Nacht des Schreckens

Hübel: „Nichts ging mehr. Der Weg ins Nimmertal war völlig blockiert“

.Klaus Hübel kaufte sich am 18. Januar 2007

.Klaus Hübel kaufte sich am 18. Januar 2007

Hohenlimburg.   Es war der stärkste Sturm, der jemals über Hohenlimburg tobte. Von 1100 Hektar fürstlicher Waldfläche wurde ein Drittel „gefällt“.

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Es war eine der schlimmsten Sturmnächte, die Hohenlimburg in seiner fast 800-jährigen Geschichte getroffen hat. „Von 1100 Hektar Waldfläche war ein Drittel betroffen und lag am Boden“, erinnert sich Klaus Buhl (65), vor einem Jahrzehnt Förster in Diensten des Fürstenhauses zu Bentheim-Tecklenburg. „Das Kreischen der Bäume ging damals in die Seele.“

Noch genau kann sich an diese beiden Tage des Schreckens am 18. und 19. Januar 2007 auch Klaus Hübel von den Islandpferdefreunden in Südwestfalen erinnern. Am Nachmittag des 18. Januar, als der Sturm begann, brachte er im Nimmertal aufgrund der Sturmwarnungen seine Islandpferde in Sicherheit. Und zwar auf eine große Wiese oberhalb des Baches, wo die Tiere von den herabstürzenden Bäumen nicht getroffen werden konnten. Zu diesem Zeitpunkt tobte der Orkan bereits im Nimmertal, knickte die ersten Fichten um. „Der Wind drehte sich immer wieder im Kreis. Erst brach eine Fichte, dann immer mehr“, erzählt Hübel.

Zu Fuß zu den Pferden gegangen

Dennoch habe er sich zusammen mit seiner Partnerin Susanne Burghardt am Abend bei Dunkelheit nach Hause durchgeschlagen. Als er am nächsten Morgen, am 19. Januar, wieder zu den Stallanlagen habe fahren wollen, war das unmöglich. Überall lagen die Baumstämme quer über die schmale Fahrbahn des Nimmertales. „Ich habe mir dann zwei Motorsägen gekauft. Das war eine gute Entscheidung. Mit diesen habe ich Äste und Zweige von den Baumstämmen abgetrennt, mich durch die entstandenen Lücken gezwängt und mich dann zu Fuß zu den Pferden begeben. Das Auto mussten wir im Nimmertal oberhalb von J.P. Hüsecken stehen lassen.“ Der große Fichtenwald in Höhe der Pferdewiese existierte beim Eintreffen nicht mehr. Hübel: „Einige Bäume hatten sogar die kleine Brücke über den Bach zu den Stallanlagen zerstört.“

Noch heute liegen Bäume im Bach

Noch heute liegen Baumstämme im kleinen Bach des Nimmertales, stehen Baumstümpfe am Fahrbahnrand der Fichtenschonung, die zu einem späteren Zeitpunkt aufgeforstet worden ist. Hübel: „Wir haben bis zum Sommer 2007 zu tun gehabt, um die gröbsten Folgen von Kyrill zu beseitigen. Ganz gelungen ist das immer noch nicht.“

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