Engagement

Hohenlimburger Wolfgang Witt reist seit 25 Jahren nach Kenia

Wolfgang Witt aus Hohenlimburg (2. von rechts) bei seinem Besuch in Kenia 2017.

Foto: privat

Wolfgang Witt aus Hohenlimburg (2. von rechts) bei seinem Besuch in Kenia 2017. Foto: privat

Hohenlimburg  Seit 25 Jahren unterstützt der Hohenlimburger Wolfgang Witt die katholische Mission in Nyang’oma in Kenia.

. Seit 25 Jahren unterstützt der Hohenlimburger Wolfgang Witt die katholische Mission in Nyang’oma in Kenia. Bereits 20 Mal ist er nach Afrika gereist, um vor Ort zu helfen.

Sein erster Flug auf den schwarzen Kontinent landet 1992 in Nairobi. Dann geht die Reise aber mit dem Bus weiter, denn Nyang’oma liegt noch 400 Kilometer entfernt. Ein Arbeitskollege hat Wolfgang Witt überredet. „Meine Frau hat gesagt, ich soll mitfliegen“, sagt er mit einem Schmunzeln. „Und eigentlich wollte ich auch nie wieder hin.“

Im gleichen Jahr jedoch stirbt der Missionsgründer, der Holländer Jan van den Ouderaa. Die Verbindung nach Europa bricht ab, damit kommen an der Mission auch keine Spenden mehr an. So entschließt sich Wolfgang Witt ein Jahr später, doch noch mal hinzufliegen. 1995 wird ein Förderkreis für die katholische Mission gegründet. „Ansonsten wäre die Station geschlossen worden“, sagt Wolfgang Witt.

Viele Einrichtungen

Die Station Nyang’oma liegt zwölf Kilometer von der Distriktstadt Bondo im Westen von Kenia. Sie besteht aus vielen Einrichtungen - neben Kindergarten, Waisenhaus und Grundschule unterhält sie ein Grundschulinternat und eine höhere Schule für gehörlose Jungen und Mädchen. Im aktuellen Schuljahr hat sich die Zahl der gehörlosen Studenten von 139 auf 200 erhöht. „In Kenia gibt es viele gehörlose Kinder. Das ist eine Folge der Malaria-Erkrankung, wenn sie nicht richtig behandelt wird“, weiß Wolfgang Witt.

An die ersten Aufenthalte in Kenia kann sich Wolfgang Witt noch gut erinnern. „Erst wussten die Kinder und Jugendlichen dort nichts mit uns anzufangen“, sagt der Hohenlimburger. Mit der Zeit jedoch werden die Projekte größer und größer. „Auch in Kenia musste ein Verein gegründet werden, um mit uns zu kommunizieren, was dringend gemacht werden muss.“

Bau einer Solaranlage

So wird das Lehrerhaus renoviert, über drei Jahre zieht sich der Bau einer Solaranlage hin. „Bei meinem letzten Besuch kamen die Kinder mit ihren Zeugnissen auf uns zu. Sie konnten sich noch gut an uns erinnern“, so Wolfgang Witt.

Vier Wochen vor Ort

Vier Wochen ist der Magazinverwalter bei der Firma RheinKalk auch in diesem Jahr in Nyang’oma. Alle Kosten zahlt er selbst. Schulpatenschaften organisiert der Förderverein aus Deutschland nicht. Es wird angepackt. So werden neue Klassenräume und Handpumpen in Betrieb genommen. Nach Ankunft installieren Wolfgang Witt und seine sechs Helfer vier Handpumpen, zwei wurden bereits im Vorjahr gebaut. „Es wurden dafür Unterwassertanks an der Mission eingerichtet“, so Wolfgang Witt. Jetzt kann aus allen sechs Tanks Wasser in Eimern per Pumpe abgefüllt werden.

„Danach wurde erst einmal gefeiert“, erzählt Wolfgang Witt. Die örtlichen Pfadfinder marschierten mit Pauken und Trompeten in ihren neuen Uniformen zur Schule. Gemeinsam weihten sie das erste fertig gestellte Schulgebäude der „Ouderaa-Secondary-School for the hearing Impaired Nyang’oma“ ein. Frei übersetzt - das erste Gymnasium für Gehörlose. „Die Ansprachen mussten in die Gebärdensprache übersetzt werden, da fast alle Schüler gehörlos oder hörgeschädigt sind.“ Die technisch gut ausgestatten Räume sind mit Spendengeldern finanziert worden.

Höhere Schülerzahlen

Das nächste Projekt für die kommenden Jahre steht bereits an – aufgrund der höheren Schülerzahlen müssen die Schlafräume erweitert werden, ein Anbau ist unausweichlich. „Bisher schlafen sie in dreistöckigen Hochbetten direkt nebeneinander. Das ist aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt. Daher wird der Freundeskreis vermehrt um Spenden bitten“, so Wolfgang Witt.

Ein aktuelles Problem - zurzeit sind Wahlen in Kenia. Das Government hat die Zuschüsse für die Schulspeisung gestrichen. „Der Verein hat jetzt 3000 Euro überwiesen. Normal machen wir so etwas ja nicht“, so Birgit Witt, die bisher ihrem Gatten noch nie nach Kenia gefolgt ist. Und Wolfgang Witt ergänzt: „Ohne Schulspeisung wird die Schule geschlossen.“

2018 im Oktober wird Wolfgang Witt wieder nach Nyang’oma fliegen. „Wir haben viel bewegt, viele Projekte umgesetzt, wir sind sehr zufrieden“, bilanziert der Hohenlimburger. „Jedes Mal, wenn die Abreise ansteht, denke ich mir, ich könnte eigentlich noch eine Woche bleiben. Aber ohne Unterstützung meiner Familie könnte ich das alles nicht machen.“

Hintergrund

Der Freundeskreis Nyang’oma /Kenia e.V. hat seinen Sitz in Sendenhorst. Mehr Informationen gibt es im Netz unter www.freundeskreis-nyangoma.de

Wer für die Mission spenden möchte, hier die Bankverbindung bei der Volksbank Ahlen-Sassenberg-Warendorf: IBAN: DE 48 4126 2501 1745 8835 00; BIC: GENODEM1AHL.

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