Weiterbildung

Hohenlimburg: Volkshochschule schult Senioren am Smartphone

VHS-Kursleiter Dieter Faßdorf zeigt Kursteilnehmer Gerhard Lehmkuhl die Funktionen am Smartphone.

VHS-Kursleiter Dieter Faßdorf zeigt Kursteilnehmer Gerhard Lehmkuhl die Funktionen am Smartphone.

Foto: Marcel Krombusch

Hohenlimburg.   In der Stadtteilbücherei Hohenlimburg lernen Senioren den Umgang mit mobilen Geräten. Das Interesse ist groß – und die Fragen zahlreich.

Das „Dreieck“ heißt zurück. Mit ruhiger Stimme erklärt Kursleiter Dieter Faßdorf, was die einzelnen Symbole auf dem Homescreen des Smartphones bedeuten. „Homescreen“, Startbildschirm – auch dieser Begriff wird erklärt, ebenso wie „QR-Code“ und „Bluetooth“. Allesamt Chiffren der digitalen Zeit, mit denen besonders jüngere Generationen souverän hantieren. Für viele Senioren sind es Ausdrücke einer Welt, die ihnen sehr fremd ist.

Souveränität lernen

Seit mehreren Jahren bietet die Volkshochschule Hagen Kurse an, in denen Senioren ein Stück weit Souveränität im Umgang mit dem Smartphone lernen. Sechs Senioren sitzen an diesem Nachmittag in der Volkshochschule Hohenlimburg. Der Großteil von ihnen wurde von Verwandten mit einem Smartphone ausgestattet, meist von den eigenen Kindern. „Mein Sohn hat mir das Smartphone zum Geburtstag geschenkt“, erzählt etwa Gerhard Lehmkuhl. „Ich habe mich bei diesem Kurs angemeldet, um sicherer mit dem Gerät zu werden.“

Eine Aufgabe, die für Senioren gar nicht so leicht zu bewältigen ist, weiß Dieter Faßdorf. „Es braucht ein gewisses Interesse an dem Thema“, so der Kursleiter, der bereits seit Jahren Senioren am Smartphone schult. „Ganz abgesehen von der nötigen Fingerfertigkeit.“ So zeigt sich schnell, dass Gesten wie das „Wischen“ über den Display und das Eintippen von Nachrichten mit den Jahren nicht mehr so leicht von der Hand geht.

Das Sehvermögen wird schlechter, die Motorik der Finger ist eingeschränkt. Abhilfe schafft etwa ein Eingabestift. Dieser ersetzt das Tippen mit Daumen und Zeigefinger, ermöglicht ein genaues Ansteuern der Smartphone-Tastatur – deren Buchstaben generell viel zu nah beieinander liegen, finden viele der Kursteilnehmer. Faßdorf zückt einen Eingabestift, zeigt die Vorteile beim Tippen.

Bei der Schulung herrscht eine offene Gesprächsatmosphäre, Faßdorf nimmt sich Zeit für jede einzelne Frage der Teilnehmer. Wie verschicke ich ein Bild per Whats­app? Wie lade ich mein Prepaid-Guthaben auf? Es sind viele grundsätzliche Fragen, die er beantwortet. Frontalunterricht ist dabei kaum möglich. „Im Grunde müsste ich Einzelunterricht für jeden Teilnehmer anbieten“, sagt er später. „Denn die Handymodelle und die Fragen sind sehr unterschiedlich.“

Die Neugier ist groß, auch weil digitale Fertigkeiten mittlerweile häufig vorausgesetzt werden: „Meine Krankenkasse wollte kürzlich, dass ich Unterlagen per E-Mail zuschicke“, sagt eine Teilnehmerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Erfreut ist sie darüber nicht. „Denn ältere Leute werden dadurch abgehängt.“

Spielerei ist gutes Zeichen

Am Ende der dreistündigen Schulung waren viele Unklarheiten beseitigt. Offene Fragen der Runde wurden abgelöst vom leisen Tippen jedes Einzelnen auf seinem Gerät. „Wenn die Teilnehmer eigenständig mit dem Spielen anfangen, ist das ein gutes Zeichen“, sagt Faßdorf und lacht.

Er will die Teilnehmer vor allem dazu ermutigen, die erste Hemmschwelle vor den Geräten zu überwinden. Zwei Tage später traf sich der Kurs erneut, um weitere Fragen zu klären. Denn davon gab es noch genug.

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