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Hoesch Hohenlimburg ist bald Geschichte

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Oege. Die Hoesch Hohenlimburg GmbH erhält einen neuen Namen. Das teilte Arbeitsdirektor Carsten Laakmann gestern bei der Belegschaftsversammlung an der Oeger Straße den Mitarbeitern mit. Die Umfirmierung in thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH soll zum 1. Juli geschehen. An diesem Tag wird die handelsrechtliche Eintragung erfolgen. „Damit“, so teilt der ThyssenKrupp-Konzern in einer Presseerklärung schriftlich mit, „folgen wir der Dachmarkenstrategie der thyssenkrupp AG.“ Gleichzeitig werde die thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH eine neue Rolle im Konzern-Geschäftsbereich „Precision steel“ (hochfester Stahl) spielen und weiterhin die vorhandene Kompetenz als Spezialist für warmgewalzten Bandstahl am Markt behalten.

Im November schon ein Thema

Bereits im November hatte diese Zeitung exklusiv darüber berichtet, dass dem geschichtsträchtigen Namen „Hoesch Hohenlimburg“ das Aus drohe. Schon vor sieben Monaten hatte sich diese Umfirmierung abgezeichnet, als der Vorstand der thyssenkrupp Steel Europe AG seine Kunden über den damals neuen Markenauftritt der thyssenkrupp AG informierte. Im November war vom Konzern eine Namensänderung an der Oeger Straße weder bestätigt noch dementiert worden.

In einem Brief teilt der Hoesch-Vorstand jetzt allen Kunden mit, dass sich trotz der Umfirmierung am Geschäftsmodell nichts ändern werde. „Auch die bekannten Ansprechpartner bleiben erhalten.“

Und wie hat die Belegschaft darauf reagiert, dass der Name Hoesch Hohenlimburg GmbH in wenigen Tagen Vergangenheit sein wird? Die Mitarbeiter wollten sich gestern offiziell nicht äußern. Besser: Sie durften nicht. Sie waren, so ihre Darstellung, in den zurückliegenden Tagen mündlich darauf hingewiesen worden, in der Öffentlichkeit keine Stellungnahme zu beziehen. Gleichwohl bedauerten insbesondere die altgedienten Hoeschianer, dass der vor Jahren begonnene Identitätsverlust im Unternehmen durch diese Namensänderung fortschreiten werde. „Die Stimmung ist in den zurückliegen Jahren immer schlechter geworden.“

Andere, die nicht unterm Schlossberg aufgewachsen und als Kinder somit nicht in den Hoesch-Kindergarten an der Piepenstockstraße gegangen sind, kommentiert die Nachricht weniger emotional: „Ob Hoesch oder ThyssenKrupp an der Fassade steht, das ist egal. Wichtig ist, dass wir weiterhin ,gutes Geld’ verdienen.“

Von der Geschäftsleitung wollte sich auf Anfrage dieser Zeitung niemand zum Thema Namensänderung äußern. Dafür wurde gestern ein seit einigen Tagen kursierendes Gerücht geklärt. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Jens Overrath, wird zum 1. Oktober die Oeger Straße verlassen. Wo es ihn hinziehen wird, wurde nicht gesagt.

Ein Synonym für Wohlstand

Widbert Felka, Vorsitzender des Heimatvereins, sagte zur Namensänderung. „Das Herz ringt mit dem Verstand. 99 Jahre lang war der Name Hoesch Synonym für Industrie in Oege und für Wohlstand in Hohenlimburg. Er wird in den Herzen der Menschen einen guten Klang behalten. Wer den Konsolidierungsprozess des ThyssenKrupp-Konzerns in den letzten Jahren und die heutige Ausrichtung verfolgt hat, wird die Notwendigkeit einer einheitlichen Außendarstellung nachvollziehen können. Bei der Mittelbandstraße mit ihrer herausragenden Bedeutung tritt künftig die weltweit bekannte Marke ThyssenKrupp aus dem Hintergrund nach vorn. Zukunftsorientiert gedacht, ist das folgerichtig.“

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