Kein Urteil im Dortmunder Envio-Prozess

Dortmund.   Das Envio-Verfahren vor dem Landgericht Dortmund ist eingestellt. Die verbliebenen Angeklagten zahlen im Gegenzug 80.000 Euro an die Betroffenen.

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Das Envio-Verfahren vor dem Landgericht Dortmund ist eingestellt. Die verbliebenen Angeklagten zahlen im Gegenzug 80.000 Euro an die Betroffenen.

Es ist das Ende eines Mammut-Prozesses: 1790 Tage nach Verlesung der Anklageschrift hat das Dortmunder Landgericht das Envio-Verfahren am Dienstag eingestellt. Die beiden verbliebenen Angeklagten, Ex-Geschäftsführer Dirk Neupert und Ex-Betriebsleiter Uwe K., zahlen im Gegenzug 80 000 Euro an die 21 Nebenankläger.

Thomas Kelm, der Vorsitzende der 35. Strafkammer, hatte bereits Mitte März begründet, warum die Richter eine Beendigung des Verfahrens ohne Urteil für sinnvoll halten: Von den ursprünglichen Anklagevorwürfen der Staatsanwaltschaft sei so gut wie nichts mehr übrig geblieben.

In Richtung Rechtsfrieden

Lars Brögeler, Verteidiger von Dirk Neupert, sprach am Dienstag in diesem Zusammenhang von „marginalen Restzweifeln, die sicher auch noch ausgeräumt worden wären“. Doch trotz der möglichen Aussicht auf einen Freispruch begrüßten auch die Angeklagten eindeutig die Verfahrenseinstellung. Und dabei besonders die Tatsache, dass das Geld an die betroffenen Ex-Arbeiter des Entsorgungsbetriebes fließen soll. „Wie die Angeklagten waren auch diese durch das Verfahren besonderen Belastungen ausgesetzt“, sagte Rechtsanwalt Brögeler.

50 Mitarbeiter betroffen

Staatsanwalt Marc Sotelsek begründete die Zustimmung zur Einstellung so: „Das ist sicher nicht das Verfahrensende, das sich die Staatsanwaltschaft anfangs vorgestellt hatte. Aber es ist ein Schritt in Richtung Rechtsfrieden.“

Bei rund 50 Mitarbeitern des Betriebes, der sich auf die Entsorgung von Alt-Trafos spezialisiert hatte, waren erhöhte PCB-Werte im Blut gemessen worden. Eine Verurteilung der Manager wegen Körperverletzung schied nach Ansicht der Richter dennoch aus. Keiner der zahlreichen im Prozess befragten Sachverständigen konnte den sicheren Nachweis erbringen, dass allein PCB für etwaige Beschwerden der Betroffenen verantwortlich ist.

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