Mobilität

Hohenlimburg: Spedition erprobt ersten Gas-LKW in Region

„Man gewöhnt sich schnell an das Fahrzeug“. Lkw-Fahrer Adis Odobasic steuert seit Februar den gasbetriebenen 40-Tonner.

„Man gewöhnt sich schnell an das Fahrzeug“. Lkw-Fahrer Adis Odobasic steuert seit Februar den gasbetriebenen 40-Tonner.

Foto: Marcel Krombusch

Hohenlimburg.   Spediteur aus dem Nahmertal besitzt einen der ersten LKW mit Gasantrieb in der Region. Warum dem Chef dabei nicht nur die Umwelt wichtig ist

Groß anders ist das Fahrgefühl nicht, findet Adis Odobasic. Er fährt seit Februar die neueste Anschaffung seines Arbeitgebers: einen Lastkraftwagen mit Erdgasantrieb – einen der ersten, der in der Region ausgeliefert wurde. „Das Fahrzeug fährt sich ähnlich wie ein Lkw mit Dieselmotor“, sagt Odobasic. „Man gewöhnt sich schnell dran.“ Sein Chef, Spediteur Karsten Blankenagel, hat den 40-Tonner Anfang des Jahres angeschafft. Eine bewusste Entscheidung, wie er sagt. „Alle reden aktuell vom Klimaschutz, aber nur wenige tun etwas“, so der Spediteur.. Er räumt aber ein, dass die Anschaffung weitere Gründe hatte.

Neugier auf die Technik

So sei es auch Neugier an der Technik gewesen und die Lust am Experimentieren. „Ich will schauen, ob der Markt überhaupt schon bereit ist, mehr zu bezahlen, wenn es um Umweltschutz geht.“ Vor wenigen Jahren noch hatte er einen Teil seiner Fahrzeuge auf Rapsöl als Kraftstoff umgerüstet – allerdings nur für kurze Zeit. So habe sich bald herausgestellt, dass mit Rapsöl die Umweltbilanz nicht verbessert werden konnte. „Aber das lernt man erst im Nachhinein. Es brauchte die Erfahrung.“

Mit dem Erdgas erprobt Blankenagel in seiner Spedition nun den nächsten alternativen Antrieb, dem Potenzial für die Mobilität der Zukunft vorausgesagt wird. Die großen Unterschiede zwischen dem neuen Fahrzeug und seinen 34 Lkw mit „klassischen“ Kraftstoffen liegen weniger in Fahrverhalten und Aussehen, sondern vielmehr in der Reichweite, wie Blankenagel erklärt.

So habe sein Gas-Lkw etwa 500 Kilometer Reichweite – und damit erheblich weniger als ein ähnliches Modell mit Dieselmotor. Der Motor wird mit komprimiertem Erdgas, Compressed Natural Gas (CNG) angetrieben. Für seine Spedition, die nur im Nahverkehr, 150 Kilometer rund um Hohenlimburg und Letmathe unterwegs sind, völlig ausreichend. Aber: Ein ähnliches Modell mit Flüssig-Erdgas LNG hätte rund 1000 Kilometer Reichweite mehr gehabt, ohne erhebliche Mehrkosten. „Für LNG gibt es allerdings bisher nur vier Tankstellen in Deutschland – und die nächstgelegene ist in Hamburg.“ Dagegen gebe es CNG-Tankstellen auch in Hagen und Iserlohn.

Trotz allem bleibt die Antriebstechnik für ihn nur eine „Zwischenlösung“, wie Blankenagel sagt. Vielmehr blicke er bereits auf die nächste Technologie. „Und da finde ich vor allem Wasserstoff interessant.“

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