Keltic Festival

Hohenlimburg: Mit Holzplatten gegen den „Brexit“

Teure Gäste: Britische Künstler wie hier von „Headland“ gehören zum Keltic Festival in Hohenlimburg dazu. Durch den Brexit steigen nun die Flugkosten, sagt Veranstalter Rick Field. Aber er hat eine Idee. 

Teure Gäste: Britische Künstler wie hier von „Headland“ gehören zum Keltic Festival in Hohenlimburg dazu. Durch den Brexit steigen nun die Flugkosten, sagt Veranstalter Rick Field. Aber er hat eine Idee. 

Foto: Frauke Höller

Hohenlimburg.  Keltic-Festival-Organisator Rick Field sieht sich durch den Brexit mit höheren Flugkosten für britische Bands konfrontiert – und wird kreativ

Vor zwei Wochen hat das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlassen. Während noch bis Ende dieses Jahres eine Übergangsfrist herrscht, in der sich nichts ändert, merkt Rick Field doch bereits Folgen für sein Lieblingsprojekt: das „Keltic-Festival“. Erst im Sommer 2019 meldete sich sein keltisches Großevent fulminant in Hohenlimburg zurück, versammelte mehr als 500 Besucher im Werkhof. Neben Künstlern aus der Region sorgten dabei gerade Bands aus Irland und Schottland für Authentizität. „Ohne diese Bands fehlt etwas“, sagt der Organisator des Festivals. Und genau hier kommt nun der Brexit ins Spiel.

Der Brexit

Denn so wichtig Field die Teilnahme „authentischer“ Bands von den britischen Inseln ist, so sehr sorgt er sich, welche Folgen der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union für das Festival haben könnte. Kopfzerbrechen bereitet ihm der Flugverkehr. „Die Leute freuen sich, Bands aus Schottland zu sehen – aber dahinter steckt ein großer logistischer Aufwand.“ Wegen Turbulenzen rund um die Brexit-Debatte hätten sich die Preise für Flugtickets aktuell mehr als verdreifacht. „Das bedeutet für das Festival erhebliche Mehrkosten.“

Ein Problem: Die Instrumente. Wenn diese die Größe von Handgepäck übersteigen, muss eigens für Gitarre und Co. ein Sitzplatz hinzugebucht werden. Für eine mehrköpfige Band kommen da einige Kosten zusammen. Alles, was größer als etwa ein Cello ist, wird zudem im Frachtraum des Flugzeuges transportiert oder muss per Cargo extra versandt werden, verbunden mit weiteren Kosten.

Die Kunstwerke

Um die gestiegenen Flugpreise aufzufangen, will Field auf dem diesjährigen Keltic Festival keltische Kunst verkaufen. Einen Testlauf gab es bereits auf dem „Ol’Brewery Festival“ am Wochenende, wo er selbstbemalte Platten aus Naturholz mit keltischen Symbolen beworben hat. Ein Teil des Erlöses soll helfen, die Reisekosten für schottische Bands zu decken.

Wie sich die Flugpreise nach dem Brexit ab 2021 entwickeln? Unklar. Aber Rick Field ist skeptisch. „So wie es aussieht, werden langfristig weniger britische Bands rüberkommen. Ich habe schon von ein paar Musikern gehört, dass sie es nicht mehr machen wollen.“

Das Keltic Festival

Generell in Gefahr ist das Keltic Festival damit aber nicht. Im Gegenteil: Das Programm für dieses Jahr steht bereits fest, der frischgedruckte Flyer verspricht wieder eine Mischung von Top-Bands aus Deutschland, Schottland und Irland. „Das Keltic Festival ist für die Leute in Hohenlimburg. Es ist ihr Festival und ich bin stolz, es mit dem Werkhof-Team zu organisieren“, lässt der 60-Jährige keinen Zweifel, dass das Musikspektakel auch weiterhin bestehen wird.

Gut vorstellen könne er sich zudem, dieses Mal ein gedrucktes Programmheft anzubieten, mit Informationen zum Festival und zu Hohenlimburg.

„Das ist erstmal nur eine Idee, für die Umsetzung eines solchen Programmheftes bräuchte es natürlich Sponsoren“, hofft Field hierbei auf Rückendeckung aus Hohenlimburg.

Das Keltic-Festival läuft in diesem Jahr übrigens am 5. und 6. Juni im Werkhof. Das Motto: „Gathering“ – Zusammenkommen.

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