Naturpfad im

Hohenlimburg: Neuer Geopfad am Abbaugebiet Oeger Steinbruch

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Neuer Geopfad: Am Steltenberg informieren rund um den Oeger Steinbruch neun Hinweistafeln über die Natur und den Rohstoffabbau der Hohenlimburger Kalkwerke vor Ort. Finanziell gefördert wurde der Lehrpfad vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Neuer Geopfad: Am Steltenberg informieren rund um den Oeger Steinbruch neun Hinweistafeln über die Natur und den Rohstoffabbau der Hohenlimburger Kalkwerke vor Ort. Finanziell gefördert wurde der Lehrpfad vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Foto: Marcel Krombusch / WP Hagen

Hohenlimburg.  Am Oeger Steinbruch wurde der „Geopfad Steltenberg“ eröffnet. Der Pfad soll auch Statement sein: Rohstoffabbau und Naturerlebnis passen zusammen

Rund um den Oeger Steinbruch gibt es neuerdings einen Geopfad, der mit Infoschildern über den Rohstoffabbau und die Naturlandschaft vor Ort informiert. Diese Woche wurde der neue „Geopfad Steltenberg“ offiziell eingeweiht. Der neue Pfad ist auch eine Reaktion auf die Debatte, die seit Jahren rund um die Erweiterung des Steinbruchs geführt wird.

Teil vom Geopark Ruhrgebiet

Aufgebaut wurde der Pfad von den Hohenlimburger Kalkwerken in Zusammenarbeit mit dem Geopark Ruhrgebiet e.V.. Ein gemeinnütziger Verein, deren Mitglieder das geologische Erbe der Metropole Ruhr zu bewahren und touristisch erlebbar machen wollen.

Naturerlebnis und Rohstoffabbau

Man verstehe sich nicht als Lobbyvereinigung für die Rohstoffindustrie, betont der Vorsitzende Volker Wrede. Vielmehr wolle man zeigen, wie eng die Menschen im Ruhrgebiet mit Rohstoffen verknüpft sind. Zugleich basierten Rohstoffe auch auf Natur und biologischer Entwicklung. „Den Rohstoffabbau mit dem Erhalt der Natur in Einklang zu bringen, ist eine schwierige Aufgabe, die sich aber bewältigen lässt.“

5,4 Kilometer Rundweg

Wie das gelingen kann, dazu soll der Geopfad Steltenberg vor Ort als Beispiel dienen. Auf rund 5,4 Kilometer Wanderweg führt der Lehrpfad rund um den Hohenlimburger Steltenberg und in Teilen direkt an der Abbaugrenze vom Steinbruch vorbei. Neun Schautafeln informieren am Wegesrand über die Geschichte des Oeger Steinbruchs, in dem die Hohenlimburger Kalkwerke seit mehr als hundert Jahren Kalkstein abbauen.

Ursprung vor 380 Millionen Jahren

Auch die vielfältige Natur vor Ort kommt in den Blick. Einzelne Stationen informieren über den Buchenwald rundherum, die rund 430 Schmetterlingsarten am Steltenberg und die Fossilien und Mineralien des Massenkalks. Rund 380 Millionen Jahre zurück lagerte sich Kalkstein an dieser Stelle als Riff eines subtropischen Meeres ab. Heute zählen diese Kalkstein-Vorkommen zu den wichtigsten Bodenschätzen der Region. „Das devonische Riff zieht sich von West nach Ost“, schildert Matthias Lange, Geschäftsführer der Hohenlimburger Kalkwerke (HKW). „Das heißt, unser Abbau schreitet von West nach Ost voran“, blickt er über die Stadtgrenze hinaus. Perspektive für die nächste Generation sei die Ost-Erweiterung auf dem Ahm in Letmathe, wie sie im ersten Entwurf für den neuen Regionalplan vorgeschlagen wird (siehe Infobox).

+++ Lesen Sie auch: Abbau: Wie der Hohenlimburger Steinbruch gen Osten wandert +++

Kritik an Erweiterungsplänen

Erweiterungspläne, die besonders bei Anwohnern umstritten sind und von der Bürgerinitiative für den Erhalt des Ahm seit Jahren kritisiert werden. Die Initiative sieht die Naturlandschaft des Ahm durch eine mögliche Erweiterung des Steinbruchs gefährdet. Vor dem Hintergrund dieser Debatte lässt sich der neue Geopfad auch als Botschaft verstehen, die die Initiatoren senden wollen: Rohstoffabbau und Naturerlebnis, das passt zusammen.

“Wir sind ganz klar dieser Auffassung. Es kann sich sogar ergänzen und in Einklang gebracht werden“, betont Matthias Lange, HKW.

Geotourismus beliebt

Fern der politischen Debatte wird mit dem neuen Pfad das Wandern am Steltenberg aufgewertet. Wie begehrt die Wege sind, weiß Antje Selter längst. Die Geologin bietet mit ihrer Eventagentur „GeoTouring“ seit vielen Jahren naturkundliche Führungen in dem Gebiet an. „Bis Jahresende sind die Führungen ausgebucht“, berichtet Selter, die den neuen Lehrpfad begrüßt.

Schulprojekt vor Ort

Den Geopfad Steltenberg auch in die digitale Welt zu überführen, darum wollen sich nun Schülerinnen und Schüler der Klasse 8a des Gymnasiums Hohenlimburg kümmern. Über die digitale Lern-App „Biparcours“ wollen sie Rallyes entlang des Pfades entwickeln, die auch von anderen Schulen genutzt werden können. Wanderer sollen ebenfalls über QR-Codes auf die Rallys zugreifen können. „Am Ende sollen möglichst viele verschiedene digital zu absolvierende Rallyes für den Geopfad stehen“, berichtet Klassenlehrerin Daniela Pfeil. „Das ist der Plan, den wir in diesem Schuljahr angehen wollen. Wir hoffen, dass wir zum Ende dieses Halbjahres erste Ergebnisse haben.“

Neuer Regionalplan wird erarbeitet

Die Bezirksregierung Arnsberg arbeitet sich derzeit an den Einwendungen zum neuen Regionalplan ab.

Das Verfahren kann noch Monate dauern. Der Regionalrat der Bezirksregierung hatte sich 2021 gegen Erweiterungspläne für den Oeger Steinbruch ausgesprochen und der Bürgerinitiative auf dem Ahm den Rücken gestärkt. Die Bürgerinitiative wollte sich nicht zum Geopfad äußern und will das weitere Regionalplan-Verfahren abwarten.

Weitere Infos zum Geopark Steltenberg gibt es hier

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