Karneval Verein

„Kaufen im April das Programm für das Jahr 2020 ein“

Bei den Herrensitzungen des  „Hohenlimburger Karneval Vereins“ im Letmather Saalbau geht es farbenfroh zu.

Foto: heinz-werner schroth

Bei den Herrensitzungen des „Hohenlimburger Karneval Vereins“ im Letmather Saalbau geht es farbenfroh zu.

Hohenlimburg / Letmathe.  Seit mehr als 30 Jahren lässt der „Hohenlimburger Karnevals Verein“ im Letmather Saalbau die Pupen tanzen. Auch am kommenden Wochenende.

Sie sind für die echten Karnevalisten am Rande des Sauerlandes ein unabdingbares Muss: die Herrensitzungen des „Hohenlimburger Karneval Vereins“ im Letmather Saalbau. Seit mehr als 30 Jahren lädt das Organisationsteam um den Oeger Peter Seuthe dazu ein. Und weil im Zuge der zunehmenden Gleichberechtigung auch die Damen ihre karnevalistischen Spaß einforderten, gibt es seit nunmehr 22 Jahren auch Damensitzungen. Die WESTFALENPOST sprach vor den vier närrischen Veranstaltungen mit dem Präsidenten Peter Seuthe, der seit 28 Jahren den Verein führt.
In diesem Jahr gibt es für das Orga-Team eine Veränderung. Helmut Bathe, seit Jahrzehnten gute Seele des Letmather Saalbaus, ist in Rente gegangen. Gibt es deshalb in der Vorbereitung auf die vier närrischen Sitzungen Probleme?
Peter Seuthe: Zunächst hat es Helmut Bathe verdient, in den Ruhestand zu gehen. Er wird nämlich 79 Jahre alt. Der Wechsel hat bei uns nicht zu Problemen geführt. Wir sind als „Hohenlimburger Karneval Verein“ schon mehr als 40 Jahre im Letmather Saalbau zu Gast und haben schon erfolgreich mit seinem Vorgänger, Willi Röttgers, zusammengearbeitet. Deshalb haben wir schon frühzeitig zu den Nachfolgern von Helmut Bathe Kontakt aufgenommen. Zu Bernd Hegemann und Jana Fritzsche, die in Iserlohn die Parkhalle betrieben haben. Deshalb ist alles völlig unproblematisch verlaufen.


Worauf dürfen sich die Besucher in diesem Jahr freuen?
Vorab wird ja niemals viel verraten, weil es ja auch Überraschungen sein sollen. Aber erneut konnten wir Künstler verpflichten, die aus dem Fernsehen bekannt sind. So Heinrich Schulte-Brömmelkamp, Bauer aus Kattenvenne, Gesangwunder Diana Leder, die darüber hinaus noch ein Augenwunder ist und die Werstener Show Fanfaren aus Düsseldorf.


Hat sich das Publikum in den mehr als drei Jahrzehnten verändert; gibt es heuer eine andere Erwartungshaltung an das Programm als zum Beispiel im Jahr 1987?
Nein, das Publikum hat sich nicht verändert. Auch die Erwartungshaltung der Gäste nicht. Wer zu uns in all den Jahren gekommen ist, der wusste stets, was ihn erwartet. Aber das Programm hat sich verändert. Es ist viel hochwertiger geworden. Eigene Auftritte mit den Lennekrähen oder einem Tanzkorps aus eigenen Reihen ziehen heute nicht mehr. Heute muss ich Künstler haben, die im Fernsehen zu sehen sind. Das wird heute erwartet.


Künstler, die aus Funk und Fernsehen bekannt sind, sind teuer. Wie finanzieren Sie die vier Veranstaltungen?
Über den Eintrittspreis und über den Verzehr. Wenn ich die Preise nenne, die ein Künstler nimmt, sind wir schnell bei hohen dreistelligen oder vierstelligen Beträgen. Jeden Künstler muss ich, weil es ja zwei Herren- und zwei Damensitzungen sind, auch zweimal bezahlen. Jede Veranstaltung kostet somit richtig Geld, und es wird jedes Jahr teuer. Die Gema-Gebühr verschlingt einen riesigen Posten mit einem vierstelligen Betrag. Hinzu kommt noch die Beleuchtung und der Toningenieur. Das sind Leute, die im Hintergrund arbeiten, die aber auch bezahlt werden müssen.


Wie ist in diesem Jahr für die vier Veranstaltungen der Vorverkauf gelaufen? In früheren Jahren mussten Sie keine Werbung machen. Da waren alle Sitzungen in Windeseile ausverkauft.
Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, Karten zu verkaufen. Bei den Herren und auch bei den Damen gibt es in diesem Jahr minimal weniger Interesse. Liegt es am Alter unseres Stammpublikums - oder haben die Leute Angst, in den Saalbau zu kommen? Es sind Gruppen mit zehn oder zwanzig Personen abgesprungen. Das kann in diesem Jahr eventuell auch ein zeitliches Problem sein. Das kann sich deshalb im nächsten Jahr schon wieder anders darstellen.


Nach den Sitzungen ist vor den Sitzungen. Wann gehen die Planungen für das kommenden Jahr 2019 los?
Im April geht es bereits wieder los. Mit dem Kauf des neuen Programms. Und zwar schon für das Jahr 2020. Das Programm für das Jahr 2019 habe ich schon längst eingekauft.


Ist daraus zu schließen, dass Sie mittelfristig planen und den „Hohenlimburger Karneval Verein“ somit auch weiterhin als Vorsitzender führen wollen?
So lange wir fit sind, machen wir die Veranstaltungen. Ich bin aber auch schon 70 Jahre alt. In diesem Jahr hatten wir drei Sterbefälle von aktiven Mitgliedern. Wir haben auch 80-Jährige, die noch mitmachen. Personen, die ausfallen, werden durch Familienmitglieder ersetzt. Durch Kinder oder Enkelkinder. Ansonsten wird es schwierig, neue Mitglieder für verantwortliche Positionen zu finden. In 10 Jahren wird es deshalb unseren Verein möglicherweise nicht mehr geben. Und mit einem anderen Verein wollen wir uns nicht zusammentun. Wenn wir uns auflösen, sollen uns die Hohenlimburger und Letmather in guter Erinnerung behalten. Sie sehen, wir Karnevalisten haben den Humor noch nicht verloren.

Es gibt noch Restkarten

Der Herrenabend beginnt am Freitag, 19. Januar, im Letmather Saalbau, Von-der-Kuhlen-Straße, um 19.11 Uhr. Die Herrensitzung beginnt dort am Sonntag, 21. Januar, um 11.11 Uhr.

Die Damensitzungen finden am Sonntag, 28. Januar, und Sonntag, 4. Februar, ebenfalls im Saalbau Letmathe statt. Beginn ist jeweils um 14.22 Uhr.

Restkarten zu allen Veranstaltungen gibt es noch bei Peter Seuthe; 02334 / 92 38 01.

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