Verkehr in Hagen

Idee einer weiteren A46-Ausfahrt in Hagen neu aufgerollt

Die A46 zwischen Hagen und Hohenlimburg aus der Luft.

Die A46 zwischen Hagen und Hohenlimburg aus der Luft.

Foto: Hans Blossey

Hohenlimburg.  Vor zwölf Jahren scheiterte die Idee einer A46-Anschlussstelle in Herbeck. Heute ist sie nötiger denn je.

Ja, die Sache ist vor einigen Jahren schon mal vom Tisch gewesen. Doch eine Randbemerkung in der jüngsten Sitzung der Hohenlimburger Bezirksvertretung von CDU-Mann Peter Leisten zeigt: So ganz hat man sich in Hohenlimburg und Hagen noch nicht von der Idee einer weiteren Ab- und Auffahrt der A46 in Herbeck verabschiedet. Und die Entwicklungen zeigen: Sie könnte der Stadt mehr denn je helfen. Was es dafür braucht und welche Schritte nötig sind – eine Vision einfach mal weitergesponnen.

Die Bezirksvertretung Hohenlimburg entschied zuletzt über eine Flächenerweiterung eines Werkstoffprüfbetriebs in Herbeck. In der späteren Diskussion ging es auch um Ausgleichsflächen, als Peter Leisten fragte: „Wollten wir da nicht auch noch mal über Flächen für die Idee einer Abfahrt nachdenken?“

Die Idee ist nicht neu. Auf der Basis einer Verwaltungsvorlage vom März 1998 mit dem Titel „Erschließung Lennetal“ hatte das damalige Straßen- und Brückenbauamt ab dem Jahr 2000 Gespräche mit den damals zuständigen Behörden aufgenommen, um die Möglichkeit einer neuen Autobahnanschlussstelle an der A 46 in Höhe der Hammacherstraße auszuloten. Dazu wurde auch eine Machbarkeitsstudie vergeben, die die Situation rechnerisch und planerisch geprüft und dargestellt hatte. „Nach vielen Gesprächen und Terminen über die Folgejahre wurde leider letztlich mit Bescheid der Bezirksregierung Arnsberg aus dem Jahr 2007 das Projekt beendet, da es nicht realisierbar sei“, so Stadt-Pressesprecherin Clara Berwe. Das Argument dagegen sei der fehlende Abstand zwischen den vorhandenen Anschlussstellen „Hohenlimburg“ und dem Autobahnkreuz Hagen gewesen.

Lennetal schlecht erschlossen

Berwe weiter: „Die Verwaltung hatte die neue Anschlussstelle seinerzeit als sehr wichtig eingestuft, da die Erschließung des Gewerbegebietes Lennetal bis heute nicht ideal ist. Besonders für das südliche und westliche Lennetal wird viel Verkehr durch die Ortslagen Halden und Fley abgewickelt. Hier wäre die neue Auffahrt zielführend.“

Was die Planer 1998 nicht voraussehen konnten, war die immense Belastung des Stadtgebietes durch Schwerlastverkehre. Durch Hagens Lage an drei Autobahnen (1, 45 und 46) gibt es zudem viel Abkürzungsverkehr durch alle Ortsteile. Zählungen von CDU- und anderen Fraktionsmitgliedern hatten das bewiesen. „Vor diesem Hintergrund wäre so eine neue Abfahrt mehr als wünschenswert“, sagt CDU-Ratsherr Martin Erlmann.

„Natürlich kann über die Grundstücksverhältnisse hier keine konkrete Aussage getroffen werden, da Privatbelange berührt sind. An der grundsätzlichen Möglichkeit für die Realisierung dieser Abfahrt hat sich aber seit dem Jahre 2000 nichts geändert – die benötigten Flächen sind noch im selben Zustand wie damals“, sagt Stadt-Sprecherin Berwe.

Christoph Brünger, Verkehrsexperte der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer in Hagen, spricht sich für die Auffahrt aus. „Um Lkw-Verkehre im Stadtgebiet zu reduzieren, ist eine Optimierung der richtig. Eine weitere Auffahrt würde die Anbindung des oberen Lennetals an das Autobahnnetz verbessern. Genau solche Ansätze brauchen wir, wenn wir den Güterverkehr zukunftsfest machen wollen.“

Zuständig ist Bundesverkehrsministerium. Das Ministerium erklärt, dass die verkehrliche Notwendigkeit, die Fernverkehrsrelevanz und die Machbarkeit die wesentlichen Entscheidungsfaktoren seien. Der Bedarf für eine neue Anschlussstelle in Hagen sei nicht vorhanden, weil die A 46 hier über ein dichtes Anschlussstellennetz verfüge.

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