Musik

Joseph Trafton dirigiert erstes Sinfoniekonzert der Saison

: Joseph Trafton, Generalmusikdirektor.

Foto: Klaus Lefebvre

: Joseph Trafton, Generalmusikdirektor. Foto: Klaus Lefebvre

Hagen.   Zu den vier Werken, die er für das 1. Sinfoniekonzert ausgewählt hat, pflegt Generalmusikdirektor Joseph Trafton ein sehr persönliches Verhältnis.

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In seinem neuen Amt als Hagener Generalmusikdirektor wird Joseph Trafton (39) beim 1. Sinfoniekonzert am kommenden Dienstag seinen Einstand geben. Der sympathische US-Amerikaner hat für diesen Abend vier Werke ausersehen, die ihm besonders nahestehen und die seine Laufbahn geprägt haben. „Und außerdem sind all diese Stücke in Hagen seit längerer Zeit nicht aufgeführt worden“, begründet er seine Auswahl.

Als Trafton zwölf Jahre alt war, besuchte er erstmals ein Sinfoniekonzert und hörte Samuel Barbers Ouvertüre zu „The school for scandal“. Er vergaß es nie. „Ich war sehr angetan“, erinnert er sich an den bissigen Witz dieser Sittenkomödie mit ebenso quirligen wie schillernden Klangfarben.

Trafton komponiert selbst

Bevor Trafton Aaron Coplands „Quiet city“ kennenlernte, hielt er die Trompete für ein mutiges, Fanfaren schmetterndes Instrument. Erst mit diesem Stück lernte er, dass sie sehr biegsam sein kann und imstande ist, melancholische Farben hervorzuzaubern. Bei Cop­land ergänzen sich der einsame Trompeter und der dunkle Klang des Englischhorns in perfekter Symbiose. „Außerdem hat mich die Musik zu einem Blechbläser-Quintett inspiriert“, sagt Trafton, der selbst komponiert.

Auch Sergei Rachmaninoffs „Rhapsodie über ein Thema von Paganini“ hat starken Einfluss auf den neuen Generalmusikdirektor ausgeübt. „Es hat meine Gedanken über Komposition verändert. Als ich das hörte, war ich überwältigt.“

Prägendes Meisterwerk

So war es auch mit der 4. Sinfonie von Johannes Brahms, mit der das Konzert seinen Ausklang findet. Als Kind seien Beethoven und Bach seine Favoriten gewesen, berichtet Trafton, Brahms habe er nicht so gemocht. Doch dann hörte er irgendwann dieses Meisterwerk mit den berühmten Eingangstakten, und aus dem gleichgültigen Brahms-Hörer wurde ein glühender Verehrer: „Das ist einfach herrliche Musik. Und das Publikum liebt sie ja auch.“

Zehn Sinfoniekonzerte

Ja, mit Brahms kann man nichts falsch machen bei einem Sinfoniekonzert. Trafton, der mit seiner Frau inzwischen nach Hagen gezogen ist und in der Elberfelder Straße unweit des Theaters eine Wohnung gefunden hat, hat das Konzertprogramm der neuen Spielzeit weit über die Eröffnungsveranstaltung hinaus mitgestaltet. Es wird wieder zehn Sinfoniekonzerte (in der Stadthalle), zahlreiche Sonderkonzerte, acht Kammerkonzerte (im Kunstquartier) sowie vier Familienkonzerte (im Theater) geben. „Hagen liegt inmitten einer herrlichen Landschaft“, sagt der Dirigent, der gern im Stadtwald spazierengeht und bekennender Fußball- und Basketball-Fan ist. Vielleicht wird man ihn demnächst bei einem Phoenix-Heimspiel treffen. . .

Konzerteinführung

Das erste Sinfoniekonzert beginnt am Dienstag, 19. September, um 20 Uhr in der Stadthalle. Gespielt wird Musik von Barber, Copland, Rachmaninoff und Brahms. Die Konzerteinführung ist um 19.15 Uhr im Kleinen Saal der Stadthalle.

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