Parken

Im Knöllchen-Streit haben Anwohner aus Hagen gute Chancen

An der Seilerstraße haben die Anwohner Ireneus Krawczynski und Antonio Covello (rechts) zu Unrecht ein Knöllchen erhalten. Sie wollen bei der Stadt Hagen Widerspruchen einlegen.

Foto: Jens Stubbe

An der Seilerstraße haben die Anwohner Ireneus Krawczynski und Antonio Covello (rechts) zu Unrecht ein Knöllchen erhalten. Sie wollen bei der Stadt Hagen Widerspruchen einlegen. Foto: Jens Stubbe

Hagen.   An einer dicht beparkten Wohnstraße in Hagen wehren sich Anwohner gegen Knöllchen. Im Streit mit dem Ordnungsamt haben sie gute Chancen.

Als er die Politesse sah, schoss Ireneusz Krawczynski sofort aus seiner Wohnung. Er versuchte, der Dame vom Ordnungsamt die Parkplatzproblematik in der Seilerstraße zu erläutern.

Er verwies darauf, dass er zwar im Halteverbot stehe, aber doch die Bauarbeiten in keiner Weise behindere. Und er erklärte, dass es völlig unverhältnismäßig sei, an einer Wohnstraße auf einer Länge von mehreren hundert Metern über Wochen ein Parkverbot einzurichten, damit ein kleiner Trupp mit einem einzigen Lieferwagen für drei Stunden an einem Gullydeckel arbeiten kann. Vergeblich. Die Dame ließ nicht mit sich reden. Knöllchen auf Knöllchen schob die Politesse unter die Scheibenwischer der Autos. Doch jetzt dürfen die Anwohner hoffen, dass sie nicht zahlen müssen.

Parkverbot in ganzer Straße

„Das Ganze ist doch ein Witz“, sagt Ireneusz Krawczynski, der in einer Klinik arbeitet, „wenn ich von der Nachtschicht nach Hause komme, ist es schon schwer genug, überhaupt einen Parkplatz zu finden. Da ist es unmöglich, das Parken in einer ganzen Straße zu verbieten. Ich habe ja versucht, auf die Politesse einzuwirken, aber die hat uns brüsk zurückgewiesen.“

Auf Schildern steht deutlich zu lesen: Parkverbot ab dem 23. Januar von 7 bis 19 Uhr. „Bereits eine Woche zuvor waren die aufgestellt worden“, sagt Antonio Covello. Doch am 23. Januar und auch an allen darauffolgenden Tagen tat sich in der schmalen Straße am Loxbaum rein gar nichts. „Nach und nach haben die Anwohner die Schilder ignoriert.“

Bauarbeiten sind bereits bach drei Stunden beendet

Zweieinhalb Wochen später, am Mittwoch dieser Woche, taucht dann doch ein Fahrzeug der Firma Jensen auf. „Ein Lieferwagen, der an einem Gully stand und nicht bewegt wurde“, sagt Ireneusz Krawczynski, „nach gut drei Stunden war er verschwunden. Seither liegen die Schilder auf den Wiesen vor den Häusern.“

Die Firma habe eine „Inline-Kanalsanierung“ durchgeführt, erklärt Stadtsprecher Michael Kaub. „Selbst wenn in den Straßen ein längeres Parkverbot ausgesprochen ist, so darf zwischen den Gullydeckeln geparkt werden.“ Darüber hätten die Anwohner durch einen Handzettel informiert werden sollen. Den Politessen sei die Praxis eigentlich bekannt. Falls das nun übersehen worden sein sollte, so könnten die betroffenen Einwohner Widerspruch einlegen, sobald sie den Bescheid erhalten.

Im September werden Autos sogar abgeschleppt

In diesem Fall mag das für Ireneusz Krawczynski und seine Nachbarn noch rechtzeitig möglich sein. In einem vergleichbaren aus September ist es das für Antonio Covello nicht. „Auch damals wurden solche Schilder aufgestellt, die aber noch umgedreht zur Fahrtrichtung standen“, sagt er. „Ich habe meine Autos dort abgestellt und bin dann für drei Tage nach Italien gereist.“

Als er zurückkommt, ist es mit einem Knöllchen nicht getan. Ein Abschleppunternehmer hat die Autos umgesetzt. Kosten für Covello: 400 Euro.

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