Kommunalwahl

Hohenlimburg: SPD-Ortsverein fühlt sich von Hagen gemobbt

Schuld an der Wahlniederlage der SPD in Hohenlimburg trage laut Ortsverein die Hagener Führung. Ein Alleingang habe zu Stimmverlusten geführt.

Schuld an der Wahlniederlage der SPD in Hohenlimburg trage laut Ortsverein die Hagener Führung. Ein Alleingang habe zu Stimmverlusten geführt.

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Die Wahl wirkt für die SPD in Hohenlimburg nach: Der dortige Ortsverein wirft der Hagener Parteiführung gezieltes Mobbing im Wahlkampf vor

Das schlechte Abschneiden der SPD bei der Kommunalwahl in Hohenlimburg liefert neuen Zündstoff für Querelen: Nun meldet sich der Vorstand des SPD Ortsvereins Hohenlimburg in einer Stellungnahme zu Wort, ausgelöst durch die jüngste Einladung des Hagener SPD-Chefs Timo Schisanowski, durch ordentliche Sacharbeit in der SPD mitzuwirken. Man nehme „einigermaßen verwundert und stark irritiert“ die Selbstwahrnehmung des SPD-Chefs als Chef einer „Mitmach-Partei“ zur Kenntnis, heißt es dazu seitens des Ortsvereins-Vorstands aus Hohenlimburg.

„Dabei entschlossen sich die Hagener zuletzt in einer Hinterzimmeraktion, uns Hohenlimburger nicht mal - wie üblich - zu den stadtweiten Wahlkampfsitzungen einzuladen“, lässt sich Regina Schäfer, stellvertretende Vorsitzende der SPD Hohenlimburg, zitieren. Das Verhalten der Hagener Parteiführung sei von Mobbing nicht zu unterscheiden.

In dieses Bild passe auch, dass die mit überwältigenden Mehrheiten vor Ort gewählten Hohenlimburger Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat „in einem beispiellosen Alleingang durch linientreue Kandidaten der Hagener ausgetauscht worden sind“. Und weiter: „Mit dieser Krawall-Aktion hat die Hagener SPD drei von drei Hohenlimburger Wahlkreise verloren und ist krachend gescheitert.“

Auf Anfrage weist Timo Schisanowski den Vorwurf zurück, den Ortsverein „per Hinterzimmer-Aktion“ gezielt gemobbt zu haben. Schisanowski: „Was die Wahlschlappe der SPD Hohenlimburg betrifft, deren trauriger Höhepunkt ein desaströses BV-Ergebnis ihres Spitzenkandidaten Mark Krippner von unter 20 Prozent hinter der CDU und BfHo auf Platz 3 ist, würde der Ortsverein Hohenlimburg gut daran tun, seine Wahlschlappe einmal in aller Ruhe selbstkritisch zu reflektieren und dabei auch eigene Fehler und nicht zuletzt die eigene Außendarstellung der letzten Jahre selbstkritisch zu hinterfragen.“

Rücktritt von Ratsfrau gefordert

Neben der Kritik am Führungsstil des SPD-Chefs reagiert der Ortsvereins-Vorstand auch auf das Abschneiden von SPD-Ratsfrau Ramona Timm-Bergs, die über die Reserveliste in den neuen Rat einziehen wird. „Ramona Timm-Bergs besuchte in den letzten drei Jahren keine unserer Veranstaltungen in Hohenlimburg. Diesen Mangel an Einsatzbereitschaft haben die Wählerinnen und Wähler nun quittiert, indem sie Ramona Timm-Bergs klar abgewählt haben.“ Für den persönlichen Verlust dieser einstigen SPD-Hochburg solle Timm-Bergs Verantwortung übernehmen und den Weg für frische Kräfte und neue Wege frei machen.

Die Forderung nach einem Rücktritt lehnte Ramona Timm-Bergs auf Anfrage ab. „Ich kann mir vieles nachsagen lassen, aber nicht, dass ich nicht für meinen Bezirk arbeite“, so Timm-Bergs. Der Blick auf die Wahlergebnisse zeige zudem, dass es keine der großen Parteien schaffen konnte, die eigenen Wähler an die Wahlurne zu bringen. „Diesen Schuh müssen wir uns auch als komplette SPD anziehen.“

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