Lenneauen

Hohenlimburg: Künftig ohne Schafe gegen den Bärenklau

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Foto von der Premiere: Im Mai 2014 zog erstmals die Schafherde an die Lenneauen, um dem Bärenklau entgegen zu wirken. Ein Projekt der Bezirksvertretung, das dort heute keinen Rückhalt mehr hat.

Foto von der Premiere: Im Mai 2014 zog erstmals die Schafherde an die Lenneauen, um dem Bärenklau entgegen zu wirken. Ein Projekt der Bezirksvertretung, das dort heute keinen Rückhalt mehr hat.

Foto: Sandra Henneken / WP

Hohenlimburg.  Dieses Jahr gibt es keine Schafbeweidung an der Lenne. Im Kampf gegen den den Bärenklau sei das Projekt nicht zielführend, sagen Bezirksvertreter

Nach sieben Jahren regelmäßigen Besuchs werden diesen Sommer keine Schafe in den Lenneauen unterwegs sein, um den Riesen-Bärenklau abzuknabbern. Die Bezirksvertretung hat mehrheitlich beschlossen, den zuvor jährlich gezahlten Zuschuss von 1500 Euro für das Projekt diesmal nicht zu gewähren. Die jährliche Beweidung mit Schafen sei nicht zielführend, um den Bärenklau nachhaltig zu bekämpfen, so der Tenor von Bezirksvertretern aus CDU, SPD und Bürger für Hohenlimburg. Mehrfach sei es in der Vergangenheit vorgekommen, dass der Schäfer erst kam, als der Bärenklau schon neue Blüten verteilt hatte, so Frank Schmidt, Bürger für Hohenlimburg. Mehrheitlich sind sich die Bezirksvertreter einig, dass es andere Lösungen braucht. Künftig müsse mehr auf Ausgrabe-Aktionen gesetzt werden, organisiert etwa durch die Freiwilligenzentrale, so Frank Schmidt. Michael Glod, CDU Hohenlimburg, setzt dabei auch auf Hilfe der Stadtverwaltung. Mark Krippner, SPD Hohenlimburg, schlug vor, die giftigen Pflanzen künftig punktuell ausgraben zu lassen, etwa an Kinderspielplätzen.

Schäferin sieht Erfolge

Dass der jahrelange Einsatz von Schafen gegen den Riesen-Bärenklau durchaus Erfolge zeigte, meint dagegen Schäferin Christina Büttner-Golz. Seit 2014 zog sie jedes Jahr mit ihrer Schafherde an die Lenneauen. „Der Bärenklau ging dort zurück, besonders an der Hundewiese war das gut zu sehen“, so Büttner-Golz. Dass die Schafbeweidung nicht ohne Nutzen war, darauf wies vor zwei Jahren auch das Umweltamt in einem Bericht über die Schafbeweidung hin. Demnach sei der Bestand an Riesen-Bärenklau durch die Beweidung zurückgedrängt worden und hätte sichtbaren Erfolg gezeigt. Allerdings: Damit diese Erfolge nachhaltig bleiben, müssen die Aktionen wieder und wieder wiederholt werden.

Biologische Station: „Kampf gegen Windmühlen“

Das meint auch Stefan Götze von der Biologischen Station, der den Bärenklau im Stadtgebiet seit sieben Jahren bekämpft. Ein „Kampf gegen Windmühlen“, wie er sagt. „Wenn man nichts macht, dann sind die Fortschritte durch die Schafbeweidung in spätestens zwei Jahren wieder weg.“ Alternativ zu den Schafen sei das Ausgraben der Wurzeln ein besonders effektives Mittel gegen den Bärenklau. Doch auch hier sei es mit einer Einzelaktionen nicht getan. Wieder und wieder müsste das Ausgraben wiederholt werden, damit Erfolge nachhaltig sind. Der Bärenklau wächst schlicht viel zu schnell nach, eine Pflanze enthält mehr als 10.000 neue Samen. Für Götze ist klar: Den Bärenklau gänzlich von der Lenne zu entfernen, ist kaum möglich. „Das Gewässer bringt immer wieder neue Samen. Man müsste am Flusslauf ganz oben anfangen und dann den ganzen Lauf entlang abarbeiten.“

Komplette Beseitigung kaum möglich

Und wenn es um die Bekämpfung geht, wird nicht allein das Wachstum der Pflanze zum Problem, sondern auch ihre Oberfläche. Denn diese trägt einen giftigen Saft, der den Sonnenschutz der Haut bei Kontakt zerstört. Die Folge können Verbrennungen zweiten Grades sein. Zum Schutz braucht es einen Ganzkörperanzug, Visier und abgedichtete Handschuhe. So gekleidet wird eine Grabe-Aktion bei Sonnenschein schnell zur harten Arbeit.

Derweil ist Schäferin Christina Büttner-Golz nun anderweitig unterwegs: Aktuell beweidet ihre Schafherde eine Wiese bei Hennen. Sie finde es schade, dass sie nicht mehr nach Hohenlimburg kommt. „Wir waren immer gerne dort und auf der Wiese trafen wir viele Leute. Auch Kinder erfreuten sich an den Schafen.“ Finanziell abhängig sei sie von dem Auftrag an den Lenneauen aber nicht, so die Berufsschäferin.

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