Europawahl

Junge Hagener werben mit Video-Clip für das vereinte Europa

Werben gemeinsam dafür, dass junge Menschen am 26. Mai zur Wahl gehen (von links): Gandhi Chahine (Music-Office), Julia Schröder (Caritas), Christina Körner und Chris Brasse.

Werben gemeinsam dafür, dass junge Menschen am 26. Mai zur Wahl gehen (von links): Gandhi Chahine (Music-Office), Julia Schröder (Caritas), Christina Körner und Chris Brasse.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Brexit-Abstimmung ist mahnendes Zeichen: Junge Hagener befassen sich mit Europa und werben mit einem Video für die Wahl am 26. Mai.

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Ehrlich, authentisch, offen: „Ich habe einfach nur so vor mich hin gelebt“, sagt Chris Brasse, 17 Jahre jung, „ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, welche Chancen ich hier eigentlich habe.“

Dabei gibt es doch dieses mahnende Beispiel. Die Briten hatten die Wahl. Die Älteren sind hingegangen, die Jüngeren nicht. „Das Wetter war schön am Wahltag, viele junge Menschen hatten offenbar Besseres vor“, sagt Gandhi Chahine vom Musi-Office Hagen, „das Ergebnis ist bekannt – die Alten haben entschieden, dass Großbritannien aus der Europäischen Union aussteigt.“

Junge Hagener finden ihr Europa wichtig

Dieses Europa aber ist wichtig. Und die Europawahl ist wichtig. Besonders für junge Menschen wie Chris Brasse, Christina Korn (26) oder Mehdi Ramadan (28). Das ist die Botschaft, die am Ende eines Projektes von Caritas und Music-Office Hagen steht.

Hip-Hop Song zur Europawahl

Deshalb haben 34 Jugendliche und junge Erwachsen mitgemacht. Sie haben einen Song produziert, sie haben ein Video aufgenommen, Fotos geschossen und Texte geschrieben.

Beeindruckende Geschichten

„Zwei der Jugendlichen kamen aus Syrien“, sagt Gandhi Chahine, „ihre Geschichte hat uns alle sehr beeindruckt. Sie haben von ihrem Onkel erzählt, der den Präsidenten ihres Heimatlandes kritisiert hat. Er wurde festgenommen, gefoltert, schließlich getötet. Das hat uns allen klar gemacht, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, seine Meinung frei sagen zu dürfen. Dass es nicht normal ist, dass man von Hagen bis nach Lissabon fährt, ohne ein einziges Mal kontrolliert zu werden.“

Geschichte ist eben nicht nur das, was man in der Schule lernt. „Jeder von uns kann durch sein Verhalten Einfluss auf die Geschichte nehmen“, sagt Christina Körner (26), die auf Lehramt studiert. „Dabei war es anfangs gar nicht so leicht für uns, herunterzubrechen, was dieses Europa eigentlich für uns bedeutet.“

Junge Menschen überraschen sich selbst

Das Schreiben hilft. So entsteht der Song „United“, den Christina selber singt und für den sie und die anderen Text-Passagen beisteuern. „Ich war von mir selbst überrascht“, sagt Christina Körner, „so etwas habe ich zuvor ja auch noch nicht gemacht.“

Das alles habe geholfen, sich sehr intensiv mit der Materie auseinanderzusetzen, meint Mehdi Ramadan, 28 Jahre alt. „Wir haben uns regelmäßig getroffen, diskutiert, gearbeitet und gegenseitig unterstützt. Das Ganze ist für uns zu einem gemeinsamen Prozess geworden.“

Am 26. Mai ist die Europawahl – und alle von diesen 34 jungen Menschen, die schon über 18 Jahre alt sind, wollen hingehen und ihr Kreuz machen – weil sie jetzt wissen, welche Chancen sie in diesem Europa haben.

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