Gedenken

Hohenlimburg: Stolperstein nach Starkregen-Flut verschwunden

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Im Bezirk Hohenlimburg gibt es insgesamt 20 Stolpersteine, wie diese vier an der Ecke Stennertstraße/Im Weinhof. Ein Stolperstein in der Wesselbach wurde durch die Flut weggespült.

Im Bezirk Hohenlimburg gibt es insgesamt 20 Stolpersteine, wie diese vier an der Ecke Stennertstraße/Im Weinhof. Ein Stolperstein in der Wesselbach wurde durch die Flut weggespült.

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Wesselbach.  Ein Stolperstein in Hohenlimburg wurde von der Starkregen-Flut weggespült. Bürgerverein Wesselbach bemerkt den Verlust bei Bestandsaufnahme

Die Flutkatastrophe hat in der Wesselbach auch einen Stolperstein weggespült. Aufgefallen war dies Mitgliedern des Bürgervereins Wesselbach, die vor Ort viele öffentliche Anlaufpunkte wie Piktogramme und Bänke besitzen und pflegen. Dazu gehört auch ein Stolperstein vor dem Handwerkerhof in der Wesselbachstraße 2, der dort auf Initiative des Vereins vor 13 Jahren verlegt worden war. Der Stein erinnert an Louis Stern, der während der NS-Diktatur nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet wurde. Bei der Bestandsaufnahme nach der Flutkatastrophe fiel auf, dass die Straße an der Stelle aufgerissen und der Stolperstein verschwunden war.

Ersatz für weggespülten Stein geplant

Der Bürgerverein Wesselbach hat Kontakt zum Hagener Geschichtsverein aufgenommen, der die Arbeit des mittlerweile aufgelösten Vereins Stolpersteine Hagen weiterführt. „Im Ergebnis soll der weggespülte Stein ersetzt werden, eventuell im Jahr 2022“, berichtet Peter Mager, Vorstand im Bürgerverein Wesselbach. Das Schicksal der Familie Stern ist in der Alten Synagoge Hohenlimburg dokumentiert. Seit Ende 2018 gebe es zusätzliches Material aus einem sauerländischen Archiv, das es möglich macht, detaillierter die Geschichte der Familie Stern zu rekonstruieren, so Mager. „Wir arbeiten an diesem Thema.“

Rundgang mit Besuch aus Amerika

Insgesamt sind 20 Stolpersteine in Hohenlimburg verlegt, die an das Schicksal ansässiger Juden während des Holocaust erinnern. Anfang Oktober geriet der verlegte Stolperstein von Rolf Stern in den Fokus, als eine Gruppe um Tochter Gail Stern aus Amerika anreiste, um ihren Angehörigen zu gedenken. Anmerkung: Louis und Rolf Stern sind nicht direkt verwandt. Der Hohenlimburger Stefan Welzel führte die Gruppe aus Amerika durch die Innenstadt, vorbei an weiteren Stolpersteinen, die an der Freiheitstraße verlegt sind.

Zuletzt hat der Künstler Gunter Demnig vor vier Monaten neue Stolpersteine im Hagener Stadtgebiet verlegt. An der Augustastraße setzte er neue Stolpersteine ein: Einer steht für Julius Weiß, der erste Sinto in Hagen, an den erinnert wird. Der zweite Stolperstein erinnert an Ilse Mitze, die als junge Frau zum Tode verurteilt worden war.

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