wurden Schranken montiert. Und vorbei war es mit dem freien Parken.

Seit Schulumzug Parkchaoes perfekt

„Das Parken hier im Viertel wird immer schwieriger“, sagt Petra Holtmann, die in der angrenzenden Eduard-Müller-Straße den Ardenku-Verlag sowie eine Galerie betreibt. Seit dem Umzug der Hildegardisschule im Sommer 2014 von der Zehlendorfer Straße ins ehemalige Telekom-Gebäude an der Funckestraße (der Rückzug des Gymnasiums erfolgt in diesem Sommer) sei das Parkchaos perfekt. „Zahlreiche Schüler parken seitdem auf dem früheren Telekom-Parkplatz, der bislang ja Individualparkern zur Verfügung stand. Oder in den Seitenstraßen.“

Auch Besucher des Landgerichts oder jene, die in der Stadt arbeiten oder einkaufen wollten, würden am Höing nach Parkplätzen Ausschau halten – oft vergebens.

Beliebt bei Pendlern

„Früher war die Gegend hier eine der wenigen Stellen, wo man zeitlich unbegrenzt und kostenlos parken konnte“, erinnert sich Petra Holtmann. Das Viertel sei aufgrund seiner guten Verkehrsanbindung auch immer attraktiv für Pendler gewesen, „hier sieht man viele Autos mit MK und EN-Kennzeichen“.

Holtmann fragt sich, ähnlich wie etliche Bürger, die sich zum Höing-Platz auf unserer Facebook-Seite geäußert haben, warum die Fläche von der Stadt nicht wieder als Parkraum freigegeben wird.

Thorsten Obermeier appelliert zum Beispiel, dort wieder einen „Park&Ride-Parkplatz“ mit kostenlosem Shuttle einzurichten, „denn dann bekommt man auch den Verkehr und die Belastung im Viertel wieder in den Griff“. Und einige Facebook-Nutzer sehen in dem Platz einen idealen Standort für Fernbusse.

Stadt sieht keinen Handlungsbedarf

Die Stadt Hagen als Besitzerin der Fläche sieht allerdings keinen Handlungsbedarf und auch keinen akuten Parkdruck. „Der Otto-Ackermann-Platz ist kein Parkplatz. Die Fläche wird nur für Veranstaltungen (Kirmes und Zirkus) freigegeben und als Ausweichparkfläche bei Großveranstaltungen in der Ischelandhalle ausgewiesen“, so ein Stadtsprecher auf Nachfrage unserer Zeitung.

Der sich neben dem großen Platz befindende kleine Straßen-NRW-Parkplatz sei außerhalb der Dienstzeit von jedermann kostenlos nutzbar, genau wie der frühere Telekom-Parkplatz und Freiflächen vor der Ischelandhalle.

Auch Dirk Wagner, Ehrenvorsitzender der Hagener Schausteller, sähe eine Freigabe des Platzes eher skeptisch: „Dort würden dann vermutlich illegale Autorennen stattfinden und abgemeldete Schrottkarren und Müllberge das Bild bestimmen.“

>>>HINTERGRUND

  • Vor etwa zwölf Jahren wurde der Höing-Festplatz zum Otto-Ackermann-Platz umfirmiert. Der Name erinnert an den 2002 verstorbenen Schausteller-Chef. Früher fanden auf dem Platz die Oster- und Herbstkirmes statt, seit einiger Zeit jedoch nur noch Osterkirmes und Zirkus.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik