Kultur

Kino Babylon in Hagen: So werden die Filme ausgewählt

Die Gruppe, die die Filme im Kino Babylon auswählt:  Untere Reihe von links: Tabea Dölker, Silvia van Loosen, Anne Krimpmann. Obere Reihe von links: Alexander Schneider, Martina Munkelt, Sandra Boeser und Alexander Thiele.

Die Gruppe, die die Filme im Kino Babylon auswählt:  Untere Reihe von links: Tabea Dölker, Silvia van Loosen, Anne Krimpmann. Obere Reihe von links: Alexander Schneider, Martina Munkelt, Sandra Boeser und Alexander Thiele.

Foto: Tiziana Sepe / Westfalenpost

Hagen.  Das Programmkino „Babylon“ ist beliebt in Hagen. Aber wie werden dort die Filme eigentlich ausgewählt. Wir haben die Gruppe besucht.

In dieser Woche ist es die Tragik-Komödie „Blinded by the light“, bei der Musik von Bruce Springsteen eine Rolle spielt. Oder „Gloria – das Leben wartet nicht“, ein Film über eine Frau Ende 50, die sich gegen die Zumutungen des Alters behauptet. Und es gibt den Berlinale-Gewinner-Film „Synonymes“. Sie alle werden im Kino Babylon im Kulturzentrum Pelmke gezeigt. Aber wie werden die Filme ausgewählt? Dies ist die Gruppe, die dahintersteckt.

Sie sind auch Ticket-Verkäufer

An jedem letzten Montagabend des Monats kommen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Kinos in die Pelmke, um über das neue Programm abzustimmen. Zurzeit sind es 13 Mitarbeiter. Manche Mitglieder sind schon jahrelang dabei, aber es kommen ständig neue dazu. An den Abenden verkaufen sie Tickets an die Gäste, versorgen sie mit Snacks und Getränken und haben auch die Möglichkeit, sich selbst den Film anzuschauen. „Jeden Mittwoch kann ich mir einen qualitativ hochwertigen Film anschauen und egal, was wir uns aussuchen, an jedem Film ist etwas dran“, sagt Sandra Boeser, die schon seit mehr als zehn Jahren in der Gruppe aktiv ist.

Jeden Monat sind zehn bis fünfzehn Filme dabei und am Ende werden fünf Filme und eine Dokumentation für das neue Programm ausgewählt. Die Filme werden zum Teil von Filmverleihen angeboten, aber viele Vorschläge kommen auch aus der Gruppe selbst. „Die Filme, die wir zur Auswahl haben, sind welche, die mir am Interessantesten erscheinen oder Vorschläge aus der Kinogruppe“, sagt Kino-Chef Alexander Thiele. „Manche habe ich mir schon privat angeguckt, ansonsten orientieren wir uns an Rezensionen.“

Zu jedem Filmvorschlag liest Alexander Thiele einen kurzen Text. Danach guckt sich die Gruppe den Trailer zu dem Film an und dann wird zusammen überlegt, ob der Film interessant für das Programmkino wäre. Jeder kann seine Meinung oder Kritik äußern. Altersmäßig ist die Gruppe gemischt, jeder kann seine Erfahrungen und Ideen einbringen.

„Wir sind so unterschiedlich und haben verschiedene Interessen, so dass wir unser Publikum ganz gut abdecken. Die Leute haben einfach Lust, sich in verschiedenster Weise einzubringen, sich auszutauschen und sie haben Spaß daran, das Kinoprogramm mitzugestalten“, sagt Alexander Thiele. Bei der Diskussion werden auch alte Filme aufgegriffen, Vorschläge gemacht und Rezensionen verglichen. Dabei ist es wichtig, auf die Zielgruppe des Kinos einzugehen. „Ich freue mich darauf, den ausgewählten Film dann zu gucken und zu schauen, ob er zur Zielgruppe passt“, sagt der ehrenamtliche Mitarbeiter Alexander Schneider.

Fünf Filme und eine Dokumentation

Wenn sich die Kinogruppe alle Trailer angeschaut hat und die Filmvorschlägen durchgearbeitet hat, wird auf einem Zettel abgestimmt, welche fünf Filme und welche Dokumentation in das neue Programm aufgenommen werden. Manchmal kann es auch etwas knapp bei den Stimmen werden. Und wenn sich die Gruppe uneinig ist, wird ganz klassisch per Hand abgestimmt.

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