Ausflugsziel

Keine Familientage mehr am imposanten Bismarckturm in Hagen

Detlev Kura vom Förderverein genießt die Aussicht vom s Bismarckturm in Hagen.

Detlev Kura vom Förderverein genießt die Aussicht vom s Bismarckturm in Hagen.

Foto: Hubertus Heuel

Wehringhausen.   Aufgrund der EU-Lebensmittelverordnung wird es am Bismarckturm Hagen keine Familientage mehr geben. Am Wahrzeichen wird aber weiter saniert.

Den Familientag am Bismarckturm, zu dem in der Vergangenheit stets zahlreiche Bürger auf den Goldberg strömten, um den Turm zu besteigen und die herrliche Aussicht zu genießen, wird es zukünftig nicht mehr geben.

Grund ist die Lebensmittelverordnung der Europäischen Union, die vorschreibt, dass bei der Ausgabe von Speisen und Getränken auf mögliche Inhaltsstoffe hingewiesen werden muss. „Die damit verbundenen Auflagen machen es uns unmöglich, die Veranstaltung weiterhin durchzuführen“, beklagt Detlev Kura, Schatzmeister des Fördervereins für den Hagener Bismarckturm, das hohe Maß an Bürokratie.

Selbst Kuchenspenden könne man unter diesen Umständen nicht mehr entgegennehmen, um sie anschließend an die Bevölkerung auszugeben. Desweiteren würden die Kosten – etwa für ein Zelt, falls das Wetter nicht mitspielt – um ein Vielfaches die Einnahmen übersteigen.

2006 wegen Baufälligkeit gesperrt

Dennoch soll der Turm auch zukünftig für Besucher geöffnet werden. Schließlich haben die Mitglieder des vor acht Jahren gegründeten Fördervereins viel Zeit und Arbeit investiert, um dem Verfall des Baudenkmals Einhalt zu gebieten.

Der 1901 im Andenken an den legendären Reichskanzler Otto von Bismarck errichtete Turm war seit 2006 wegen Baufälligkeit gesperrt. Erst der Förderverein stoppte den Niedergang, seit 2014 ist der Bismarckturm wieder das, was er immer war: ein beliebtes Ausflugsziel mit Aussichtsplattform.

Imposanter Blick auf die Stadt

Bei klarer Sicht kann man von hier aus mit einem Fernglas die Schalke-Arena sehen. Im Westen erkennt man die Höhenzüge des Bergischen Landes, hinter denen Wuppertal liegt. Aus entgegengesetzter Richtung blinkt die Hohensyburg herüber.

Aber am imposantesten ist der Blick auf Hagen, auf die Stadtteile mit ihren markanten Gebäuden, auf das Eisenbahngelände und das Industriegebiet in der Sedan­straße, auf die Wohnblöcke am Spielbrink und am Quambusch sowie die Häuserzeile der Eugen-Richter-Straße.

Die Fassade des Wahrzeichens sieht so aus wie im Originalzustand. Zahlreiche Steine, die zu verrotten drohten, wurden saniert. Auf der Plattform des Denkmals wurde eine Ausstiegsluke angebracht, die das alte Gemäuer vor Regen und Schnee schützt.

Wackersteine geschädigt

Die obere Öffnung stellte den wundesten Punkt des Turmes dar, konnte doch ungehindert Niederschlag in das Innere strömen und die Wackersteine schädigen. Inzwischen wurden rund 400.000 Euro in die Sanierung des Turmes gesteckt, je 100.000 Euro kamen von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung sowie einem privaten Spender, der nicht genannt werden möchte.

Viel Geld brachte auch die Vergabe der 74 Treppenstufen zum Mindestpreis von 250 Euro ein, viele Privatleute und Institutionen wurden als Dank dafür m}it einem Messingschild auf der Treppe verewigt.

Wenige aktive Mitglieder

Auch in Zukunft ist der Förderverein auf Spenden angewiesen, um den Turm verkehrssicher zu erhalten. Dringlichstes Ziel ist es derzeit, den Innenbereich herzurichten. Vereinsmitglieder entfernten in Eigenregie den maroden Innenputz, der nun neu aufgebracht werden müsse, so Kura: „Das kostet rund 60.000 Euro, muss aber unbedingt erledigt werden.“

Der Verein zählt zwar 52 Mitglieder, regelmäßig zu Arbeitseinsätzen treffen sich aber nur vier von ihnen. „Trotzdem ist es unser Ziel, den Turm bei schönem Wetter an den Wochenenden geöffnet zu halten.“ Schließlich ist der Bismarckturm als Teil des Drei-Türme-Wanderwegs auch ein wichtiges Marketinginstrument für die Stadt Hagen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben