Arbeit

Jupiter-Apotheken in Hagen besonders familienfreundlich

Die Jupiter-Apotheken wurden als „familienfreundlich ausgezeichnet (von links): Wilma Schepers, Martina Lettmann, Daniela Pavlovska (alle pharmazeutisch-technische Assistentinnen), Gustav Wassermann und Friedrich Wassermann.

Die Jupiter-Apotheken wurden als „familienfreundlich ausgezeichnet (von links): Wilma Schepers, Martina Lettmann, Daniela Pavlovska (alle pharmazeutisch-technische Assistentinnen), Gustav Wassermann und Friedrich Wassermann.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Die Organisation der Arbeitszeit in den Jupiter-Apotheken in Hagen kommt den Beschäftigten entgegen. Familiäre Interessen werden berücksichtigt.

Seit sieben Jahren ist Kerstin Friedrich als pharmazeutisch-technische Assistentin in der Jupiter-Apotheke in der Innenstadt tätig. Anfangs arbeitete sie lediglich 20 Stunden in der Woche, da ihre Kinder noch klein waren und die Betreuung durch die Mutter brauchten. Inzwischen hat sie auf 30 Wochenstunden aufgestockt, wobei ihre Arbeitszeiten flexibel an die ihres Mannes, der im Schichtdienst tätig ist, angepasst werden. „Für Schulveranstaltungen oder Sportwettkämpfe meiner Kinder bekomme ich jederzeit frei“, berichtet sie.

Es sind Arbeitsbedingungen, von denen viele Frauen nur träumen können. In den fünf Hagener J-Apotheken profitieren neben Kerstin Friedrich aber noch zahlreiche weitere der 115 Mitarbeiter von individuell angepassten Arbeitszeiten und flexiblen Beschäftigungsmodellen. Das Unternehmen wurde deshalb vom Kompetenzzentrum Frau & Beruf, das zur Agentur Mark GmbH gehört, mit dem Prädikat „Familienfreundliches Unternehmen“ ausgezeichnet. Es ist neben der Volksbank Hohenlimburg der einzige Betrieb in Hagen, dem diese Ehre 2020 zuteil wurde.

Für Friedrich Wassermann, Geschäftsführer der J-Apotheken, liegt es im Interesse des Unternehmens, Rücksicht auf die privaten Bedürfnisse der Belegschaft zu nehmen. Über 90 Prozent der Beschäftigten seien Frauen, 59 Prozent davon arbeiten in Teilzeit – ebenso wie die Hälfte der männlichen Angestellten: „Es ist wichtig, dafür zu sorgen, dass sich alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wohl fühlen und die Arbeit keine Belastung darstellt.“

Familienfreundliche Arbeitszeiten sollen dabei helfen, so Wassermann: „Wenn Eheleute oder Lebenspartner im Schichtbetrieb arbeiten, gibt man sich schon mal die Klinke in die Hand. Das Familienleben leidet. Das gilt für alle, ob mit oder ohne Kind.“ Um das zu vermeiden, werde bei der Dienstplanung Rücksicht auf die Arbeitszeiten der Lebenspartner genommen.

Familienorientierte Lösungen

Familienfreundliche Angebote seien heutzutage echte Pluspunkte, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, so die Agentur Mark. Zum Standard in Unternehmen, die diesen Standortvorteil für sich nutzten, gehörten neben verschiedenen Modellen flexibler Arbeitszeiten und Teilzeitberufsausbildung auch Homeoffice-Lösungen, die den Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Familienarbeit erleichterten. Auch die systematische Einbindung von Müttern und Vätern über die betrieblichen Entwicklungen während der Elternzeit sowie der sukzessive Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Angehörigenpflege seien Maßnahmen, die ein familienfreundliches Unternehmen auszeichneten.

In den Hagener J-Apotheken gehören diese Angebote zur Unternehmenskultur. Es sei schon eine sportliche Aufgabe, die individuellen Arbeitszeitwünsche von über 100 Beschäftigten zu einem funktionierenden Dienstplan zusammenzustricken, so Friedrich Wassermann: „Dabei hilft uns eine Software, die eine strukturierte und transparente Umsetzung ermöglicht.“ Über eine App können die Beschäftigten Bitten und Wünsche anmelden oder auch einmal direkt den Tausch eines Dienstes mit einem Kollegen vorschlagen. Zuständig für die Arbeitspläne ist Apothekerin Melanie Bahr: „Um einen Überblick zu gewinnen, arbeite ich abwechselnd in verschiedenen Apotheken. Wenn ich nicht gerade im Handverkauf bin, ermöglicht mir das eine flexible Gestaltung meiner eigenen Arbeitszeit, selbst Homeoffice ist möglich.“

Da viele Mitarbeiter vormittags arbeiten wollten, werde Entlastung für alle geschaffen, indem die „planbaren“ Tätigkeiten wie die Rezeptur und die Heim- und Pflegedienstbelieferung auf die Vormittage konzentriert werden, so Friedrich Wassermann: „Nachmittags soll hauptsächlich die Bedienung und Beratung aller Kunden im Vordergrund stehen und im organisatorischen Bereich nur noch Kurzfristiges und Dringendes bearbeitet werden.“

Selbst bei der Organisation des jährlichen Winterfestes hat er die Bedürfnisse der Belegschaft im Auge. Es findet, um den von Weihnachtsstress und Verwandtenbesuchen geprägten Dezember nicht noch mehr zu belasten, im Januar statt.

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