Musik

Hohenlimburgerin Petra Held sorgt für optimale Klaviertöne

Petra Held aus Hohenlimburg ist Klavierstimmerin.

Petra Held aus Hohenlimburg ist Klavierstimmerin.

Foto: Lutz Risse

Hohenlimburg.   Von 1981 bis 1984 lernt Petra Held in der Pianomanufaktur Ibach Klavierbauerin. „So konnte ich Technik und Musik miteinander verbinden.“

Mit gerade einmal sieben Jahren taucht die Hohenlimburgerin Petra Held ein in die Welt der 52 weißen und 36 schwarzen Tasten. Das Klavier ist die große Leidenschaft der gesamten Familie. Gatte Peter ist Klavierlehrer an der Max-Reger-Schule, Sohn Pablo professioneller Pianist. Und Petra Held sorgt als Klavierstimmerin für den richtigen Klang.

Durch die Familie vorbelastet nimmt sie als Kind Klavierunterricht. „Der war allerdings schrecklich“, sagt Petra Held mit einem Schmunzeln. Trotzdem bleibt sie dem Instrument verbunden, ist aber auch handwerklich interessiert. Von 1981 bis 1984 lernt sie in der Pianomanufaktur Ibach in Schwelm Klavierbauerin. „So konnte ich Technik und Musik miteinander verbinden. Ich würde das jederzeit wieder so machen.“

Komplexes Instrument

Zwei Jahre baut sie in der Firma noch Flügel. „Ein Klavier zu bauen ist ein komplexer Prozess“, so Petra Held. Ein Klavier besteht aus 230 Saiten. Die Lehre hilft ihr für den weiteren Lebensweg, denn aufgrund der Familienplanung macht sie sich anschließend als Klavierstimmerin selbstständig. „Ich führe auch kleine Reparaturen durch, aber nur das, was man im Wohnzimmer machen kann.“

Das Gehör ist das A und O einer Klavierstimmerin, was allerdings jahrelanges Training erfordert. „Das rein menschliche Gehör sorgt für eine andere Stimmung als ein elektronisches Gerät“, sagt Petra Held. Die Berufsbezeichnung „Klavierstimmer“ ist im Gegensatz zum Klavierbauer nicht geschützt. So benutzt der ein oder andere Ungelernte die Elektrik, um das Piano neu einzustellen. „Das Gehör kann ein Klavier besser stimmen, das elektronische Gerät sorgt für eine 0,8,15-Stimmung“, so Petra Held. Einmal pro Jahr sollte ein Klavier gestimmt werden.

Im Wandel der Zeit hat auch die Zahl der Klavierstimmer abgenommen. „In Hagen gibt es keinen niedergelassenen Klavierstimmer“, so Petra Held. Auch im Sauerland nicht. Das hat damit zu tun, dass viele Musiker auf elektronische Instrumente umgestiegen sind.

Den Beruf „Klavierbauer“ kann man in Schwelm auch nicht mehr lernen, denn die Firma Ibach gibt es seit 2007 nicht mehr. „Mein Radius, den ich betreue, muss natürlich bezahlbar bleiben.“ Sie fährt oft nach Köln, denn dort ist ihr Sohn zu Hause. Es geht oft quer durch das Sauerland, Plettenberg ist die weiteste Reise. „Oft habe ich in Hagen, Iserlohn, Lüdenscheid oder Gevelsberg zu tun.“ Dadurch, dass es weniger Klavierstimmer gibt, hat die Auftragslage auch ein wenig zugenommen. „Mal habe ich drei Stimmungen an einem Tag, dann ist aber auch mal Flaute“, sagt Petra Held.

Das wichtigeste Instrument in der schweren Werkzeugtasche von Petra Held ist der Stimmhammer. Die Stimmung eines Klaviers dauert – so wie Petra Held vorgeht – etwa eine Stunde. „Es sei denn, bei der Oma oder der Tante werden noch alte Schätzchen ausgegraben.“ Dann dauert das natürlich entsprechend länger.

Zu neuem Leben erwecken

„Aber diese Instrumente wieder zu neuem Leben zu erwecken, macht wirklich Spaß“, sagt Petra Held. „Und so kann man auch einer Familie eine Freude machen, die kein Geld für ein neues Klavier haben.“ Das älteste Klavier, was die Hohenlimburgerin je gestimmt hat, stammt aus dem Jahre 1870. „In diesem Fall war das Klavier kein Instrument mehr, sondern ein Möbelstück. Aber noch bespielbar.“

Auch Petra Held spielt Klavier, sogar eigene Kompositionen. „Wenn ich ein Klavier gestimmt habe, muss ich natürlich den Klang hören“, so Petra Held.

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