Blaulicht für vier Pfoten

Hohenlimburgerin rettet Hunde aus Rumänien

Hier warten fünf Hunde in der Tierauffangstation in Braila darauf, zu einer lieben Familie vermittelt zu werden.

Foto: privat

Hier warten fünf Hunde in der Tierauffangstation in Braila darauf, zu einer lieben Familie vermittelt zu werden. Foto: privat

Hohenlimburg.   Die Hohenlimburger Polizistin Lena Mucke und ihre Kolleginnen Maike Schmidt, Katrin Nagora und Annika Grell verbrachten ihren Urlaub in Rumänien.

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Viele Menschen verbringen ihren wohlverdienten Urlaub an der Ostsee, am Gardasee oder auf Mallorca. Manche auch auf dem heimischen Balkon. Die Hohenlimburger Polizistin Lena Mucke und ihre Kolleginnen Maike Schmidt, Katrin Nagora und Annika Grell verbrachten ihren neulich in Rumänien. Mit ihrem Verein „Ein Blaulicht für vier Pfoten“ weilten sie ein langes Wochenende auf eigene Kosten in Campulung und Braila, um dort Tierheime zu besuchen.

Maike Schmidt, Oberkommissarin auf dem Polizeirevier in Hagen, sammelte im Jahr 2015 mehrere Sachspenden für ausländische Vereine, die sich angeblich für Hunde einsetzen. Auf Rückfragen hat sie nie Antworten erhalten, sie wusste also nicht , ob die Spenden auch bei den Hunden ankamen. Die meisten Vereine waren auch nicht dafür bereit, dass man sie besucht. Dies war der Anlass, einen eigenen Verein zu gründen, in Anlehnung an ihren Beruf: Ein Blaulicht für vier Pfoten. Dies ist aber kein Polizeiverein, und jeder kann mitmachen. Der Fokus liegt dabei auf der Unterstützung ausländischer Tierheime und der Vermittlung von Hunden nach Deutschland.

Seit 2016 besucht der Verein Tierheime in Rumänien, versorgt diese mit kontrollierten Spenden und sucht Hunde persönlich für die Vermittlung aus. Wenn ein Hund ausgesucht und eine Pflegestelle gefunden wurde, wird der Vierbeiner erst einmal von einem Tierarzt rundum gecheckt, erhält Impfungen sowie einen Chip und auch einen EU-Pass, denn ohne diesen dürfen die Hunde nicht einreisen. Deutsche sowie rumänische Transportunternehmen, welche der Verein persönlich kennt, bringen die Hunde schließlich nach Deutschland.

Irgendwann kam auch die ausgebildete Hundetrainerin Lena Mucke, zweite Vorsitzende des Vereins, ins Spiel. Wenn Hunde nach Deutschland eingereist und in die Familien gekommen sind, stellen die Blaulichter kostenlose Unterstützung zur Verfügung. „Da geht es generell um Kleinigkeiten, zum Beispiel, dass Hunde keine Treppen laufen, weil sie es aus Rumänien nicht gewohnt sind. Ich fahre dann zu den Familien nach Hause und helfe denen oder berate sie, je nach Entfernung auch am Telefon“, sagte Lena Mucke im Gespräch mit dieser Zeitung. Die besten Freunde des Menschen werden mittlerweile deutschlandweit vermittelt, einer sogar in die Schweiz. „Wir versuchen dann, die neuen Besitzer zu begleiten, damit die sich nicht allein gelassen fühlen. Ein rumänisches Partnertierheim fängt misshandelte Hunde auf, die dann hier in der Regel erstmal etwas scheu sind“, so Mucke. Die Hunde seien aber „in der Regel sehr sozial, weil sie in Rumänien in Gruppen leben“. Aktuell haben die „Blaulichter“ 23 Hunde erfolgreich vermittelt.

Zwischen Leben und Tod entscheiden

Neulich wurden die Partnertierheime in Campulung und Braila besucht. In Campulung leben ca. 900 Hunde. „Viele Hunde zeigten sich sehr traurig, sprangen an uns hoch und weinten bitterlich. Das ist dann natürlich hart, weil man sie alle retten möchte, aber nicht 900 Hunde katalogisieren kann. Alleine die Entscheidung, welche Hunde man in die Vermittlung aufnimmt, kann manchmal zwischen Leben und Tod entscheiden“, so Lena Mucke.

In Braila gibt es auch öffentliche Tierheime, welche freilaufende Hunde grausam töten. Eigentümerin Lina versucht, möglichst viele Hunde in ihrer Schutzstation aufzunehmen, aber Raum und Mittel sind begrenzt. „Das Shelter ist leider viel zu klein, so dass viele Hunde in viel zu kleinen Zwingern sitzen und anfangen, sich gegenseitig zu beißen. Während unseres Aufenthaltes mussten Wunden versorgt und neue Notplätze geschaffen werden“, berichtete Lena Mucke von den negativen Erfahrungen in Braila.

Auch die Tiertafel Hagen wird von den Blaulichtern unterstützt – im Hohenlimburger Rewe-Supermarkt ist beispielsweise eine Spendenbox aufgestellt worden. Gesucht werden Adoptanten, die einem Hund ein eigenes Zuhause geben möchte. Um die Vermittlungen und somit die Ausreisen finanzieren zu können, sind die Blaulichter auf Spenden angewiesen. „Wir freuen uns immer, wenn Leute uns unterstützen, beispielsweise mit Sachspenden oder Unterstützung bei Veranstaltungen wie beim alljährlichen Hundeschwimmen“, fügte Lena Mucke hinzu.

Spendenkonto

Kontakt zum Verein kann über die Telefonnummer 02337-4824340 und Website www.einblaulichtfürvierpfoten.de sowie bei Facebook und Instagram unter „blaulichtpfote“ hergestellt werden.

Spendenkonto: Ein Blaulicht für vier Pfoten e.V., IBAN: DE31440100460295272464, oder PayPal: Einblaulichtfuervierpfoten@web.de

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