Preis-Explosion

Kita in alter Kirche in Hagen wird 1,4 Millionen Euro teurer

Ein Bild von den Bauarbeiten in der Luther-Kirche. Die waren sehr aufwändig und werden letztlich auch viel teurer.

Ein Bild von den Bauarbeiten in der Luther-Kirche. Die waren sehr aufwändig und werden letztlich auch viel teurer.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Hagen.  Das ambitionierte Projekt hat seinen Preis: In Hagen soll eine alte Kirche zur Kita werden. Doch die wird 1,4 Millionen Euro teurer als geplant.

Der Umbau der früheren Martin-Luther-Kirche im Hagener Bahnhofsviertel zu einem Kindergarten wird erheblich teurer als zunächst geplant. Die Stadt geht von Mehrkosten in Höhe von 1,4 Millionen Euro aus. Bei dem „sehr ambitionierten Projekt“ hätten sich viele unvorhersehbare Mängel und Überraschungen ergeben.

Trotzdem steht Reinhard Goldbach, Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales, weiter hinter dem Projekt: „Wir haben erhebliche Fördermittel vom Land für genau dieses Projekt bekommen – erheblich mehr als bei einem normalen Kindergartenneubau. Und wir haben städtebaulich das Gebäude erhalten können. Unterm Strich rechnet sich das immer noch für Hagen.“

Kosten steigen auf 5,75 Millionen Euro

Am Ende wird das Projekt wohl 5,75 Millionen Euro kosten. So jedenfalls die aktuelle Berechnung des Immobilienbetriebs der Stadt Hagen. Im Jahr 2016 war man noch von 4,35 Millionen Euro ausgegangen, von denen 3,38 Millionen aus der Landesförderung stammen. Das Geld vom Land ist auch geflossen, die Mehrkosten von 1,4 Millionen Euro allerdings muss die Stadt nun tragen.

Das Gotteshaus, das die evangelische Kirche aufgegeben hatte und das schadstoffbelastet war, in eine völlig andere Nutzung zu integrieren, sei problematisch gewesen: Dem Denkmalschutz habe man Rechnung tragen müssen, die Brandschutzanforderungen seien sehr hoch gewesen. Und die Vielzahl von Förderprogrammen führten zu explodierenden Preisen in der Baubranche. So die Erklärung der städtischen Experten: Der Bestand habe teilweise nicht mit den Unterlagen übereingestimmt. Und man habe alte in Stahlbeton gelegte Lüftungskanäle gefunden, die aufwändig rückgebaut werden mussten.

Auch Kita Gosekolk erheblich teurer geworden

Das alles habe dazu geführt, dass man nun 30 Prozent über dem ursprünglichen Kostenrahmen liege. Damit befinde man sich aber durchaus im Rahmen andere aktueller Baumaßnahmen. Zur Erinnerung: Auch die Sanierung der Kita Gosekolk in Haspe war erheblich teurer geworden: Statt 296.000 Euro kostete sie am Ende 671.000 Euro. Hier hatte die Stadt aufgrund der hohen Kosten in der Baubranche die Arbeiten erneut ausgeschrieben. Am Ende hatte die Verzögerung das Ganze aber noch teurer gemacht.

In der Martin-Luther-Kirche kostet es nicht nur viel Geld, sondern auch Zeit. So wird die neue Kita auch nicht zu Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. August eröffnen können, sondern voraussichtlich erst am 1. Oktober. 95 Kinder sollen dann dort betreut werden. „Die Eltern wissen aber schon lange Bescheid und konnten sich darauf einstellen“, so Reinhard Goldbach.

Kompensation aus Mitteln für Feuerwehrgerätehaus-Neubau in Halden

Ratsmitglied Detlef Reinke (CDU), der Vorsitzender des Jugendhilfeauschusses ist, kommentiert die Kostensteigerung mit: „Das ist bitter.“ Aber auch er steht weiterhin hinter dem Projekt. Vor allem würden die Mehrkosten nichts an den Plänen für den Neubau weiterer dringend benötigter Kitas ändern: „Ich habe jetzt bei einem Besuch in Düsseldorf das klare Zeichen der Landesregierung bekommen: Am Geld wird der Kita-Ausbau nicht scheitern.“

Die Stadt wird die Mehrkosten von 1,4 Millionen Euro zunächst mit dem Geld bestreiten, das eigentlich für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Halden vorgesehen war. Doch der wird wegen der gerichtlichen Auseinandersetzungen dieses Jahr wohl nicht starten. „Für das kommende Jahr ist das Geld aber gesichert“, so Stadtsprecher Michael Kaub.

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