Lennetalbrücke

Imbissunternehmer in Hagen beklagt 30 Prozent Umsatzrückgang

Sven Roelofs  mit Mitarbeiterin Tanja Anweiler.

Sven Roelofs mit Mitarbeiterin Tanja Anweiler.

Foto: Hubertus Heuel

Halden.   Sven Roelofs (46), Imbissbesitzer im Lennetal, macht die monatelange Sperrung der Dolomitstraße arg zu schaffen. Zahlreiche Kunden bleiben aus.

Die Sperrung der Dolomitstraße wegen des Neubaus der Lennetalbrücke auf der A 45 macht Sven Roelofs (46) zu schaffen. Seitdem die wichtige Verbindung durch das Lennetal unterbrochen sei, verzeichne er 30 Prozent Umsatzrückgang. „Ehrlich gesagt: Ich weiß nicht, ob ich im September noch hier sein werde.“

Roelefs spielt darauf an, dass die Dolomitstraße im September wieder für den Verkehr freigegeben werden soll. Er betreibt den Imbiss in der Straße Lange Eck, einer Erschließungsstraße im Industriegebiet zwischen Halden und Herbeck. Auf der Speisenkarte steht alles, was das Herz eines Truckers schneller schlagen lässt – von Frikadellen bis Koteletts, von Currywurst bis Burgern und Schnitzeln.

Auf motorisierte Kundschaft angewiesen

Doch seit zwei Wochen bleiben die Trucker weg. Einige hätten sich, als die Sperrung bevorstand, von ihm verabschiedet, berichtet Roelofs: „Sie haben gesagt, einen Umweg von zehn Kilometern könnten sie sich nicht leisten. Sie haben gesagt, im September sehen wir uns wieder.“

Auch viele Arbeiter aus den Betrieben und Fabriken im Lennetal kommen nicht mehr. Wer nur eine halbe oder dreiviertel Stunde Mittagspause hat, dem bleibt nicht genügend Zeit, um es zum Imbiss und rechtzeitig zurück zum Arbeitsplatz zu schaffen. Eine Snackbar, zumal wenn sie in einem Gewerbegebiet liegt, ist aber auf motorisierte Kundschaft angewiesen. „Und wir haben uns einen guten Namen gemacht“, sagt Roelofs selbstbewusst.

Ab 5.30 Uhr geöffnet

Seit 13 Jahren verkauft er nun schon Pommes mit Mayo und andere Leckereien am Langen Eck. Angefangen hat er mit einem Anhänger, 2010 kaufte er das Grundstück und baute das Imbiss-Häuschen, investierte insgesamt 140.000 Euro. Schon morgens um 5.30 Uhr steht er oder eine seiner Angestellten hinter dem Tresen und verkauft Brötchen und dampfenden Kaffee an Lastwagenfahrer auf ihrem Weg zur A 45. Doch den meisten Umsatz macht er mittags: „Dann muss es brummen.“

Schlaflose Nächte

Es brummt aber nicht. Der Autor dieser Zeilen hat sich selbst ein Bild gemacht und an einem Werktag im Januar rund 45 Minuten vor und in dem Imbiss verbracht. Gerade eine Handvoll Kunden suchte das Geschäft von Sven Roelofs in diesem Zeitraum auf. „Mir bereitet das schlaflose Nächte. Mein Lebensunterhalt ist gefährdet.“

Der Hagener Unternehmer versteht natürlich, dass für Straßenbauarbeiten, zumal für ein solch ambitioniertes Projekt wie den Neubau der 1000 Meter langen Lennetalbrücke, Verkehrswege gesperrt werden müssen.

Nur noch zwei Mitarbeiter

Dass es jedoch angeblich notwendig sein soll, die Dolomitstraße gleich acht Monate lang dicht zu machen, kann Roelofs nicht nachvollziehen. Zumal er 2016 bereits unter der seinerzeit fünfmonatigen Sperrung der gleichen Straße und 2018 unter der Sperrung der Hammacher Straße, die in die Dolomitstraße übergeht, gelitten hat.

Ein bisschen viel der Unbilden für einen Kleinunternehmer, der sich mit Arbeit, Fleiß und Geschick eine eigene Existenz aufgebaut hat. Zumindest glaubte er das. Jetzt ist er nicht überzeugt, dass er die acht Monate bis zum Ende der Sperrung durchstehen wird. Bislang hatte Roelofs vier Mitarbeiter, jetzt ist sein Team geschrumpft. Zwei Beschäftigte mussten kurzfristig gehen, weil er sie nicht mehr bezahlen kann.

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