Bildung

i-Männchen: Wut und Enttäuschung in Hagen vorprogrammiert

Die Stadt Hagen rechnet im nächsten Jahr mit 1726 i-Mänchen an den städtischen Grundschulen.

Die Stadt Hagen rechnet im nächsten Jahr mit 1726 i-Mänchen an den städtischen Grundschulen.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Hagen.  Die Zahl der Erstklässler in Hagen steigt erneut. Bei den Eltern besonders beliebte Grundschulen werden zahlreiche Kinder ablehnen müssen.

An den Grundschulen in Hagen wird es langsam eng. Die Zahl der i-Männchen wird im kommenden Sommer erneut steigen, bislang liegen der Stadt 1596 Anmeldungen für die erste Klasse vor. Das Schulamt rechnet jedoch damit, dass bis zum Schuljahresbeginn weitere 130 Kinder hinzukommen und die Zahl der Schulanfänger somit auf 1726 steigt. „Grund für die steigenden Schülerzahlen sei die anhaltende Zuwanderung, so Schulentwicklungsplaner Horst Hermann. „Und es ist damit zu rechnen, dass diese auch weiterhin anhält.“

Das bringt für die Schulexperten im Rathaus bei der Verteilung der Kinder auf die 29 städtischen Grundschulen eine Herausforderung mit sich. Denn in der Elternschaft sind regelrechte Wanderungsbewegungen hin zu bevorzugten Grundschulen erkennbar, denen nun so viele Anmeldungen für 2020/21 vorliegen, dass sie zahlreiche Kinder werden ablehnen müssen. Tränen, Wut und Enttäuschung dürften also vorprogrammiert sein.

Anmeldeüberhänge

Die stärksten Anmeldeüberhänge gibt es an den Grundschulen Karl Ernst Osthaus (127 Anmeldungen/maximal 104 Erstklässler können aufgenommen werden) und Goldberg (109/81). Sie sollen daher vor allen anderen Grundschulen ihre Aufnahme- und Ablehnungsentscheidungen treffen, damit die abgelehnten Eltern sich an einer anderen Schule anmelden können. „Kriterium für die Anmeldung ist die nächstgelegene Schule im Rahmen der zur Verfügung stehenden Plätze“, erläutert Hermann.

Wie die Karl-Ernst-Osthaus- und die Goldberg-Schule wurden auch die Grundschulen Emst (90) und Janusz Korczak (60) von Anmeldungen überrannt, müssen aber niemanden ablehnen. Der Grund sind raumorganisatorische Veränderungen. So wird die eigentlich dreizügige Grundschule Emst im kommenden Sommer vier Eingangsklassen bilden. Zwar verfügt sie nicht über das dafür notwendige Raumangebot, doch das benachbarte Rahel-Varnhagen-Kolleg überlässt der Grundschule zwei Klassenzimmer. Am Kolleg ist die Schülerzahl derzeit rückläufig, was sich in den nächsten Jahren aber auch wieder ändern kann.

Zusätzliche Klassen

Auch die Janusz-Korczak-Schule in Wehringhausen wird drei statt der üblichen zwei Eingangsklassen bilden und dafür einen Differenzierungsraum aufgeben. Die Goldbergschule könnte zwar 81, will aber in Absprache mit dem Schulamt nur 69 i-Männchen aufnehmen, damit ausreichend Plätze für Kinder vorhanden sind, die länger in der Schuleingangsphase verbleiben. Dies bedeutet, dass rund 40 Kinder abgelehnt werden müssten, die wiederum an die Grundschulen Janusz Korczak und Emil Schumacher umgelotst werden könnten. Da zur Goldbergschule auch der Teilstandort Franzstraße in Oberhagen gehört, könnten abgelehnte Kinder, die dort in der Nähe wohnen, auch an der Astrid-Lindgren-Schule in Eilpe einen Platz finden.

Die Karl-Ernst-Osthaus-Schule wird zwar wieder vier Eingangsklassen bilden und 100 Schüler aufnehmen, aber auch rund 30 Ablehnungen aussprechen. Die betroffenen Kinder könnten einen Platz an der Grundschulen Emst, Meinolf oder Funckepark finden, an denen im Sommer jeweils zusätzliche Eingangsklassen gebildet werden. Dass die Meinolfschule von drei auf vier Züge aufgestockt werden kann, hängt mit dem Umzug der einst benachbarten Förderschule Erich Kästner vom Ischeland nach Halden zusammen.

Hermann betonte, dass im Laufe eines Schuljahres zugewanderte Kinder vorrangig an Grundschulen mit kleinen Eingangsklassen verteilt werden. Von der Zahl der zugewanderten Kinder werde es auch abhängen, ob im Vorfeld des Schuljahres 2020/21 möglicherweise zusätzliche Eingangsklassen gebildet werden müssen.

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