380-kV-Höchstspannung

Würde die neue Nord-Stromtrasse vor Gericht bestehen?

Die Bewohner von der Berliner Allee 53 durften nicht am Runden Tisch teilnehmen. Jetzt sind für die kommende Woche Gespräche mit der Stadt Hagen angedacht.

Foto: Volker Bremshey

Die Bewohner von der Berliner Allee 53 durften nicht am Runden Tisch teilnehmen. Jetzt sind für die kommende Woche Gespräche mit der Stadt Hagen angedacht.

Hohenlimburg.   Die Idee, die 380-kV-Höchstspannungsleitung in den Hohenlimburger Norden zu verlagern, scheint realistisch. Besteht diese auch vor Gericht?

Es ist eine Entscheidung von höchster Relevanz. Wo werden zukünftig die Stromleitungen über Hohenlimburg verlaufen? Damit gemeint sind die geplanten 380-kV-Leitungen des Netzbetreibers Amprion, die, wie mehrfach berichtet, die Energie von Dortmund-Kruckel nach Dauersbach (Rheinland-Pfalz) transportieren sollen, und auch die 220-kV-Leitungen der Enervie/DB. Die bieten gegenwärtig eine optische Bedrängung für viele Bürger in Reh und Elsey. Gelingt es, diese Leitungen mit der aktuell intensiv diskutierten neuen Trasse Reh-Nord-Nord weiter nach Norden zu verschieben und somit aus weiten Teilen des Hohenlimburger Stadtbildes zu verdrängen? Könnte sich damit ein Königsweg auftun, der über viele Jahre und Monate unmöglich schien?

Runder Tisch im Rathaus

Das war Thema des zweiten Runden Tisches, der auf Einladung der Stadt Hagen am Mittwochabend im Rathaus stattfand und zu dem mehr als 20 Vertreter aus der Verwaltung, der Politik, der Bürgerinitiativen und des Netzbetreibers Amprion erschienen waren.

Diese Planungsvariante Reh-Nord-Nord gewinnt urplötzlich eine immer größere Bedeutung, weil sie in der Abwägung Mensch oder Natur die Menschen schont und auch der Netzbetreiber Amprion nach weiteren Fachgesprächen jetzt die Möglichkeit sieht, dass diese Planungsvariante „gerichtsfest“ sein könnte. Diese Gerichtsfestigkeit hatte über Monate in Zweifel gestanden. Deshalb hatte Amprion für die 380-kV-Leitungen stets die Bestandstrasse durch Reh favorisiert.

Beratungsdrucksache wird erstellt

Weil sich das jetzt anders darstellt, wird die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Hohenlimburg „Gas geben“, um bis zu diesem Termin (8. März) eine Beratungsdrucksache zu erstellen, die im Interesse vieler Bürger die mögliche Variante „Reh-Nord-Nord“ favorisiert. Das sagte Beate Hauck (Stadt Hagen), die den Runden Tisch moderierte.

Nach ihrer Darstellung sollen in der kommenden Woche Gespräche mit den Bewohnern des Hochhauses Berliner Allee 51 / 53 geführt werden, um diese von dem Sinn und dem Nutzen der jetzt favorisierten Planungsidee zu überzeugen. Im Januar hatten die Bewohner des Schwarzen Hochhauses aufgeschreckt durch die Berichterstattung dieser Zeitung, Oberbürgermeister Erik O. Schulz gebeten, an der zweiten Sitzung des Runden Tisches teilnehmen und damit ihre Interessen einbringen zu können.

Denn die Bewohner befürchten, dass durch die Variante Reh-Nord-Nord sie durch die dafür zu erstellenden Hochspannungsmasten und den damit verbundenen Leitungen besonders betroffen sind. Um ihre Bedenken darzulegen, wollten sie am Runden Tisch sitzen. Das lehnte die Verwaltung jedoch ab, weil zusätzlich zu den beiden großen Bürgerinitiativen aus Reh und Elsey nicht jede kleinere Interessengruppe teilnehmen könne.

In der kommenden Woche Gespräch

Gleichwohl möchte Beate Hauck unverzüglich einen Gesprächstermin mit den Anwohnern vereinbaren, damit auch ihre Bedenken in die Verwaltungsdrucksache eingearbeitet werden können. Am Runden Tisch wurde deutlich, dass bei der Variante Reh-Nord-Nord die neuen Masten am Kirchenberg weiter nach Osten rücken sollen und diese möglicherweise sogar noch weiter verschoben werden können.

Und was sagen die Bewohner des Schwarzen Hochhauses? Peter Herröder, Sprecher der Initiative, bedauert es sehr, zum Runden Tisch nicht zugelassen worden zu sein. Auf sein Schreiben habe er vom Oberbürgermeister noch keine Antwort erhalten. Deshalb habe er bereits eigenständig das Gespräch mit „Amprion“ gesucht. Herröder: „Ich bin gespannt, was das Gespräch in der kommenden Woche ergeben wird.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik