Einzelhandel

Interessante neue Läden in Hagen-Wehringhausen

Die Freundinnen Frauke Bobber (links) und Ursula Patzkies eröffnen am 7. Dezember in der Lange Straße 22 den Edel-Second-Hand-Laden „No. 2“. Ausgefallene Dinge mit Stil soll es dort geben. 

Die Freundinnen Frauke Bobber (links) und Ursula Patzkies eröffnen am 7. Dezember in der Lange Straße 22 den Edel-Second-Hand-Laden „No. 2“. Ausgefallene Dinge mit Stil soll es dort geben. 

Foto: Michael Kleinrensing

Wehringhausen.   In Hagen-Wehringhausen tut sich was: Neue Geschäfte haben entlang der Lange Straße eröffnet, am 7. September kommt „No.2“ hinzu.

„Jo sein Laden“ ist ein echter Hingucker. Die breite Häuserfront mit dem auffälligen Schild muss beinahe jedem ins Auge fallen. Vor einem Monat ist Johannes (Jo) Müller in das einstige Blumen-Risse-Ladenlokal gezogen.

In der Lange Straße 24 bietet der kreative Mann Öko-Label-Mode und faire Produkte an, außerdem ist der Laden eine Food-Sharing-Verteilerstelle.

Bewegung im Quartier

Auf der Lange Straße ist ordentlich Bewegung, neue Geschäfte haben eröffnet, einige Leerstände wurden behoben. „Wir sind auf einem guten Weg“, resümiert Maik Schumacher vom Wehringhauser Quartiersmanagement.

Einkaufen in Wehringhausen
Einkaufen in Wehringhausen

Alternatives Umfeld

Aber zurück zu „Jo sein Laden“. Bis vor einigen Wochen war das Geschäft in der Mittelstraße in der Hagener City beheimatet. Mit überschaubarem Erfolg. „Nun hab’ ich statt 95 Quadratmetern stattliche 205 Quadratmeter Fläche. Das alternative Umfeld hier in Wehringhausen passt zu meinem Angebot“, sagt Johannes Müller. Was er sich für das Quartier wünscht? „Noch mehr kleine alternative Läden abseits des mainstreams. Und einen Unverpackt-Laden.“

Gegenüber von „Jo“ in der Lange Straße 37 hat vor einigen Wochen ein Piercing- und Tattoo-Studio („Le Chat Noir“) eröffnet.

Neuer Edel-Second-Hand-Laden

Und direkt neben „Jo“ stehen Frauke Bobber und Ursula (Uschi) Patzkies in den Startlöchern. Die beiden Frauen eröffnen am Freitag, 7. Dezember, um 17 Uhr ihr Geschäft „No. 2“, einen Edel-Second-Hand-Laden mit ausgefallenen Dingen.

„Wir haben uns selbst eine Stilvorgabe auferlegt“, sagt Frauke Bobber. Heißt: Die Freundinnen sprechen ihren Bekanntenkreis nach gut erhaltener, gepflegter, trendiger Garderobe an. „Wir suchen alles selbst aus, wir nehmen nichts Hausgebackenes an“, unterstreicht Frauke Bobber. Bekleidung, Schmuck, Kunst, Wohn- und Deko-Accessoires wird es im „No. 2“ geben.

„Wir betreiben das Geschäft nebenberuflich, daher öffnen wir wochentags auch nur von 15 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr“, sagt Frauke Bobber.

Schräg gegenüber in der Moltke­straße steht ebenfalls eine Veränderung an. Jens Walther zieht mit seinem Geschäft samt Werkstatt „Walther Schmuck“ von Haspe nach Wehringhausen.

Bis Ende Dezember ist Walther mit seinem Sortiment an handgefertigtem Schmuck und Trauringen noch im Mühlenwert beheimatet, dann zieht es ihn in die Moltkestraße 3. „Ich erhoffe mir dort mehr Laufkundschaft“, sagt Walther, der auch Goldschmiedekurse anbietet.

Kostenloses Parken

Ein Blick zurück auf die Lange Straße Richtung Pelmkestraße: Das Repair-Café samt Wiederherstell-Bar ist relativ neu im Viertel, anders als „Pillefüße – Kinderschuhe mit Qualität“; das Fachgeschäft existiert im Februar 2019 drei Jahre.

„Und ich musste nie kämpfen“, betont Simone Perschon. Die Betreiberin des Geschäftes in der Lange Straße 58 hat es nach eigener Aussage zu keinem Zeitpunkt bereut, ihren Laden in Wehringhausen eröffnet zu haben, „meine Kunden kommen aus ganz Hagen und den Nachbarstädten“. Was Simone Perschon und die „Neuen“ an der Lange Straße loben? „Man kann hier problem- und kostenlos parken. Das erhöht die Verweildauer der Bummler und Kunden.“

Frauen am Ruder

Das bequeme Parken weiß auch Roswitha Dudel-Lotz, die seit 15 Jahren gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Schwager den Laden „Holzartikel und mehr“ in der Lange Straße 63 betreibt, zu schätzen. „Und, dass hier in etlichen Läden die Frauen das Zepter in der Hand haben“, sagt die Einzelhändlerin, die sich seit Jahren in der Händlergemeinschaft engagiert.

Interessante Geschäfte locken mehr Besuche

Seit 2014 beschäftigt sich das Wehringhauser Quartiersmanagement mit dem Thema Leerstand. Maik Schumacher und vier weitere Personen bilden das Quartiersmanagement. „Jeder von uns Fünfen hat eine halbe Stelle, mein Schwerpunkt ist die lokale Wirtschaft“, sagt Schumacher.

Hauptsächlich ist er für die Entwicklung des Kreativquartiers zuständig, außerdem für Umgestaltungen im öffentlichen Raum, zum Beispiel die Aufwertung von Plätzen. „Uns geht es darum, interessante Geschäfte nach Wehringhausen zu holen, die dann auch Besucher aus anderen Vierteln locken“, sagt der Quartiersexperte. „Onkel Jo sein Laden“ und die weiteren neuen Geschäfte sind gute Beispiele dafür.“

Liste mit Leerständen

Wie das Quartiersmanagement arbeitet? „Wir stellen den Kontakt zwischen Hauseigentümern und Ladenlokal-Interessenten her. Dazu führen wir eine Liste der Leerstände mit diversen Angaben zu den Ladenlokalen. Gewerbetreibende, Gründer, Künstler und Kreativschaffende können wir dadurch bei der Suche nach Läden helfen", sagt Maik Schumacher.

In Kürze will das Quartiersmanagement entsprechende Ladenlokale auf seiner Homepage (www.qm-wehringhausen.de) vorstellen. Die Exposés der Ladenlokale werden im Schaufenster des Stadtteilladens in der Lange Straße 22 aufgehängt. „Dies gilt natürlich nur für Angaben, die wir seitens der Eigentümer auch veröffentlichen dürfen“, betont Maik Schumacher.

Einen Fokus hat das Quartiersmanagement neben dem „Zentralen Versorgungsbereich“ Lange Straße auch entlang der Wehringhauser Straße und dem Bodelschwingh­platz, „um auch dort etwas Schwung und Frequenz zu erzeugen“, so Schumacher.

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