Verkehr

Hohenlimburger wollen Kreisverkehr für Todeskreuzung

Die Stennertbrücke ist ein Fixpunkt bei möglichen Überlegungen, im Einmündungsbereich Mühlenbergstraße / Iserlohner Straße einen Kreisverkehr anzulegen.

Die Stennertbrücke ist ein Fixpunkt bei möglichen Überlegungen, im Einmündungsbereich Mühlenbergstraße / Iserlohner Straße einen Kreisverkehr anzulegen.

Foto: Volker Bremshey

Hohenlimburg.   Das Denkmodell, den Überweg an der Mühlenbergstraße in Hohenlimburg zu sperren, bietet für Anwohner nicht die nötige Sicherheit.

Die Anwohner der Mühlenbergstraße sind enttäuscht. Enttäuscht von den Experten der Hagener Verwaltung und der Polizei. Denn jener Maßnahmenkatalog, den die Kommission nach einem Ortstermin zur Entschärfung der Todeskreuzung Iserlohner Straße / Mühlenbergstraße vorgeschlagen hat, reicht den Anwohnern nicht. Bekanntlich war es dort Mitte Mai zu einem schweren Unfall mit Todesfolgen gekommen.

Wie diese Zeitung exklusiv berichtete, soll deshalb der Überweg an der Mühlenbergstraße vollständig gesperrt werden. Und zwar durch bauliche Maßnahmen.

Das hat zur Folge, dass jene Fußgänger, die von der Lenneseite der Mühlenbergstraße die Häuser 1 bis 31 besuchen und nicht ungesichert die Fahrbahn überqueren wollen, gleich zweimal die Bundesstraße 7 (Stennertstraße / Iserlohner Straße) queren müssen, um dann zurück in Richtung Oege und somit zu den Häusern 1 bis 31 der Mühlenbergstraße zu gehen.

Schwung für die Bergauffahrt

Dieses Denkmodell bietet den Anwohnern keine ausreichende Sicherheit „Am vorletzten Mittwoch wäre beinahe unsere Nachbarin mit ihren drei Kindern am Überweg Iserlohner Straße zu Unfallopfern geworden“, beklagt sich Elke Schmitz aus dem Haus Nummer 3. „Ich verlasse mehrmals täglich unser Haus, das direkt an der Unfallstelle liegt. Ich weiß genau, wie die Autofahrer ticken.“

Aus ihren Erfahrungen berichtet sie u.a., dass die Autofahrer, besonders die Lastwagen, die aus Richtung Mühlenbergstraße in Richtung Iserlohner Straße fahren, ordentlich Gas geben, um Schwung für die Steigung zu bekommen. Außerdem gibt es dort noch die unschöne Tatsache, dass aus zwei Spuren eine wird.“

Und sie hat noch ein weiteres Argument: „Was ist, wenn die angedachte kostengünstigste Lösung, nämlich den Überweg einfach auf die Iserlohner Straße zu verlegen, zu einem weiteren tödlichen Unfall führt?“

Deshalb fordert sie, dass die Stadt in diesem Kreuzungsbereich mit Unterstützung des Bundes einen Kreisverkehr angelegt, um die Situation zu entspannen. „Wie kommt es zu einem Minikreisverkehr an der Konkordiastraße / Bergstraße. Sind dort die Anwohner schützenswerter als wir?“

Briefzustellerin gefährdet

Das dramatische Ereignis, das Elke Schmitz schildert, ist kein Einzelfall. Eine Zustellerin der deutschen Post hatte jetzt ein ähnliches Erlebnis, als sie mit ihrem Fahrrad den Fußgänger-Überweg an der Mühlenbergstraße queren wollte. „Gleich drei Lastwagenfahrer, die in Richtung Oege fahren wollten, haben mich übersehen, weil sie am Morgen in die tief stehende Sonne blickten.“

Stennertbrücke ist ein Fixpunkt

Grundsätzlich hält es die Fachverwaltung der Stadt für möglich, in diesem Kreuzungsbereich einen Kreisverkehr anzulegen. Dabei müsse aber auf die Besonderheiten durch die Stennertbrücke Rücksicht genommen werden. „Diese ist ein Fixpunkt, der nicht zu verändern ist.“

Ein weiterer Faktor sind die geometrischen Voraussetzungen, die vorliegen müssen, denn die Fahrspuren aus dem Kreises müssen festgelegte Winkel haben, die die Ein- und die Ausfahrt bestimmen.

Allererste Voraussetzung ist jedoch, dass die Politik, hier die Hohenlimburger Bezirksvertretung, der Verwaltung einen Prüfauftrag erteilt. „Erst dann kann diese tätig werden“, so das Presseamt.

Hintergrund

Die Belastung der (Bundes-)Straße darf pro Tag nicht mehr als 20.000 Fahrzeuge betragen.

Der Fahrbahnzuschnitt muss so großzügig bemessen sein, dass ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser zwischen 26 und 40 Metern möglich ist.

Eine Finanzierung muss machbar sein. Die Kosten, so die Verwaltung, liegen bei vorsichtigen Schätzungen bei rund 500.000 Euro.

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