Tierschutz

Hohenlimburger Verein unterstützt zwei Tierheime in Rumänien

Vermitteln Straßenhunde aus Rumänien: Mitglieder des Vereins Streets Souls aus Hohenlimburg. Katharina Wrazidlo (zweite von rechts, vorne), Ulli Albrecht (links daneben) mit Ehefrau Maria unterstützten 2019 ein privates Tierheim in Rumänien, als Starkregen und ein Dammbruch über Nacht das Gelände überschwemmte.

Vermitteln Straßenhunde aus Rumänien: Mitglieder des Vereins Streets Souls aus Hohenlimburg. Katharina Wrazidlo (zweite von rechts, vorne), Ulli Albrecht (links daneben) mit Ehefrau Maria unterstützten 2019 ein privates Tierheim in Rumänien, als Starkregen und ein Dammbruch über Nacht das Gelände überschwemmte.

Foto: Marcel Krombusch

Hohenlimburg.  Die Mitglieder von „Streets Souls“ kümmern sich um zwei Tierheime in Rumänien. In diesem Jahr können sie die Einrichtungen nicht besuchen.

Heute vor einem Jahr standen Katharina Wrazidlo und ihre fünf Mitstreiter vor dem Nichts. Sie waren nach Rumänien gereist, um zwei private Tierheime winterfest zu machen, die ihr Verein „Streets Souls e.V.“ seit Jahren unterstützt. Doch in der Nacht zogen heftige Regenfälle über die Region, ein Damm brach und die Fluten überschwemmten das Gelände – mehr als 10.000 Quadratmeter Fläche.

„Das war ein Albtraum“, erinnert sich Wrazidlo zurück. Schlimm für sie bis heute: Die Erinnerung an die knapp 200 Hunde, die das Tierheim beherbergt. „Es war stockfinster und ich habe nur die schreienden Hunde gehört und das Wasser der Flut“, sagt sie. „Ich war sicher, dass dabei Hunde gestorben sind.“

Strömung wie am Wildwasserpark

Mit zwei Wohnwagen war die Gruppe vor Ort. Innerhalb kurzer Zeit drang das Wasser auch in die Kabinen. „Wir standen knietief im Wasser“, sagt Maria Albrecht, die mit ihrem Mann Ulli Albrecht ebenfalls zur Gruppe gehörte. „Das war eine Strömung wie am Wildwasserpark an der Lenne“, ergänzt dieser.

Nach ein paar Stunden ließ der Regen nach – und am nächsten Morgen wurde das Ausmaß der Überschwemmungen deutlich: Käfige und Zäune waren massiv beschädigt, Futterlager von Schlamm und Wasser zerstört, die Straßen blockiert. Während die Gruppe mit ersten Aufräumarbeiten begann, lief 2500 Kilometer entfernt eine Rettungsaktion an. „Wir haben Klamotten eingepackt, Essen, alles mögliche an Hilfsmitteln, um es darunter zu schicken“, sagt Nathalia Kloth, die von Hohenlimburg aus einen Kleinbus organisiert hat.

Richard Wrazidlo startete wenig später nach Rumänien. Darüber hinaus schalteten sich Netzwerke ein, die Initiative „Hohenlimburg hilft“, Blaulichtpfoten und der Tierschutzverein Hagen boten Unterstützung an, ebenso gab es einen Spendenaufruf in dieser Zeitung. Unterm Strich kamen rund 3000 Euro Spendengeld für die gestrandeten Tierhelfer in Rumänien zusammen.

„Wir sind allen Unterstützern dafür sehr dankbar“, betont Wrazidlo ein Jahr danach. Rund fünf Tage blieben sie nach der Flut und halfen, die ersten Schäden so gut es geht zu beseitigen und die Tiere zu verpflegen. In der Nacht der Flut sei kein Tier gestorben. Leider aber ein Hund zwei Monate später, an den Spätfolgen einer Verletzung.

Strich durch die Rechnung

Eigentlich wollte das Team von Streets Souls in diesem Jahr wieder die Tierheime besuchen, doch die Corona-Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung. „Es ist zu unsicher. Sollten sie die Grenzen schließen, kommen wir nicht zurück.“ Über Smartphone halten sie engen Kontakt zu dem Paar, das die beiden Tierheime in Rumänien betreibt. Katharina Wrazidlo zeigt Bilder von dort, wo neue Zäune, Wege und Boxen für die Hunde zu sehen sind. Von der Nacht der Flut sind keine Spuren geblieben. „Wie wir in dieser Zeit zusammengehalten haben, das hat mich wirklich beeindruckt“, sagt Maria Albrecht.

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