Heimatverein

Hohenlimburger besichtigen Hagener Bunkermuseum

Vivien Berghöfer (rechts) führt die Mitglieder des Hohenlimburger Heimatvereins durch den Bunker an der Bergstraße.

Foto: Lutz Risse

Vivien Berghöfer (rechts) führt die Mitglieder des Hohenlimburger Heimatvereins durch den Bunker an der Bergstraße.

Hohenlimburg.   Insgesamt 21 Mitglieder des Heimatvereins Hohenlimburg nahmen an einer Bunkerführung in Hagen teil.

„Man hatte nach der Besichtigung schon ein ziemlich beklommenes Gefühl“, so Sabine Turner, Schatzmeisterin des Hohenlimburger Heimatvereins. Federführend lud sie die Mitglieder zu einer Bunkerführung in der Bergstraße in Hagen ein.

Der Bunker in Hagen ist ein Unikat. In den Kellerkatakomben des Betonkolosses sieht es aus wie 1940. Alles wurde wieder original eingerichtet und bis ins Detail rekonstruiert. In den vielen kleinen Zellen ist das Leben der Schutzsuchenden von damals zu sehen. Hier können Besucher die bedrückende und beengte Welt hautnah unter dem Dröhnen der Bombeneinschläge erleben, sich zurückversetzen in eine Zeit von Todesangst, Bombeneinschlägen und Sirenen.

Ein „Luxusbunker“

„Es handelt sich hier um einen Luxusbunker“, erklärt Vivien Berghöfer, die den Besuch der Hohenlimburgerinnen und Hohenlimburger begleitet hat.Was heißt Luxusbunker? Er verfügte über ein Notstromaggregat, eine riesige Lüftungsanlage, eine Heizungsanlage, Notküche, einen Sanitätsraum, wo Frauen ihre Kinder unterm Bombenhagel bekamen und sogar einen eigenen Brunnen, der die Menschen hier wochenlang überleben ließ.

Hagens damaliger Bürgermeister Heinrich Vetter hatte gute Beziehungen nach Berlin und bekam die Mittel für den Luxusbunker zur Verfügung gestellt.

Ursprünglich war der Bunker für etwa 1200 Schutzsuchende gedacht. „Man hat schnell erkannt, dass die Kapazitäten nicht ausreichen“, so Vivien Berghöfer. „Zu Spitzenzeiten waren etwa 3000 Menschen im Bunker.“ Im Untergeschoss, dass den größten Schutz bot, wurden natürlich die „wichtigesten“ Menschen untergebracht. „Einige Familien haben bis zu zwei Jahre im Bunker verbracht“, sagt Vivien Berghöfer.

Hotel nach Kriegsende

Nach dem Krieg wurde der Bunker als Notunterkunft für Ausgebombte verwendet. Seit 1948 war der Betonklotz, obwohl er bis heute keinerlei Fenster hat, Hotel (Hotel Stadt Hagen) mit der in Hagen sehr renommierten Bar Jägers Gute Stuben. Er diente zudem als Lager für ausgebombte Geschäfte, beherbergte die Räumlichkeiten einer Fahrschule, war später Vereinsstätte des VfL Handballvereins Hagen, eines Schießvereins, der Spielegesellschaft La Famiglia und wird bis heute als Requisiten-Lager des Hagener Stadttheaters genutzt.

Das Bunkermuseum ist im Privatbesitz der Familie Beiderbeck, die das Ausstellungskonzept erarbeitet hat. Regelmäßig werden dort Führungen – auch Dunkelführungen – angeboten.

„Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren von dem Besuch des Bunkermuseums sehr angetan“, war Sabine Turner mit der Veranstaltung sehr zufrieden. Insgesamt 21 Mitglieder des Heimatvereins nahmen teil. „Das war genau die richtige Gruppengröße. So hat jeder ausreichend von der Führung mitbekommen.“ Ansonsten wäre es etwas schwierig gewesen, in den engen Räumen den Worten Vivien Berghöfers zu lauschen.

Nach der Besichtigung trafen sich alle noch im Bunker-Café zu einer Tasse „Muckefuck“ (Kaffee-Ersatz im 2. Weltkrieg), ehe die Veranstaltung beendet war.

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