Quote wächst

Immer mehr Hagener sind überschuldet

Viele Hagener sind nicht in der Lage, ihre Schulden zurückzuzahlen.

Viele Hagener sind nicht in der Lage, ihre Schulden zurückzuzahlen.

Foto: picture alliance / dpa

Hagen.   Die Schuldnerquote in der Stadt Hagen ist in den letzten elf Jahren angestiegen. Laut Auskunft des Unternehmens Creditreform beläuft sich die Quote aktuell auf 15,58 Prozent.

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Die Schuldnerquote in der Stadt Hagen ist in den letzten elf Jahren angestiegen. Laut Auskunft des Unternehmens Creditreform, aktiv im Bereich Bonitätsprüfungen und Inkasso, beläuft sich die Quote aktuell auf 15,58 Prozent. Das entspricht 22 201 Hagenern (ab 18 Jahren), die so hohe Schulden haben, dass sie nach Einschätzung des Unternehmens fällige Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht begleichen können. Kurz: Die zu leistenden Gesamtausgaben sind höher als die Einnahmen.

Im Vergleich zu 2004 ist die Zahl der überschuldeten Hagener um 11,6 Prozent gestiegen. Vor elf Jahren galten (bei deutlich mehr Einwohnern) 19.802 Bürger als überschuldet. Im Vergleich zum Vorjahr weist Hagen mit einem Anstieg der Quote um 0,55 Prozent neben der Stadt Oberhausen (0,72 Prozent) den höchsten Zuwachs auf.

Dabei weist laut Creditreform die Altersüberschuldung zunehmende Brisanz auf. „Immer mehr ältere Menschen geraten in die Schuldenfalle“, teilt Creditreform weiter mit. „Trotz Rentensteigerung kann das Leistungsniveau der Rentenversicherung offensichtlich nicht verhindern, dass immer mehr ältere Menschen auf Grundsicherung angewiesen sind oder die Armutsrisikoschwelle unterschreiten.“

Unterschiede in Stadtteilen

Aufgeschlüsselt nach Postleitzahlengebieten ergibt sich, dass in 58095 und 58097 mit den Stadtteilen Mitte, Remberg, Altenhagen, Fleyer Viertel, Fley, Gerichtsviertel die Überschuldungsquote mit 22,97 und 22,96 Prozent am höchsten ist. Mit 6,86 ist sie im PLZ-Gebiet 58093 mit Emst, Eppenhausen, Halden, Herbeck, Berchum, Haßley und Holthausen am geringsten.

Im Wesentlichen decken sich die Daten von Creditreform mit den Eindrücken der Schuldner- und Insolvenzberatung der Stadt Hagen. „Wir sind mit unserer Kapazität absolut am Limit“, erklärt Anke Dollberg, eine von drei Beraterinnen, die sich auf zwei Stellen verteilen. „In unseren telefonischen Sprechzeiten versuchen wir noch, möglichst schnell und unkompliziert zu helfen. Wer eine ausgiebige Insolvenzberatung in einem persönlichen Gespräch wünscht, muss unter Umständen ein bis eineinhalb Jahre auf einen Termin warten.“ Was auch daran liegt, dass Hagener, die mit dem Jobcenter eine Eingliederungsvereinbarung getroffen haben, vorgezogen werden. Neben der Stadt bieten in Hagen noch Diakonie und Arbeiterwohlfahrt eine Beratung an.

Gemischtes Klientel

„Wir beobachten, dass die Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen wesentlich mehr werden“, so Anke Dollberg. Im Grunde genommen habe man es in der städtischen Einrichtung aber mit einem bunt gemischten Klientel zu tun. Darunter seien auch immer wieder Rentner, die von der Grundsicherung abhängig seien und Schulden aus der Vergangenheit nicht getilgt hätten.

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