Foto-Projekt “Wir sind Helden“

Hohenlimburg: Inklusion dank „Iron Man“ und „Green Lantern“

Hier wird Michael (links) von Darwyn beschützt, der sich als Superheld „Ironman“ vor einen Roboter stellt.

Hier wird Michael (links) von Darwyn beschützt, der sich als Superheld „Ironman“ vor einen Roboter stellt.

Foto: Christof Becker

Hohenlimburg.  Ein Foto-Projekt inszeniert Kinder der Heideschule Hohenlimburg und Behinderte als Superhelden. Ausstellung der Bilder im Rathaus angekündigt

Irgendwo, in den unendlichen Weiten des Weltraums, fliegt Superheldin Mathilda Vyver. Von dort sieht sie auf der Erde einen Menschen im Rollstuhl, Tobias Neusel. Sie visiert ihn mit ihrem Zeigefinger an und mit einem Wisch hebt er, dank magischer Kräfte, in den Himmel ab, wie ein Astronaut.

So in etwa könnte die Geschichte lauten, die eine Aufnahme aus dem Foto-Projekt „Wir sind Helden“ erzählt. Die 9-jährige Mathilda Vyver ist eines von sieben Kindern aus der Ganztagsbetreuung der Heideschule, die an dem Projekt teilgenommen haben.

Hinter „Wir sind Helden“ verbirgt sich die Idee, Kinder und behinderte Menschen in Szene zu setzen. Auf den Fotos treffen sie in je wechselnden Rollen zusammen, als Superhelden und Gerettete. Kooperationspartner ist die Behindertenwerkstatt St. Laurentius der Caritas im Lennetal.

Die Ergebnisse wurden gestern bei einer kleinen Vernissage in der Heideschule vorgestellt. Sichtlich stolz schauen Tobias Neusel und Mathilda Vyver auf ihr gemeinsames Bild. „Green Lantern ist meine Lieblings-Superheldin“, sagt Mathilda. Und auch Tobias Neusel gefällt seine Rolle. Hat es Spaß gemacht? Der 19-Jährige nickt und zeigt ein weiteres Bild, auf dem er zu sehen ist: als Musik-Star auf der Showbühne, mit der Gitarre in der Hand. „Ich mag Gitarre spielen.“

Unterstützung durch Grafiker

Als Erinnerung gab es für alle Teilnehmer einen Hochglanz-Abzug ihres je eigenen Kunstwerkes, insgesamt 14 an der Zahl. Dass die Bilder so professionell aussehen, ist Christof Becker und Jochen Schmitz zu verdanken. Der eine ist Fotograf, der andere Grafiker und gemeinsam haben sie eine Woche lang mit der Gruppe Ideen entwickelt, Requisiten beschafft und Fotos gemacht. „Die waren nicht nur vor der Kamera aktiv, sondern haben auch dahinter viel mitgeholfen“, so Christof Becker. Dabei war die Produktion sehr aufwendig. Allein die Nachbearbeitung am Computer habe einen Tag in Anspruch genommen. Pro Bild.

Doch die Arbeit spricht für sich, findet Anne Dreesmann, Leiterin der Offenen Ganztagsbetreuung der Heideschule: „Das Schöne ist, dass alle ihre Superkräfte nutzen, um anderen zu helfen.“ Und Berührungsängste habe es in der Gruppe von Anfang an nicht gegeben.

Ob Sie alle Helden kannte, in die sich die Kinder verwandelt haben? Dreesmann schüttelt den Kopf. „Aber selbst ein junger Kollege kannte nicht alle. Das hat mich beruhigt“, sagt sie und lacht.

Ausstellung angekündigt

In den kommenden zwei Wochen bis Mitte Dezember 2019 sollen die Bilder der Foto-Ausstellung im Rathaus Hohenlimburg aufgebaut werden. Bis dahin soll auch eine neue Internetseite mit den Bildern an den Start gehen: www.helden.caritas-hagen.de

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben