Freibad

Kämmerer will Freibad in Hagen schließen

Badespaß im Hengsteybad im Norden von Hagen: Setzt sich der Kämmerer durch, gehört das der Vergangenheit an.

Badespaß im Hengsteybad im Norden von Hagen: Setzt sich der Kämmerer durch, gehört das der Vergangenheit an.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Verwaltung in Hagen will das Hengsteybad schließen – trotz der Pläne, ein Freizeitareal an den Seen im Hagener Norden zu entwickeln.

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Während Hagens Oberbürgermeister höchstselbst mit seinen Amtskollegen aus Wetter und Herdecke sowie dem Regionalverband Ruhr das Freizeitrevier um Hengstey- und Harkortsee entwickeln will, sorgt die Sparmaßnahme mit der Nummer 16_FBOB.006 für Zündstoff. Mit diesem Vorschlag will derselbe Oberbürgermeister Bäder schließen und so perspektivisch ab 2018 750.000 Euro pro Jahr sparen. Darunter eben auch das Hengsteybad mitten im potenziellen Entwicklungsgebiet.

Dass die Stadtspitze trotz der jüngsten Gespräche von Erik O. Schulz mit Katja Strauss-Köster (Herdecke), Frank Hasenberg (Wetter), Landrat Olaf Schade und Karola Geiß-Netthöfel an der Sparmaßnahme festhalten will – daran lässt Hagens Kämmerer Christoph Gerbersmann keinen Zweifel: „Für die Schließung jedes Bades gibt es gute Argumente“, so Gerbersmann mit Blick auf Hengstey, Hestert und das Lennebad in Hohenlimburg, „im Grunde setzen wir damit das ursprüngliche Bäderkonzept, das ein zentrales Bad in Hagen vorsieht, konsequent um.“ Wenn sich nun im Hagener Norden etwas entwickeln solle, dann müsse man eben den RVR mit ins Boot holen. Beim Bad in Witten-Heveney sei das ja auch möglich gewesen.

SPD lehnt jegliche Schließung ab

Natürlich, so räumt der Kämmerer ein, könne man die Bäderschließung politisch anders bewerten. Was die Hagener Politik zumindest mit Blick auf das Hengsteybad ziemlich geschlossen tut. „Wir lehnen ja grundsätzlich jegliche Bäderschließung generell ab“, sagt Mark Krippner, Fraktionsvorsitzender der SPD, und hat dabei neben Hengstey auch das Hestert- und das Lennebad im Visier, „wenn wir nun im Hagener Norden ein Freizeitareal voranbringen wollen, dann liefert uns die Verwaltung noch ein weiteres Argument. Abgesehen davon müssen wir festhalten: Das Westfalenbad ist ein reines Hallenbad und kein Freibad.“

Auch Wolfgang Röspel hält es für „widersinnig“, das Hengsteybad zu schließen. „Es kann einer der Kernpunkte der Neugestaltung auf der Hagener Seite werden“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der CDU, „dazu kommen die hohen Besucherzahlen. Es gibt viele Menschen in der Stadt, die im Sommer einen Tag im Freibad genießen wollen.“

Keine Zustimmung von Hagen Aktiv

Ähnlich argumentiert auch Dr. Josef Bücker (Hagen Aktiv): „Für die Schließung von Freibädern wird es von uns keine Zustimmung geben. Wenn wir ein Freizeitareal auf- und gleichzeitig ein Freibad abbauen – das passt doch nicht zusammen.“ Und auch Jochen Riechel (Bündnis 90/Die Grünen) sieht die Sache ähnlich: „Es macht keinen Sinn, ein modernes und gut besuchtes Bad zu schließen, das von der Bevölkerung angenommen wird.“

42.100 Besucher wurden im letzten Jahr nach Auskunft von Hagenbad im Hengsteybad gezählt (Hestert: 45.600/Lennebad: 37.500). Trotzdem blieb ein Zuschussbedarf von 460.000 Euro (Hestert: 440.000 Euro/Lennebad: 580.000 Euro). Kämmerer Christoph Gerbersmann rechnet bei einer Schließung beider Freibäder mit einem Sparpotenzial von rund 400.000 Euro pro Jahr. Sollen die Bäder am Netz bleiben, wird die Politik alternative Sparvorschläge liefern müssen.

Ratsfraktionen nicht einig

Auch deshalb ist die Argumentation mit Blick auf das Lennebad bei den Ratsfraktionen weniger geschlossen. Während CDU, Grüne und Hagen Aktiv eine Diskussion nicht ausschließen, so es denn für Schüler und Vereine Alternativen gebe, bleibt die SPD bei einem kategorischen Nein. Die Mitglieder aller Parteien in der Bezirksvertretung hatten sich geschlossen für einen Erhalt ausgesprochen.

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